Bitcoin hat nach dem Rücksetzer auf rund 80.000 US-Dollar vergangene Woche erneut Käufer gefunden und ist am Mittwoch auf bis zu 84.898 US-Dollar auf Binance gestiegen. Allerdings folgte kurz darauf ein erneuter Rücksetzer im Rahmen dessen der BTC-Kurs alle Tagesgewinne abgab und wieder unter 83.000 US-Dollar fiel.

Damit befindet sich BTC laut Glassnode aber weiterhin in einer Handelsspanne, die bereits seit Ende September den Kurs bestimmt. Im Wochenbericht vom 21. Oktober schreibt der führende Datenanbieter, dass Bitcoin zwischen den Einstandspreisen institutioneller Anleger und einer Angebotszone gefangen ist.

Bitcoin steckt fest: Glassnode nennt die wichtigsten Marken

Am 15. Oktober fiel Bitcoin auf einen Stundenschlusskurs von 80.100 Dollar und damit kurz unter die durchschnittliche Kostenbasis der US-Spot-ETFs. Bereits die nächste Stunde kämpfte sich der BTC-Kurs aber wieder darüber. Auch die Treasury-Unternehmen halten ihre Bestände im Schnitt zu etwa 80.200 Dollar. Glassnode sieht darin eine wichtige Unterstützung:

„Bitcoin steckt weiterhin in einer Handelsspanne fest. Beim Rücksetzer am 15. Oktober fanden sich an den Kostenbasen der ETFs und Treasury-Unternehmen zwischen 80.000 und 81.500 Dollar Käufer, und die Gewinnmitnahmen haben seitdem nachgelassen. Oberhalb des aktuellen Kurses liegen die Kostenbasis der Käufer der vergangenen sechs bis zwölf Monate, ein Block von Verkaufsaufträgen und die größten Liquidationscluster zwischen etwa 85.000 und 87.500 Dollar.“

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Im Binance-Spotorderbuch wurde der große Kaufblock bei 80.000 Dollar während des Rücksetzers weitgehend abgearbeitet. Bis zum 20. Oktober kamen laut Glassnode neue Gebote zurück, allerdings in geringerem Umfang.

Ein Tagesschluss unter 80.000 Dollar würde beide institutionellen Gruppen im Durchschnitt in die Verlustzone bringen. Darunter liegt der „True Market Mean“, die durchschnittliche Kostenbasis aktiver Investoren, bei rund 77.600 Dollar.

Glassnode-Chart mit Bitcoin-Kurs, ETF-Kostenbasis bei 81.500 Dollar, True Market Mean bei 77.600 Dollar und Kostenbasis kurzfristiger Halter bei 74.700 Dollar.
Bitcoin erholte sich nach dem Rücksetzer auf 80.100 US-Dollar wieder über die ETF-Kostenbasis. Diese liegt bei rund 81.500 US-Dollar, der True Market Mean bei etwa 77.600 US-Dollar. Quelle: Glassnode.

Für einen weiteren Anstieg spricht jedoch, dass die größten Liquidationscluster nun bei etwa 85.000 und 87.000 Dollar liegen. Short-Liquidierungen könnten einen Anstieg auf über 87.000 US-Dollar beschleunigen. Allerdings wartet in dieser Region zwischen 86.500 und 87.500 US-Dollar jedoch zugleich der größte Verkaufsblock im Orderbuch.

Glassnode-Heatmap mit modellierten Bitcoin-Liquidationsclustern um 85.000 und 87.000 US-Dollar sowie dem True Market Mean.
Die größten modellierten Bitcoin-Liquidationscluster liegen oberhalb des Kurses bei rund 85.000 und 87.000 US-Dollar. Unterhalb bleibt eine weitere Zone nahe 79.600 US-Dollar bestehen. Quelle: Glassnode.

Hinzu kommt die Kostenbasis der sechs bis zwölf Monate alten Coins bei 86.700 Dollar. Ein Tagesschluss darüber würde diese Käufer im Durchschnitt zurück in die Gewinnzone bringen. Die ein bis zwei Jahre alten Bestände liegen mit rund 100.000 Dollar deutlich höher.

Laut Glassnode ist aber auch bullisch, dass die Gewinnmitnahmen deutlich nachgelassen haben. Die realisierten Gewinne liegen bei ungefähr der Hälfte aus der Woche des Septemberhochs. Dies könnte sich laut Glassnode aber schlagartig ändern, wenn BTC nahe 87.000 Dollar steigt.

Was jetzt für den BTC-Kurs wichtig wird

Ein Hauptaugenmerk liegt auf den US-Spot-ETFs. Diese verzeichneten am 19. Oktober nach einer Woche mit Nettoabflüssen rund 653 Millionen Dollar Zufluss, den höchsten Tageswert seit dem 22. September. Allerdings blieb das Volumen schwach:

„Das Handelsvolumen ist nicht mitgezogen. Die Fonds verzeichneten an diesem Tag weniger Handelsvolumen als an einem typischen Tag des vergangenen Jahres, und ihr durchschnittliches Handelsvolumen über 30 Tage beträgt weniger als ein Viertel des Niveaus von vor einem Jahr. Wiederholte Zuflüsse bei steigendem Volumen würden zeigen, dass sich die Nachfrage über einen einzelnen Tag hinaus verbreitert.“

Glassnode-Chart mit Bitcoin-Kurs, täglichen Nettozuflüssen und Nettoabflüssen sowie dem Handelsvolumen der US-Bitcoin-Spot-ETFs.
Die US-Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am 19. Oktober rund 653 Millionen US-Dollar Nettozufluss. Das Handelsvolumen blieb jedoch vergleichsweise niedrig. Quelle: Glassnode.

Die gestrigen Daten zeigen unterdessen erneut starkes Momentum: Am Mittwoch, dem 21. Oktober, verzeichneten die US-Bitcoin-Spot-ETFs laut Farside Investors netto 524,8 Millionen US-Dollar. BlackRocks IBIT führte mit 235 Millionen Dollar vor Fidelitys FBTC mit 212,7 Millionen Dollar. Kein Fonds meldete Nettoabflüsse. Damit blieben die Kapitalflüsse den dritten Handelstag in Folge positiv.

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Als nächste Termine nennt Glassnode den Fed-Zinsentscheid am 28. Oktober und MSCIs Liste möglicher Indexstreichungen am 11. November. Wie wir berichteten, könnten die neuen Regeln für nicht operativ tätige Unternehmen Strategy und Metaplanet betreffen.

Eine Streichung würde indexabbildende Fonds zum Aktienverkauf zwingen. Offen wäre anschließend, ob Strategy seine Bitcoin-Käufe fortsetzt. Die Treasury-Käufe insgesamt liegen seit Juni monatlich unter einem Zehntel ihres Höchstwerts vom November 2024.

Glassnodes Ausblick für die nächsten Tage lautet:

„Ein Tagesschlusskurs über 87.500 Dollar, begleitet von erneuten ETF-Zuflüssen bei steigendem Handelsvolumen, würde darauf hindeuten, dass die Nachfrage das Angebot aufnimmt. Ein Tagesschlusskurs unter 80.000 Dollar hingegen würde für den durchschnittlichen ETF- oder Bestandsinhaber (Treasury-Halter) einen Verlust bedeuten und den True Market Mean in die Nähe von 77.600 Dollar rücken lassen.“