- Frankreichs Finanzaufsicht AMF hat rund 90 nicht lizenzierte Krypto-Unternehmen markiert und erinnert an das Ende der Übergangsfrist am 30. Juni.
- Laut AMF haben etwa 30 Prozent der betroffenen Firmen nicht einmal geantwortet, ob sie eine Lizenz beantragen wollen, ab Juli droht ihnen das Aus.
Frankreich erhöht den Druck auf Krypto-Anbieter, die noch außerhalb des neuen EU-Regelwerks stehen.
Die Finanzaufsicht AMF hat laut Bericht rund 90 Unternehmen identifiziert, die ohne die erforderliche Lizenz operieren. Gleichzeitig erinnert die Behörde daran, dass die nationale Übergangsphase zur MiCA-Umstellung am 30. Juni endet. Wer bis dahin nicht nachzieht, soll ab Juli seine Aktivitäten einstellen müssen.
AMF setzt Frist und wartet auf Antworten
Ein bemerkenswerter Teil der Firmen scheint den Ernst der Lage entweder zu unterschätzen oder sich bewusst wegzuducken. Nach Angaben der AMF haben rund 30 Prozent der nicht lizenzierten Unternehmen nicht auf die Anfrage reagiert, ob sie die Lizenz überhaupt beantragen wollen.
Stéphane Pontoizeau, bei der AMF für die Aufsicht über Marktintermediäre und Marktinfrastruktur zuständig, sagte, die Behörde habe die betroffenen Unternehmen bereits im November informiert, als Reminder und als letzte klare Ansage.
Für einen Regulator ist das eine klassische Situation: Wenn Firmen nicht reagieren, bleibt am Ende nur die Durchsetzung. Und MiCA ist in dieser Hinsicht nicht als Gentlemen’s Agreement gedacht, sondern als Betriebsbedingung.
MiCA wird zur Eintrittskarte, nicht zum Optional-Label
MiCA verschiebt den Markt in Europa strukturell. Krypto-Unternehmen müssen sich entweder in das Lizenzsystem einpassen oder verschwinden aus regulierten Jurisdiktionen. Für Nutzer wirkt das oft erst mal wie „weniger Auswahl“.
Für den Markt ist es eine Konsolidierung, weil viele kleinere Anbieter die Kosten für Compliance, Reporting, Governance und Kapitalanforderungen nicht tragen können oder wollen.
Frankreich signalisiert nun, dass man den Übergang nicht endlos streckt. Ab Juli soll Schluss sein mit dem Schwebezustand. Das betrifft nicht nur Börsen, sondern auch andere Krypto-Dienstleister, je nach Geschäftsmodell. Und es betrifft auch die Kommunikation: Wer den Regulator ignoriert, verliert zuerst den Dialog und dann die Betriebserlaubnis.
Die nächsten Monate werden zeigen, wie viele der 90 Firmen tatsächlich in ein Lizenzverfahren gehen. Und wie viele schlicht verschwinden, still oder gezwungen. In jedem Fall wird der französische Markt nach dem 30. Juni weniger grau aussehen, aber wahrscheinlich auch kleiner.






