Der Indexanbieter MSCI hat vor wenigen Stunden eine neue Regelung beschlossen, die den Ausschluss bestimmter Unternehmen aus seinen Aktienindizes vorsieht. Besonders betroffen wären die beiden großen börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy und Metaplanet.

Einige Analysten warnen derzeit vor einem möglichen Bitcoin-Crash, da die Entscheidung erhebliche Aktienverkäufe auslösen und damit auch den Bitcoin-Kurs belasten könnte. Bei Strategy und Metaplanet könnten Aktien im Milliardenwert betroffen sein. Doch was ist an den Gerüchten dran?

MSCI setzt neue Regeln trotz Widerstand von Strategy um

Bereits im Dezember letzten Jahres hatte MSCI vorgeschlagen, Unternehmen aus den Indizes auszuschließen, deren Vermögenswerte zu mindestens 50 Prozent aus Kryptowährungen bestehen. Im Januar gab es dann zunächst Entwarnung, da lediglich die Neuaufnahme in die Indizes eingeschränkt wurde.

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Im August hatte MSCI einen überarbeiteten Entwurf präsentiert, nach dem Unternehmen künftig als operativ oder nicht operativ eingestuft werden sollten. Eine Analyse von Experten ergab, dass davon sowohl das weltweit größte Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy als auch Metaplanet betroffen wären.

MSCI-Vorschlag zum Index-Ausschluss von Strategy, Metaplanet und Yellow Cake sowie drei weiteren Unternehmen auf einer Beobachtungsliste
MSCI-Analyse zeigt die möglichen Index-Ausschlüsse von Strategy, Metaplanet und Yellow Cake sowie drei Unternehmen auf der Beobachtungsliste. Quelle: MSCI.

Die neue Regelung soll zum 30. November 2026 in Kraft treten:

“MSCI wird den Vorschlag, nicht operative Unternehmen als nicht für die Aufnahme in die MSCI Global Investable Market Indexes geeignet zu definieren und einzustufen, mit geringfügigen Änderungen umsetzen. Die Änderungen werden im Rahmen der Indexüberprüfung im November 2026 umgesetzt und treten zum Handelsschluss am 30. November 2026 in Kraft.”

Welche Unternehmen tatsächlich gestrichen werden, soll am 11. November feststehen. Strategy ist derzeit unter anderem im MSCI World und MSCI USA vertreten. Metaplanet gehört zum MSCI Japan IMI sowie weiteren Small-Cap-Indizes.

Kann die Streichung von Strategy einen Kursrutsch bei Bitcoin auslösen?

Strategy-CEO Phong Le erklärte bereits in der Vergangenheit, dass ein Ausschluss von Strategy aus den Indizes Verkäufe von MSTR-Aktien im Wert von knapp zwei Milliarden US-Dollar nach sich ziehen könnte.

Nach Einschätzung von Le hätte dies jedoch keine nennenswerten Auswirkungen auf den MSTR-Aktienkurs und damit auch keine spürbaren Folgen für den Bitcoin-Kurs. Dazu erklärte er:

“Auf die Indizes entfallen derzeit zwischen drei und vier Prozent unserer Aktien. Sollten wir aus diesen Indizes ausgeschlossen werden, wäre über einen gewissen Zeitraum mit einem gewissen Verkaufsdruck zu rechnen. Für uns wäre das allerdings nicht wesentlich. Drei bis vier Prozent sind keine Größenordnung, die unseren Aktienkurs langfristig erheblich beeinflussen würde.

Deshalb halte ich die Auswirkungen für unerheblich. Für Bitcoin ist das Ganze sogar noch weniger bedeutend. Hier sprechen wir möglicherweise von gerade einmal 0,1 Prozent, wenn man unsere Bitcoin-Bestände berücksichtigt.”

Auch Strategy-Gründer Michael Saylor äußerte sich in einem Interview mit Bloomberg zu einem möglichen Index-Ausschluss. Er misst den finanziellen Folgen für sein Unternehmen nur geringe Bedeutung bei und kritisiert gleichzeitig die Haltung des Indexanbieters gegenüber Bitcoin scharf:

“Für uns ist das nicht besonders wichtig. Das Kapitalvolumen, das MSCI kontrolliert, ist vergleichsweise gering. Wir sind von der bisherigen Haltung des Indexanbieters enttäuscht, weil er digitale Vermögenswerte mit Vorurteilen bewertet. Die Entscheidung, Öl, Erdgas, Grundstücke oder Maschinen als Kapital anzuerkennen, Bitcoin hingegen nicht, ist ein subjektives Werturteil. Damit verhält sich MSCI wie ein nicht registrierter Finanzberater.

Ich halte das für einen schlechten Präzedenzfall, sowohl für MSCI selbst als auch für die gesamte Branche, und hoffe, dass der Indexanbieter seine Haltung noch einmal überdenkt.

Unabhängig davon sind digitale Vermögenswerte intelligenter, schneller und stärker. Ihnen gehört die Zukunft. MSCI möchte möglicherweise nicht an dieser Zukunft teilhaben, aber ich denke, dass die Investoren das anders sehen.”

Der Bitcoin-Kurs zeigt bislang keine Reaktion auf die MSCI-Entscheidung. Allerdings fiel BTC gestern erstmals seit 14 Tagen unter 80.000 US-Dollar, konnte sich zum Redaktionszeitpunkt jedoch wieder auf knapp 82.000 US-Dollar erholen.

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Video-Update zum Bitcoin-Kurs

Im neuesten Video erklärt Marcel, was für Bitcoin bis Ende Oktober wichtig wird. Im zweiten Teil geht es um den Widerstand des Wirtschaftsrats der CDU gegen die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist.