Joseph Chee, ehemaliger Leiter des Asien-Investmentbankings bei UBS, hält eine Öffnung Chinas für den Kryptohandel für einen möglichen Auslöser eines neuen „Superzyklus“. Im Interview in der CNBC-Sendung „Squawk Box“ am 6. Oktober spricht er über die aktuelle Lage und Haltung der Chinesen zum Kryptomarkt.

China beobachtet den Krypto-Space

Chee zufolge verfolgt die chinesische Regierung die Entwicklung von Blockchain und Kryptowährungen sehr aufmerksam:

„Die chinesische Regierung beobachtet die Technologie sehr genau und verfolgt ihre Entwicklung intensiv. Es gibt Thinktanks und Gruppen, darunter Wissenschaftler, die mit der technologischen Entwicklung sehr vertraut sind.“

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Zugleich sei Chinas Haltung von Sorgen über Kapitalabflüsse und den Schutz privater Anleger geprägt:

„China macht sich offensichtlich Gedanken darüber, wie die Technologie im Land eingesetzt wird. Das Land hält weiterhin an Kapitalverkehrskontrollen und vielen bestehenden Regeln fest. Es befürchtet, dass Kleinanleger durch neue Technologien immer wieder geschädigt werden, wie es in der Vergangenheit vielfach geschehen ist.“

Als derzeitigen Testbereich nannte Chee Hongkong. Dort kann China erproben, wie sich die Technologie umsetzen und regulieren lässt.

Auf Südkorea verwies Chee als Beispiel für einen Markt, in dem der Kryptohandel seiner Einschätzung nach stark kontrolliert wird. Anleger können dort auf regulierten Wegen Won in Kryptowährungen und Kryptowährungen zurück in Won tauschen.

Zugang zu China könnte den Markt stark vergrößern

Das mögliche Potenzial begründete Chee mit der Größe Asiens und seiner Bedeutung als Krypto-Region:

„Für Blockchain und Kryptowährungen beginnt die Chance damit, dass die asiatische Bevölkerung als Nutzer und Händler von Kryptowährungen größer ist als die Bevölkerung im Rest der Welt.“

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Das Bitcoin– und Krypto-Verbot in China hat die Entwicklung ausgebremst, während der US-Markt zugelegt hat. Eine Wiedereröffnung wäre für Chee jedoch an eine zentrale Bedingung geknüpft: Die Regierung müsste einen Weg finden, den Kryptohandel zu steuern, um den Zugang zu erlauben.

Auch der Einsatz von Kryptowährungen durch chinesische Unternehmen, etwa im grenzüberschreitenden Handel, gehört laut Chee zu einem möglichen Szenario. Er sagte:

„Weil die chinesische Regierung gegen Krypto vorging, hat sich die Entwicklung verlangsamt. Ich denke, der US-Markt hat zugelegt. Wenn China einen Weg findet, den Kryptohandel zu steuern und den Zugang dazu zu erlauben, und wenn chinesische Unternehmen die Technologie auch im grenzüberschreitenden Handel nutzen können, wird der Kryptomarkt meiner Ansicht nach einen weiteren Superzyklus erleben.“