Der Wirtschaftsrat der CDU stellt sich gegen die geplante Abschaffung der Bitcoin-Haltefrist und bezweifelt den wirtschaftlichen Nutzen der Reform. In einem Positionspapier, das t-online vorliegt, kritisiert der Verband das Vorhaben von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil deutlich.
CDU-Wirtschaftsrat gegen Krypto-Steuerpläne
Im Zentrum der Kritik steht die Frage, ob die erwarteten Mehreinnahmen den Aufwand überhaupt rechtfertigen. Für 2028 rechnet der Bund laut dem Bericht mit zusätzlichen Einnahmen von 83 Millionen Euro. Das entspricht lediglich 0,02 Prozent der veranschlagten Steuereinnahmen und steht einer Haushaltslücke von 22 Milliarden Euro gegenüber. Bis 2031 sollen die jährlichen Mehreinnahmen auf bis zu 350 Millionen Euro steigen.
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Zusätzliche Verwaltungs- und Vollzugskosten, die vor allem die Länder tragen müssten, seien in dieser Rechnung ebenfalls nicht berücksichtigt. Da der Erfüllungsaufwand bislang nicht beziffert sei, bestehe das Risiko, dass die Umsetzung mehr koste, als die Reform einbringe. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats, erklärt:
„Die Folgen für die Märkte sowie steuerliche Mehreinnahmen können derzeit nicht sicher abgeschätzt werden.“
Praktische Schwierigkeiten sieht der Verband insbesondere bei fehlenden Anschaffungsdaten sowie der steuerlichen Erfassung von Transaktionen über eigene Wallets, ausländische Plattformen und DeFi-Anwendungen. Dafür seien aufwendige IT-Anpassungen erforderlich.
Können Anleger ihre Anschaffungskosten nicht nachweisen, sollen 50 Prozent des Verkaufspreises als Bemessungsgrundlage dienen. Aus Sicht des Wirtschaftsrats könnte dies einen Anreiz zur Kapitalflucht schaffen.
Auch die Anreize für Anleger hält der Verband für verfehlt. Eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent ohne Haltefrist begünstige kurzfristige Spekulation, während langfristiges Sparen zur Altersvorsorge benachteiligt wird.
Hinzu kommen Rechtsunsicherheiten durch den unklar definierten Begriff „Tauschkryptowerte“ und die Besteuerung von Krypto-Tauschgeschäften, bei denen Anlegern kein Fiatgeld zufließt. Dies gefährdet laut dem Wirtschaftsrat der CDU die Attraktivität Deutschlands als Finanzstandort.
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Politisch sieht der Wirtschaftsrat zudem einen Widerspruch zum Versprechen der Union, keine neuen Steuern einzuführen. FDP-Politiker Frank Schäffler begrüßt das CDU-Papier und schreibt auf X:
„Gut so! Auch der Wirtschaftsrat der CDU lehnt die Abschaffung der Haltefrist für #Bitcoin ab. Zu Recht: 83 Millionen Euro Mehreinnahmen stehen hohen Bürokratiekosten gegenüber. Langfristiges Sparen wird bestraft, kurzfristige Spekulation belohnt. Und die Union hat versprochen, keine neuen Steuern einzuführen.“
Krypto-Steuerreform weiterhin offen
Wie wir gestern berichteten, kam die für den 14. Oktober vorgesehene Kabinettsbefassung nicht zustande. Das Vorhaben befinde sich weiter in der Ressortabstimmung. Schäffler wertet die Verzögerung als Wirkung des Widerstands:
„Der Kabinettstermin ist geplatzt, der Druck wirkt. Jetzt nicht nachlassen. Die Haltefrist muss bleiben.“
Dies bedeutet nicht, dass die Reform geplatzt ist. Sie ist aber scheinbar ins Stocken geraten. Nicht zuletzt während der Petitionsanhörung am 12. Oktober machte die SPD aber klar, dass sie die Krypto-Steuer unter dem Vorwand der „Gerechtigkeit“ weiterhin durchdrücken möchte.
Wie wir aber auch berichteten, hat sich in den letzten Wochen innerhalb der CDU ein breiter Widerstand formiert. Neue Termine für eine Kabinettsbefassung sind bisher nicht öffentlich bekannt.
Wie geht es mit der Krypto-Haltefrist weiter und was bedeutet der wachsende Widerstand für Anleger? In unserem heutigen Video-Update vom 15.10.2026 ordnet Marcel die aktuellen Entwicklungen ein.












