Was ist Chainlink (LINK)? Funktionen, Partnerschaften & Investment erklärt

Chainlink ist ein dezentrales Oracle-Netzwerk. Es verbindet Blockchains mit Informationen und anderen Blockchains, auf die sie selbst nicht zugreifen können. Chainlink ist keine klassische Layer-1-Blockchain. Das Netzwerk stellt eine Infrastruktur bereit. Der native Token des Netzwerks heißt LINK.

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Welche Dienste bietet Chainlink an?

Chainlink ist inzwischen deutlich mehr als ein Anbieter von Kryptokursen. Das Netzwerk bietet verschiedene Daten-, Automatisierungs- und Interoperabilitätsdienste an.

Data Feeds

Liefern Preise von Kryptowährungen, Rohstoffen, Devisen und tokenisierten Vermögenswerten an Smart Contracts.

Data Streams

Stellen besonders schnell aktualisierte Marktdaten für Derivate, dezentrale Börsen und andere Anwendungen bereit.

Proof of Reserve

Überprüft, ob Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte ausreichend durch Reserven gedeckt sind.

Automation

Führt Smart-Contract-Funktionen automatisch aus, sobald vorher definierte Bedingungen erfüllt sind.

VRF

Erzeugt kryptografisch überprüfbare Zufallszahlen für Spiele, NFT-Anwendungen und andere Smart Contracts.

CCIP

Das Cross-Chain Interoperability Protocol überträgt Token, Daten und Anweisungen zwischen unterschiedlichen Blockchains.

Mehr als 70 Blockchains:
Mitte 2026 unterstützte das Cross-Chain Interoperability Protocol mehr als 70 Blockchain-Netzwerke.

Was ist die Chainlink Runtime Environment?

Die Chainlink Runtime Environment, kurz CRE, wurde im November 2025 im Mainnet gestartet. Sie dient als zentrales „Betriebssystem“ und verbindet das traditionelle Finanzsystem mit der Blockchain-Welt.

Beispiel für einen CRE-Prozess

1. Daten

Abruf aus einem Bankensystem.

2. Compliance

Prüfung regulatorischer Vorgaben.

3. Zahlung

Bestätigung der Zahlung.

4. Blockchain

Ausführung auf mehreren Netzwerken.

CRE ist damit ein wichtiger Teil der aktuellen Chainlink-Strategie. Chainlink will nicht mehr nur einzelne Daten an Smart Contracts liefern, sondern vollständige institutionelle Finanzprozesse zwischen traditionellen Systemen und Blockchains koordinieren.

Wie stark wird Chainlink tatsächlich genutzt?

Chainlink gehört zu den am stärksten genutzten Infrastrukturen im Kryptomarkt. Seit dem Mainnet-Start hat Chainlink Transaktionen im Gesamtwert von mehr als 30 Billionen US-Dollar abgewickelt und unterstützt rund 70 Prozent der DeFi-Märkte. Im Juli 2026 lag der von Chainlink abgesicherte Wert bei rund 43,3 Milliarden US-Dollar.

über 30 Bio. USD
Ermöglichter Transaktionswert

Seit dem Mainnet-Start.

rund 70 %
Anteil der DeFi-Märkte
43,3 Mrd. USD
Abgesicherter Wert

Stand Juli 2026.

Im Kryptosektor gehören Aave, GMX, Lido, Compound, Kamino, Jupiter, ether.fi und Pendle zu den produktiven DeFi-Nutzern.

Aave
GMX
Lido
Compound
Kamino
Jupiter
ether.fi
Pendle

Warum Oracles kritisch sind

DeFi-Protokolle sind auf korrekte Daten angewiesen. Fehlerhafte Preisfeeds können innerhalb weniger Minuten zu hohen Verlusten, fehlerhaften Liquidationen oder sogar zur Insolvenz eines Protokolls führen.

Chainlink-Partnerschaften mit großen Unternehmen

Chainlink arbeitet mit einigen der größten Zahlungsnetzwerke, Banken, Börsen und Kapitalmarktinfrastrukturen der Welt zusammen. Dabei muss zwischen produktiven Anwendungen, geplanten Integrationen und abgeschlossenen Pilotprojekten unterschieden werden.

Produktiv
Mastercard

Kryptokäufe über traditionelle Kartenzahlungen und dezentrale Börsen.

Produktiv
UBS

Automatisierte Zeichnung und Rückgabe tokenisierter Fondsanteile.

Geplant
DTCC

Integration von CRE in die Collateral AppChain.

Pilotprojekte
Swift & Banken

Tests für tokenisierte Fonds, Zahlungen und Kapitalmaßnahmen.

Mastercard ermöglicht Käufe über Chainlink

Mastercard und Chainlink starteten 2025 eine produktive Lösung, über die Nutzer Kryptowährungen direkt auf dezentralen Börsen kaufen können.

Produktive Integration
3,5 Milliarden Karten

Grundsätzlich können Inhaber von rund 3,5 Milliarden Mastercard-Karten Kryptowährungen über traditionelle Kartenzahlungen direkt auf einer dezentralen Börse erwerben.

