- Citi warnt, dass Bitcoin durch künftige Quantencomputer stärker gefährdet sein könnte als Ethereum.
- Der entscheidende Unterschied liegt laut den Analysten nicht nur in der Technik, sondern vor allem in der Governance.
Citi sieht bei Bitcoin ein größeres Risiko durch Quantencomputer als bei Ethereum. Beide Netzwerke müssten sich langfristig auf neue kryptografische Standards vorbereiten. Doch nach Einschätzung der Analysten ist Bitcoin strukturell schwieriger zu bewegen.
Bitcoin hat ein technisches Zeitfenster im Transaktionsprozess
Das Risiko hängt mit der Art zusammen, wie Bitcoin-Transaktionen funktionieren. Sobald ein Nutzer eine Transaktion sendet, wird der öffentliche Schlüssel im Netzwerk sichtbar, bis die Transaktion bestätigt ist. In einem heutigen Umfeld ist das unproblematisch. In einem Szenario mit leistungsfähigen Quantencomputern könnte genau dieses Zeitfenster aber theoretisch ausgenutzt werden.
Ein Angreifer mit ausreichend starker Quantenhardware könnte versuchen, aus dem öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel abzuleiten und Mittel umzuleiten, bevor die ursprüngliche Transaktion endgültig bestätigt wird. Das ist derzeit kein praktischer Angriff, weil die nötige Maschine nicht existiert. Aber Citi verweist darauf, dass die Schätzungen zur erforderlichen Rechenleistung schneller besser werden.
Google-Forschung deutet laut den Analysten darauf hin, dass eine Maschine mit rund 500.000 Qubits bestehende Verschlüsselung in Minuten brechen könnte. Googles eigene Q-Day-Schätzung liegt bei 2032. Andere Forscher halten bereits 2030 für möglich.
Ethereum könnte schneller reagieren
Der Unterschied zu Ethereum liegt laut Citi weniger darin, dass Ethereum grundsätzlich immun wäre. Das ist es nicht. Auch Ethereum nutzt kryptografische Verfahren, die langfristig durch Quantenfortschritte unter Druck geraten könnten.
Der relevante Punkt ist die Anpassungsfähigkeit. Ethereum hat eine aktivere, stärker koordinierte Upgrade-Kultur. Änderungen an Signaturen, Wallet-Standards oder Protokollkomponenten lassen sich dort möglicherweise schneller organisieren, testen und ausrollen.
Bitcoin ist dagegen bewusst konservativer. Genau diese Stabilität ist Teil seiner Stärke. Sie kann aber zum Problem werden, wenn ein großer kryptografischer Wechsel nötig wird. Eine Migration zu post-quantenresistenten Verfahren würde breite Zustimmung von Entwicklern, Minern, Börsen, Wallet-Anbietern und Nutzern verlangen. Alte Wallets und ruhende Bestände wären besonders heikel.







