• Chainlink bringt „U.S. Equities Streams“ als 24/5-Datenfeeds für US-Aktien und ETFs an den Start und will damit durchgängige Kursdaten für DeFi liefern, inklusive Pre-Market und After-Hours.
  • Die Feeds enthalten neben Preisen auch Bid/Ask, Volumen und Market-Status und sollen Onchain-Perpetuals, Prediction Markets und weitere RWA-Strukturen unterstützen, erste Plattformen nutzen sie bereits.

Chainlink erweitert sein Oracle-Angebot in Richtung Kapitalmarkt. Das Netzwerk hat „U.S. Equities Streams“ angekündigt, einen 24/5-Feed für US-Aktien und ETFs, der Pre-Market, reguläre Handelszeiten, After-Hours und Overnight abdeckt.

Der Anspruch ist klar: DeFi soll nicht mehr nur sporadische Indizes oder vereinfachte Preisstände sehen, sondern durchgängige Marktdaten, so wie sie für derivativen Handel und strukturierte Produkte nötig sind.

24/5 statt 9-to-5: Datenfeeds werden zur Infrastruktur für Onchain-Aktien

In den Feeds sollen neben dem Preis auch Bid/Ask, Volumen, Marktstatus und weitere Datenelemente enthalten sein. Das ist mehr als Kosmetik. Wer Onchain-Perpetuals, synthetische Aktien oder kreditbasierte RWA-Produkte bauen will, braucht nicht nur einen „Last Price“, sondern Kontext.

Ein Spread, ein Statussignal, ein Hinweis, ob der Markt gerade regulär handelt oder im After-Hours läuft. Ohne solche Informationen wird Risiko schnell falsch berechnet.

Chainlink beschreibt die Streams als ersten Feed, der DeFi kontinuierliche US-Stock-Daten über die verschiedenen Session-Fenster hinweg liefert. Damit wird das typische Problem adressiert, dass klassische Börsenzeiten nicht sauber in eine 24/7-Onchain-Welt passen.

DeFi handelt immer. Der US-Aktienmarkt nicht. Ein 24/5-Feed ist ein Kompromiss, aber ein praktischer.

Erste Nutzer: Perps, Prediction Markets und RWA-Apps

Chainlink nennt mehrere Einsatzfelder: Onchain-US-Stock-Perpetuals, Prediction Markets, synthetische Aktien, Lending, strukturierte Produkte und andere RWA-Anwendungen. Als frühe Adopter werden Lighter, BitMEX, ApeX und Orderly Network genannt. Dass BitMEX in dieser Liste auftaucht, zeigt auch, wie stark sich die Grenze zwischen klassischen Krypto-Derivatebörsen und Onchain-Infrastruktur inzwischen verschiebt.

Für den Markt ist das eine stille, aber potenziell relevante Nachricht. Wenn US-Aktiendaten stabil und granular onchain verfügbar sind, wird es leichter, Produkte zu bauen, die bisher an Oracle-Qualität und Update-Frequenz scheiterten.

Gleichzeitig bleibt die Frage, wie robust die Daten sind, wie sie in Stressphasen verhalten und wie sie mit Marktunterbrechungen umgehen. Genau dort entscheidet sich, ob „Stocks onchain“ nur ein Narrativ bleibt oder tatsächlich als handelbare Kategorie wächst.