Die Infrastruktur verbindet Mastercard-Zahlungen mit Swapper Finance, Zerohash, Shift4 Payments, XSwap und Uniswap.

UBS nutzt Chainlink für einen tokenisierten Fonds

UBS Tokenize und DigiFT führten im November 2025 einen produktiven, vollständig abgewickelten Prozess für einen tokenisierten Geldmarktfonds ein.

Zeichnung

Der Kauf neuer Anteile des tokenisierten Geldmarktfonds wurde automatisiert.

Rückgabe

Auch die Rückgabe bestehender Fondsanteile wurde über Chainlink abgewickelt.

DTA-Standard

Der Standard überträgt Funktionen eines klassischen Transferagenten auf die Blockchain.

Dabei wurden die Zeichnung und Rückgabe von Anteilen des auf Ethereum ausgegebenen UBS USD Money Market Investment Fund Token automatisiert.

DTCC integriert Chainlink

Die Depository Trust & Clearing Corporation, kurz DTCC, ist ein zentraler Teil der US-Finanzmarktinfrastruktur. Im Mai 2026 kündigte die DTCC an, Chainlink CRE in ihre Collateral AppChain zu integrieren.

Geplanter Produktivstart

4. Quartal 2026

Chainlink soll Preise, Bewertungen, Daten und automatisierte Prozesse in Echtzeit koordinieren.

Bereits zuvor hatten DTCC und Chainlink im Smart-NAV-Projekt getestet, wie Fondsdaten über CCIP an verschiedene Blockchains übermittelt werden können.

J.P. Morgan
Franklin Templeton
BNY Mellon
State Street
Invesco
U.S. Bank

Zusammenarbeit mit Swift und Euroclear

Chainlink arbeitet seit mehreren Jahren mit Swift zusammen. In verschiedenen Tests wurde gezeigt, wie Banken ihre bestehende Swift-Infrastruktur verwenden können, um Transaktionen mit tokenisierten Vermögenswerten auf unterschiedlichen Blockchains auszuführen.

2024

Tokenisierte Fonds

Swift, UBS und Chainlink schlossen ein Pilotprojekt für die Abwicklung tokenisierter Fonds erfolgreich ab.

2025

Kapitalmaßnahmen

Chainlink, Swift, DTCC, Euroclear und 24 Finanzmarktteilnehmer arbeiteten an der automatisierten Verarbeitung von Kapitalmaßnahmen.

CRE verarbeitete dabei Unternehmensmeldungen und CCIP verteilte die bestätigten Datensätze an verschiedene Systeme und Blockchains.

Wichtige Einordnung:
Hierbei handelt es sich noch um eine Brancheninitiative und nicht um einen flächendeckenden Produktivbetrieb.

J.P. Morgan, Visa, ANZ und Fidelity

J.P. Morgan und Ondo Finance

Kinexys by J.P. Morgan, Ondo Finance und Chainlink führten 2025 eine chainübergreifende Delivery-versus-Payment-Transaktion durch.

Ein tokenisierter US-Staatsanleihenfonds auf einer öffentlichen Blockchain wurde gegen eine Zahlung über das private Kinexys-Netzwerk abgewickelt.

Visa, ANZ und Fidelity

Visa, ANZ, China Asset Management und Fidelity International testeten Chainlink im Rahmen des e-HKD-Programms der Hong Kong Monetary Authority.

CCIP und die Compliance-Infrastruktur ermöglichten die chainübergreifende Abwicklung regulierter Vermögenswerte.

Status:
Bei beiden Vorhaben handelte es sich um erfolgreiche technische Pilotprojekte, aber noch nicht um allgemein verfügbare Produkte.

 

Weitere aktuelle Chainlink-Partnerschaften

Robinhood

Wählte Chainlink als Oracle-Plattform für die geplante Robinhood Chain.

Canton Network

Integrierte Chainlink-Daten, Proof of Reserve und CCIP.

Amundi und Spiko

Starteten einen tokenisierten Fonds mit Chainlink-Daten und Interoperabilität.

Bank of England

Nahm Chainlink in ihr Synchronisation Lab für tokenisierte Wertpapiere auf.

Coinbase

Begann, eigene Börsendaten über den Chainlink-Standard auf Blockchains bereitzustellen.

Project Pangea
mehr als 50 Banken

Europäische und südkoreanische Banken untersuchen, wie regulierte Stablecoins und Chainlink für eine sofortige grenzüberschreitende Devisenabwicklung eingesetzt werden können.

Die beteiligten Banken verwalten zusammen mehr als zehn Billionen US-Dollar. Das Projekt befindet sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt in der Entwicklungsphase.

Das nachfolgende Chart zeigt das stetige Wachstum der Chainlink-Reserve seit dem Launch Anfang August 2025:

Chainlink-Reserve
Die Chainlink-Reserve hält 4,66 Millionen Link bei einem Durchschnittspreis von 11,63 USD, Quelle: metrics.chain.link

LINK-Tokenomics

Die maximale Menge ist auf eine Milliarde LINK begrenzt. Davon wurden ursprünglich 35 Prozent im Tokenverkauf angeboten, 35 Prozent für Node-Betreiber und Ökosystemanreize reserviert und 30 Prozent dem Unternehmen hinter Chainlink zur Finanzierung der Entwicklung zugeteilt. Anfang Juli 2026 befanden sich rund 748,1 Millionen LINK im Umlauf.

