Der Bitcoin-Kurs ist gestern überraschend von 81.100 USD auf zwischenzeitlich 83.200 USD gestiegen. Getrieben wurde der kurzfristige Anstieg durch eine vermeintliche Ankündigung und Hoffnung auf Fortschritte im USA-Iran Konflikt.

Auch die Ölpreise fielen in der Folge auf ein lokales Zwischentief. Zum Redaktionszeitpunkt steht BTC bei 82.700 USD. (Artikel geht nach dem Chart weiter)

Gibt es wirklich Fortschritte oder beruht der Kurssprung ausschließlich auf Hoffnung?

Bloomberg berichtet über bislang unbestätigte Vorschläge Katars und Pakistans zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Ein beteiligter Diplomat bestätigte laufende Gespräche, widersprach jedoch Berichten über eine unmittelbar bevorstehende Einigung.

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Zunächst fiel Brent-Öl auf 103 US-Dollar, erholte sich zum Redaktionszeitpunkt jedoch wieder auf 106,33 US-Dollar, nachdem die Hoffnungen auf rasche diplomatische Fortschritte wenige Stunden später zerstreut wurden. Der folgende Chart verdeutlicht diese Entwicklung:

Brent-Öl-Kurs im 1-Stunden-Chart auf Hyperliquid mit gleitenden Durchschnitten. Ein roter Pfeil markiert einen starken Kurssturz mit anschließender Erholung.
Brent-Öl-Kurs: Nach einem deutlichen Kurseinbruch erholt sich der Ölpreis auf rund 106,33 US-Dollar und nähert sich wichtigen gleitenden Durchschnitten.

Am Montag verzeichneten Bitcoin-ETFs überraschend Nettozuflüsse von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar, was auf eine Rückkehr institutioneller Nachfrage hindeutete. Gestern flossen jedoch lediglich 23 Millionen US-Dollar in die Exchange-Traded Funds. Auch der jüngste, von Hoffnungen getriebene Kursanstieg verlor damit zunächst an Dynamik.

SoSoValue-Chart zur Entwicklung der Bitcoin-Spot-ETFs von Juli bis Oktober 2026. Grüne und rote Balken zeigen tägliche Kapitalzuflüsse und -abflüsse. Ein roter Pfeil markiert einen starken Nettozufluss von rund 500 Millionen US-Dollar.
Bitcoin-ETFs: Nach schwankenden Kapitalbewegungen verzeichnen die Spot-ETFs erneut Nettozuflüsse von rund 500 Millionen US-Dollar. Der rote Pfeil hebt den jüngsten Anstieg hervor.

CryptoQuant erklärt in einer vor wenigen Stunden veröffentlichten Analyse, dass Bitcoin durch die schwächelnde Liquidität am Kryptomarkt zusätzlichen Gegenwind erhält. Die Marktkapitalisierung von Tether (USDT), dem größten Stablecoin, ist innerhalb der vergangenen fünf Tage um fast eine Milliarde US-Dollar gesunken.

Die starken Bitcoin-Bullenmärkte der vergangenen Jahre waren laut dem Analysehaus stets durch eine hohe Liquidität gestützt, die derzeit deutlich fehlt:

Während der Bitcoin-Rallyes in den Jahren 2024 und 2025 stieg die Marktkapitalisierung von Tether (USDT) innerhalb von jeweils 60 Tagen wiederholt um mehrere Milliarden US-Dollar. Dadurch nahm die verfügbare Dollar-Liquidität am Kryptomarkt deutlich zu, was den Handel erleichterte und dazu beitrug, Verkaufsdruck besser aufzufangen. Zwar führte die Ausgabe neuer USDT nicht zwangsläufig zu direkten Bitcoin-Käufen, sie schuf jedoch günstigere Voraussetzungen für eine steigende Nachfrage.

Im Jahr 2026 zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Das Wachstum der USDT-Marktkapitalisierung ist deutlich weniger beständig und wird immer wieder von starken Rückgängen unterbrochen. Zwar hat sich die Veränderung über einen Zeitraum von 60 Tagen zuletzt von ihren Tiefständen zur Jahresmitte erholt und wieder der Nulllinie angenähert, doch innerhalb der vergangenen fünf Tage ist die Marktkapitalisierung von USDT erneut um fast eine Milliarde US-Dollar gesunken. Damit wird die längerfristige Erholung durch erneute kurzfristige Liquiditätsabflüsse auf die Probe gestellt.

