• Taylor Lindman von Chainlink Labs übernimmt bei der SEC die Rolle des Chief Counsel in der Crypto Task Force.
  • Der Wechsel kommt, während die SEC ihre Krypto-Agenda nach dem Abgang von Gary Gensler stärker über Leitlinien und Arbeitsgruppen organisiert.

Ein Personalwechsel mit Signalwirkung: Taylor Lindman, zuletzt stellvertretender General Counsel bei Chainlink Labs, ist zur US-Börsenaufsicht SEC gewechselt und übernimmt dort als Chief Counsel die rechtliche Führung der Crypto Task Force.

Von Oracles zu Aufsicht: ein Rollenwechsel mit Nebenwirkungen

Chainlink machte den Schritt öffentlich und formulierte ihn als gemeinsames Projekt zur Modernisierung des US-Finanzsystems. Lindman kommt aus einem Umfeld, das tief in der Infrastruktur von Onchain-Märkten steckt.

Oracles sind kein Glamour-Thema, aber sie sind die Schicht, die tokenisierte Assets, DeFi-Protokolle und zunehmend auch institutionelle Onchain-Produkte mit Preisen und Daten versorgt. Genau diese Mischung aus Techniknähe und juristischer Erfahrung macht den Wechsel für Washington interessant.

In der SEC-Struktur ist der Titel Chief Counsel keine PR-Klammer. Es bedeutet, dass Lindman in der Task Force juristisch mitprägt, wie die Behörde Begriffe wie „tokenisierte Wertpapiere“, „Onchain-Brokerage“ oder „Krypto-Marktplätze“ in bestehende Regeln übersetzt. Das klingt trocken, ist aber die eigentliche Machtfrage.

Task Force statt Prozesslawine

Die Crypto Task Force wurde nach dem Abgang des früheren SEC-Vorsitzenden Gary Gensler aufgebaut und fällt in eine Phase, in der die Behörde unter veränderten politischen Vorzeichen ihren Krypto-Kurs neu ordnet.

Unter Gensler dominierte eine harte Durchsetzungslinie, viele Verfahren drehten sich um Registrierungspflichten und die Einordnung von Token als Wertpapiere. Die Task-Force-Logik ist anders: mehr Arbeitsprogramm, mehr Konsultation, weniger Dauerfeuer über Klagen.

Ob das zu klareren Regeln führt oder nur zu besserem Messaging, bleibt offen. Der Personaltransfer von einem zentralen Infrastrukturprojekt in die Aufsicht spricht jedenfalls dafür, dass die SEC sich nicht nur auf juristische Grenzziehung konzentrieren will, sondern auch auf das Verständnis der technischen Realität, an der sich Regeln am Ende messen lassen müssen.