1 Mrd. LINK
Maximalmenge
748,1 Mio.
Im Umlauf

Stand Anfang Juli 2026.

bis zu 70 Mio.
Freigabe pro Jahr

Chainlink veröffentlicht derzeit einen Freigabeplan von sieben Prozent der Gesamtmenge pro Jahr. Das entspricht bis zu 70 Millionen LINK jährlich.

Mögliche Verwässerung
rund 9,4 % pro Jahr

Bezogen auf die derzeit rund 748 Millionen umlaufenden LINK entspricht eine Freigabe von 70 Millionen Coins einer möglichen Verwässerung von ungefähr 9,4 Prozent.

Wie funktioniert das LINK-Staking?

Chainlink Staking v0.2 besitzt derzeit eine Obergrenze von 40,875 Millionen LINK. Der Pool ist vollständig belegt und die variable Belohnungsrate lag zuletzt bei rund 4,3 Prozent. Das Staking sichert bisher nur ausgewählte Dienste, insbesondere das ETH/USD-Oracle-Netzwerk, und noch nicht die gesamte Chainlink-Plattform ab.

Nur etwa fünf bis sechs Prozent der umlaufenden LINK sind damit im offiziellen Staking-System gebunden. Die vollständige Aktivierung in Form von Version 1.0 wird das System für alle ohne Maximalmenge zugänglich machen. Die Funktion ist in der Roadmap vorgesehen, ein Veröffentlichungsdatum gibt es aktuell jedoch noch nicht.

40,875 Mio.
LINK im Staking-Pool
ca. 4,3 %
Variable Belohnungsrate
5 bis 6 %
Der umlaufenden LINK

LINK-Kurs im Check

LINK erreichte im Mai 2021 ein Allzeithoch von rund 52,70 US-Dollar. Am 7. Juli 2026 notierte der Token bei ungefähr 7,47 US-Dollar und damit rund 85,8 Prozent unter seinem Allzeithoch.

Abstand zum Allzeithoch
rund −85,8 %

Die Marktkapitalisierung lag bei ungefähr 5,6 Milliarden US-Dollar.

Der schwache Kurs steht im Gegensatz zu den zahlreichen namhaften Partnerschaften und der weit verbreiteten Adoption von Chainlink im Kryptosektor. Ein wesentlicher Grund ist, dass eine Partnerschaft nicht automatisch große LINK-Käufe erzeugt: Da auch das Staking noch nicht für alle freigeschaltet ist, fehlen Dynamiken, welche die Nachfrage und das Angebot positiv beeinflussen.

Hinzu kommt, dass sich viele Projekte noch in Pilotphasen befinden. Außerdem hat die Chainlink Reserve noch keinen nennenswerten Einfluss auf die Angebots- und Nachfragedynamik. Langfristig könnte sich dies jedoch ändern.

Die Chainlink Reserve sammelt Einnahmen, die durch die Nutzung des Netzwerks ohne den Einsatz von LINK entstehen. Das System wandelt diese Einnahmen automatisch in LINK um und leitet sie in die Reserve.

Wichtig zu wissen: Die Reserve wird nicht nur aus Gebühren von dezentralen Apps im Internet (On-Chain) gespeist, sondern auch aus Verträgen mit Großunternehmen und Banken (Off-Chain). Durch eine reale Adoption im großen Stil könnte eine kontinuierliche Nachfrage entstehen.

Vereinfacht erklärt:
Das Modell ähnelt Aktienrückkäufen eines Unternehmens. Einnahmen werden verwendet, um LINK am Markt zu kaufen und langfristig in der Reserve zu halten.

Ist LINK ein gutes Investment?

Chainlink gehört fundamental zu den stärksten Projekten im Kryptomarkt. Das Netzwerk besitzt echte DeFi-Nutzung, produktive institutionelle Anwendungen und Partnerschaften, die weit über den Kryptomarkt hinausgehen.

Der LINK-Token profitiert von der Nutzung des Netzwerks bisher nur begrenzt. Die Aktivierung von Staking 1.0 und eine fortschreitende Adoption, die zu größeren LINK-Käufen für die Reserve führt, könnten den Tokenpreis langfristig beflügeln.

Allerdings gibt es ein größeres Problem: Eine mögliche jährliche Verwässerung von mehr als neun Prozent.

Unsere persönliche Einschätzung:
Mit einem Kursverlust von rund 86 Prozent steckt LINK tief im Bärenmarkt. Im Gegensatz zu vielen anderen Altcoins fehlt Chainlink als Netzwerk zumindest nicht die Adaption. Die entscheidende Frage ist, ob das Netzwerk künftig genug Gebühren, Staking-Nachfrage und LINK-Käufe erzeugen kann, um die hohen Token-Freigaben auszugleichen.