CryptoQuant-Chart zur Entwicklung des Bitcoin-Kurses und der täglichen Veränderung der USDT-Marktkapitalisierung von Juli 2022 bis Oktober 2026. Ein blauer Kreis markiert einen jüngsten Rückgang der USDT-Marktkapitalisierung.
Bitcoin und Tether (USDT): Der Chart zeigt den Zusammenhang zwischen dem Bitcoin-Kurs und den täglichen Veränderungen der USDT-Marktkapitalisierung. Zuletzt deutet ein negativer Ausschlag auf einen Rückgang der umlaufenden USDT-Menge hin.

Darüber hinaus zeigen weitere Daten eine interessante Diskrepanz zwischen dem Verhalten großer Bitcoin-Wale und der Nachfrage am Spotmarkt.

Bitcoin bildet einen Boden – doch die Nachfrage am Spotmarkt bleibt schwach

Bitcoin-Wale mit Beständen zwischen 1.000 und 10.000 BTC haben über einen Zeitraum von 60 Tagen zuletzt insgesamt 62.600 BTC verkauft.

Innerhalb der vergangenen sieben Tage hat sich das Bild jedoch gewandelt: Diese Investorengruppe kaufte 5.230 BTC hinzu. Dies deutet darauf hin, dass große Marktteilnehmer ihre Verkaufsaktivitäten zurückfahren und wieder verstärkt Bitcoin akkumulieren.

CryptoQuant-Chart zur Bitcoin-Nachfrage von Januar bis Oktober 2026. Die blaue Fläche zeigt eine stark rückläufige langfristige Nachfrage, während rote Balken eine überwiegend negative kurzfristige Nachfrage signalisieren.
Bitcoin-Nachfrage unter Druck: Die langfristige Bitcoin-Nachfrage fällt auf ein deutlich negatives Niveau. Auch die kurzfristige Nachfrage bleibt überwiegend schwach, während sich der Bitcoin-Kurs zuletzt bei rund 82.000 US-Dollar bewegt.

Gleichzeitig sind die USDT-Reserven auf Binance im Tron-Netzwerk von rund 790 Millionen auf 1,76 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit steht potenziell mehr Kaufkraft auf der Handelsplattform zur Verfügung, die bei steigender Nachfrage in Bitcoin fließen könnte.

Allerdings bleibt die tatsächliche Nachfrage am US-Spotmarkt abseits der Bitcoin-ETFs weiterhin schwach. Der Coinbase Premium Index liegt laut CryptoQuant bei etwa minus 0,1416 Prozent, was auf eine verhaltene Kaufbereitschaft amerikanischer Investoren hindeutet.

Zudem verzeichneten die Kryptobörsen innerhalb einer Woche Nettozuflüsse von 8.428 BTC. Dies könnte auf einen zunehmenden Verkaufsdruck hindeuten, da Anleger ihre Bitcoin möglicherweise zum Verkauf auf Handelsplattformen transferieren.

Auch der sogenannte Short-Term Holder SOPR (STH-SOPR) liegt mit einem Wert von 0,9982 knapp unter der wichtigen Marke von 1. Das bedeutet, dass kurzfristige Bitcoin-Investoren ihre Bestände im Durchschnitt weiterhin mit leichten Verlusten verkaufen.

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Während der Verkaufsdruck großer Bitcoin-Wale nachlässt und erste Anzeichen einer erneuten Akkumulation sichtbar werden, fehlt es bislang an einer ausreichend starken Nachfrage am Spotmarkt, um eine nachhaltige Kursrallye auszulösen.

Auch von makroökonomischer Seite bleibt die Unterstützung derzeit aus. Berichten zufolge erwägt Trump sogar, die „Mutter aller Bomben“ gegen den Iran einzusetzen, anstatt auf diplomatischer Ebene Fortschritte zu erzielen.