- Das EU-Parlament prüft eine neue Abgabe auf Kapitalgewinne aus Krypto-Assets als mögliche Einnahmequelle für den Haushalt 2028 bis 2034.
- Die Maßnahme müsste von allen EU-Mitgliedstaaten einstimmig beschlossen und national ratifiziert werden.
Eine neue Krypto-Steuer wird nicht nur in Deutschland diskutiert. Auch auf EU-Ebene rückt das Thema in die Haushaltsdebatte.
Krypto-Gewinne als neue EU-Einnahmequelle
Das Europäische Parlament hat seine Verhandlungsposition für den mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 beschlossen. 370 Abgeordnete stimmten dafür, 201 dagegen, 84 enthielten sich. Der geplante Haushalt liegt bei rund zwei Billionen Euro zu laufenden Preisen.
Zur Finanzierung sollen neue Eigenmittel geprüft werden. Dazu gehören Abgaben auf digitale Dienste, Online-Glücksspiel und Kapitalgewinne aus Krypto-Assets. Laut Parlamentsdokumenten sollen diese Instrumente zusätzliche Einnahmen bringen, ohne die nationalen Beiträge der Mitgliedstaaten weiter zu erhöhen.
Für Krypto-Trader wäre das ein politisch heikler Punkt. In vielen EU-Ländern werden Gewinne bereits national besteuert, teils mit Sonderregeln für Haltefristen. Unklar ist bisher, ob eine mögliche EU-Abgabe zusätzlich zu nationalen Steuern erhoben würde oder anders verrechnet werden könnte.
Einstimmigkeit bleibt die große Hürde
Noch ist daraus kein Gesetz. Der Vorschlag müsste detailliert ausgearbeitet, im Rat der EU einstimmig beschlossen und anschließend auf nationaler Ebene ratifiziert werden. Ein einzelner Mitgliedstaat könnte das Vorhaben also blockieren.
Trotzdem ist die Richtung bemerkenswert. Krypto wird nicht mehr nur als Risiko für Aufseher behandelt, sondern zunehmend als potenzielle Steuerbasis. Das passt zur breiteren Debatte über neue EU-Einnahmen, weil der nächste Haushalt mehr Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit und Rückzahlungen aus dem Corona-Wiederaufbaufonds finanzieren soll.
Für deutsche Anleger kommt die Diskussion zu einem sensiblen Zeitpunkt. Parallel wird auch national über Änderungen bei der Besteuerung von Kryptowährungen gesprochen. Sollte eine EU-weite Abgabe tatsächlich kommen, könnten bisherige Modelle mit steuerfreien Verkäufen nach längerer Haltedauer politisch weiter unter Druck geraten.







