• Cardano-Gründer Charles Hoskinson wirft der Trump-Regierung vor, Krypto stärker zu politisieren und damit ein zuvor mögliches parteiübergreifendes Regulierungsfenster geschlossen zu haben.
  • Besonders kritisiert er memecoin-nahe Projekte wie „Trump Coin“, die aus seiner Sicht „räuberisches Verhalten“ normalisieren und die Debatte um GENIUS- und CLARITY-Gesetze vergiften.

Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, geht die Trump-Administration frontal an. In Aussagen zur US-Krypto-Politik sagte er, das Umfeld für die Branche habe sich gegenüber der Biden-Ära verschlechtert. Der Kern seiner Kritik: Die Regierung politisiere den Sektor und habe Verhaltensweisen institutionalisiert, die er als „predatory“ beschreibt, unter anderem über memecoin-nahe Projekte wie Trump Coin.

„Bipartisan window“ sei zerstört worden

Hoskinson behauptet, dass damit ein Zeitfenster für parteiübergreifende Regulierung Anfang 2025 faktisch geschlossen worden sei. Er verweist auf die GENIUS- und CLARITY-Vorhaben, die aus seiner Sicht nur dann eine Chance haben, wenn der politische Ton moderat bleibt und die Industrie nicht als Wahlkampfwerkzeug missbraucht wird.

Sobald Krypto als Identitätsmarker im Kulturkampf auftauche, werde jedes Gesetz automatisch zum Parteithema, auch wenn es eigentlich um Marktstruktur, Zuständigkeiten und Verbraucherschutz geht.

In der Substanz richtet sich die Kritik also nicht nur gegen einzelne Token, sondern gegen die Art, wie Narrative gebaut werden. Memecoins sind dafür ein dankbares Vehikel: Sie sind schnell, laut und schwer sauber zu regulieren, ohne dass man gleich die Grundsatzdebatte über Meinungsfreiheit, Spekulation und Marktmanipulation mitführt.

Fehlender Rahmen und mangelnde Konsultation

Hoskinson sagt zudem, es fehle an einem klaren regulatorischen Rahmen und an echter Konsultation der Branche. Das ist eine klassische Beschwerde, aber in seinem Kontext dient sie als Beleg dafür, dass Politisierung konkrete Folgen hat: Regeln werden nicht klarer, sondern willkürlicher wahrgenommen. Für Projekte und Investoren ist das Gift, weil Planungssicherheit das erste ist, was verschwindet, wenn Regulierung zur Schlagzeile wird.

Ob Hoskinsons Diagnose stimmt, ist eine andere Frage. Aber seine Intervention zeigt, wie nervös die Branche inzwischen auf politische Token-Ökonomie reagiert. Nicht, weil Memecoins neu wären, sondern weil sie in Washington plötzlich als Symbol auftauchen. In einem ohnehin fragilen Regulierungsprozess ist das selten hilfreich.