- Die Ethereum Foundation stellt Post-Quantum-Sicherheit stärker in den Mittelpunkt und gründet dafür ein eigenes PQ-Team unter Leitung des Kryptografie-Ingenieurs Thomas Coratger.
- Laut Justin Drake sollen Funding und Priorität steigen, während leanVM als Baustein einer langfristigen Post-Quantum-Strategie diskutiert wird.
Ethereum will sich nicht erst dann um Quantenangst kümmern, wenn sie im Mainstream ankommt. Die Ethereum Foundation macht Post-Quantum-Sicherheit zu einem zentralen Thema der langfristigen Roadmap und hat die Bildung eines dedizierten Post-Quantum-Teams angekündigt.
Leiter wird Thomas Coratger, ein Kryptografie-Ingenieur der Foundation. Unterstützt werden soll er laut dem Forscher Justin Drake von „Emile“, einem Kryptografen aus dem Umfeld von leanVM.
EF zieht PQ aus dem Labor in die Roadmap
Drake schreibt, nach Jahren eher stiller Forschung habe das EF-Management Post-Quantum-Sicherheit nun offiziell zur strategischen Priorität erklärt. Sein Satz „timelines are accelerating“ ist dabei der entscheidende Kontext.
Es geht nicht darum, dass morgen Quantencomputer private Keys knacken. Es geht darum, dass Migrationen in großen Netzwerken lange dauern. Wenn man erst reagiert, wenn es brennt, ist es zu spät.
Post-Quantum bedeutet in der Praxis nicht nur neue Signaturalgorithmen. Es betrifft Wallets, Validatoren, Clients, Hardware, Custody-Prozesse und auch das riesige Long Tail aus Smart-Contracts und L2s. Jede Änderung muss kompatibel, testbar und über Jahre hinweg sicher ausrollbar sein. Genau deshalb ist ein eigenes Team kein Overkill, sondern eher eine organisatorische Notwendigkeit.
leanVM als Baustein, ZK und PQ rücken näher zusammen
Drake nennt leanVM als Kernbaustein der Post-Quantum-Strategie. leanVM wird als spezialisierte, minimalistische zkVM beschrieben, also als Umgebung für Zero-Knowledge-Proofs.
Der interessante Punkt ist die Brücke: ZK-Systeme sind nicht automatisch post-quantum, aber sie sind ein Ort, an dem kryptografische Primitive ohnehin neu gedacht und formalisiert werden.
Wenn Ethereum PQ ernst nimmt, wird es nicht nur um neue Signaturen gehen, sondern auch um Verifikation, Beweisführung und langfristige Sicherheitsannahmen.
Die Ankündigung deutet zudem auf mehr Funding und mehr Geschwindigkeit hin. Das passt zum Jahr 2026, in dem viele große Krypto-Projekte versuchen, weniger reaktiv und mehr infrastrukturell zu arbeiten.
Für Ethereum ist PQ-Sicherheit damit nicht ein einzelnes Upgrade, sondern eine mehrjährige Migration. Das Team wird an den Grundlagen gemessen, nicht an kurzfristigen Releases.







