- Coinbase hat den Handel nach einer mehrstündigen technischen Störung wieder aufgenommen.
- Die Probleme standen nach Angaben der Börse mit erhöhten Temperaturen in einer AWS Availability Zone zusammen.
Coinbase hat nach mehreren Stunden eingeschränkter Funktionalität den Handel wieder aufgenommen. Die Störung begann zunächst bei einzelnen Netzwerken, weitete sich später aber auf Web- und Mobile-Transaktionen aus.
Erst ALEO und Solana, dann breitere Einschränkungen
Nach Angaben der Statusseite der Börse traten die ersten Probleme am 7. Mai um 21:00 Uhr ET auf. Betroffen waren zunächst ALEO und Solana.
Nutzer sahen verzögerte Ein- und Ausgänge auf beiden Netzwerken. Käufe, Verkäufe sowie Ein- und Auszahlungen in Fiatwährungen blieben laut Coinbase in dieser Phase jedoch verfügbar.
Solche Netzwerkverzögerungen sind für eine Börse noch beherrschbar, solange der Kernhandel weiterläuft. Kritischer wurde es erst später.
Coinbase stufte den Vorfall auf „degraded performance“ hoch und teilte mit, dass Kunden zeitweise möglicherweise keine Transaktionen über Web oder App ausführen konnten.
Damit ging es nicht mehr nur um einzelne Blockchain-Netzwerke, sondern um die Erreichbarkeit der Plattform selbst.
Für aktive Trader ist das ein empfindlicher Punkt. In volatilen Marktphasen reicht schon eine kurze Störung, um Orders zu verzögern, Ausstiege zu erschweren oder das Risikomanagement durcheinanderzubringen.
Auch wenn Coinbase keine Hinweise auf ein Sicherheitsproblem nannte, zählt in solchen Momenten vor allem die operative Stabilität. Eine Börse muss erreichbar sein, besonders dann, wenn der Markt nicht wartet.
Coinbase führte die Störung anschließend auf „increased temperatures“ in der AWS Availability Zone use1-az4 innerhalb der Region US-EAST-1 zurück. Damit lag der Auslöser offenbar nicht direkt bei einer Blockchain selbst, sondern bei der Cloud-Infrastruktur, auf der Teile des Börsenbetriebs laufen.
Das klingt technisch, ist aber für den Markt ziemlich praktisch relevant. Viele Krypto-Plattformen hängen trotz dezentraler Vermögenswerte an klassischen Rechenzentren, Cloud-Diensten und regionalen Infrastrukturknoten.
Handel lief über „Cancel Only“ wieder an
Für die Wiederaufnahme setzte Coinbase zunächst alle Märkte in den Modus „Cancel Only“. In dieser Phase konnten bestehende Orders storniert werden, neue Markt- und Limitorders wurden jedoch nicht angenommen.
Das ist ein kontrollierter Neustart. Die Börse gibt Nutzern damit zunächst die Möglichkeit, alte Orders aus dem System zu nehmen, bevor wieder frisches Handelsvolumen in die Orderbücher kommt.
All of our markets are currently in “Cancel Only” mode.
During “Cancel Only” mode, all resting orders are cancelable. Market and limit orders are not accepted. https://t.co/yZLxsDyQ6V
— Coinbase Support (@CoinbaseSupport) May 8, 2026
Gerade nach einer längeren Störung ist dieser Zwischenschritt wichtig. Wenn eine Plattform sofort wieder vollständig öffnet, können veraltete Orders, Preisbewegungen und aufgestaute Nachfrage gleichzeitig auf den Markt treffen. Das kann zusätzliche Volatilität auslösen oder Nutzer benachteiligen, die während des Ausfalls nicht reagieren konnten.
Der Vorfall zeigt nebenbei eine ältere Schwachstelle im Krypto-Handel. Viele Plattformen werben mit dezentralen Assets, sind operativ aber weiterhin stark von zentraler Infrastruktur abhängig.
Wenn Cloud-Regionen oder einzelne Availability Zones Probleme haben, kann das selbst große Handelsplätze spürbar treffen.
Für Coinbase kommt die Störung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Börse steht ohnehin unter Druck, weil Handelsvolumen, Gebühren und technische Zuverlässigkeit im Wettbewerb mit traditionellen Finanzplattformen stärker verglichen werden.
Wenn Nutzer Aktien, ETFs und Krypto zunehmend über vertraute Broker handeln können, wird Stabilität zu einem noch wichtigeren Argument. Nicht nur niedrige Gebühren entscheiden, sondern auch die Frage, ob eine Plattform funktioniert, wenn es darauf ankommt.







