IOTA hat Protokoll 39 im Testnet aktiviert. Die am 28. Oktober veröffentlichte Softwareversion v1.35.1-rc enthält strengere Sicherheitsprüfungen, höhere Anforderungen an Validatoren und mehrere Korrekturen für einen zuverlässigeren Netzwerkbetrieb.

Unsere Abfrage der offiziellen IOTA-Schnittstellen am 30. Oktober um 12:57 Uhr deutscher Zeit bestätigte Protokoll 39 im Testnet in Epoche 711. Das Mainnet meldete zu diesem Zeitpunkt weiterhin Protokoll 38 in Epoche 543.

IOTA verschärft die Regeln für bestimmte Multisig-Konten

Eine zentrale Änderung betrifft Konten, bei denen mehrere Schlüssel gemeinsam Transaktionen freigeben. Beispielsweise können zwei von drei Unterschriften erforderlich sein.

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Werden Ed25519-Schlüssel mit anderen Signaturverfahren kombiniert, können laut Entwicklern unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen dieselbe Adresse erzeugen. Dadurch könnte eine Minderheit im Namen der gesamten Gruppe unterschreiben.

Protokoll 39 akzeptiert diese gemischten Konstellationen deshalb nur noch, wenn sämtliche Mitglieder unterschrieben haben. Andere Multisig-Konfigurationen erhalten dadurch keine allgemeine Einstimmigkeitspflicht. Die mitgelieferten Kommandozeilenwerkzeuge weisen solche gemischten Gruppen beim Erstellen einer Adresse oder Zusammenführen von Teilsignaturen zurück.

Weitere Prüfungen betreffen Groth16, ein Verfahren für kryptografische Beweise. Passt die Größe des Verifizierungsschlüssels nicht zur Anzahl öffentlicher Eingaben, brechen die betroffenen Funktionen ab. Move-Programmmodule mit veralteten globalen Speicherbefehlen oder entsprechenden Ressourcenzugriffsdeklarationen werden ebenfalls ab sofort zurückgewiesen.

Höhere Anforderungen an Validatoren und mehr

Für neue Validatoren sieht Protokoll 39 einen Mindest-Stake von sechs statt zwei Millionen IOTA vor, wie wir bereits berichteten. Dabei zählt der gesamte Pool einschließlich delegierter Token.

Bestehende Validatoren sollen mindestens 5,5 Millionen IOTA halten. Liegen sie darunter, verfügen aber über mindestens fünf Millionen, bleibt eine Schonfrist von sieben Epochen. Unter fünf Millionen IOTA erfolgt der Ausschluss ohne diese Schonfrist. Laut Entwicklerbeschreibung sollen die Grenzen am Ende der ersten Epoche mit Protokoll 39 greifen.

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Protokoll 39 korrigiert außerdem den Umgang mit mehrfach empfangenen Konsensnachrichten. Bisher konnten Validatoren Nachrichten als bereits gesehen speichern, obwohl diese verworfen und nicht als verarbeitet registriert worden waren.

Unterschiedliche Zwischenspeicher konnten dazu führen, dass Knoten über spätere Kopien verschieden entschieden und unterschiedliche Checkpoints erzeugten. Künftig gelangen Nachrichten erst nach dokumentierter Verarbeitung in den entsprechenden Zwischenspeicher.

Die Knotensoftware behebt zudem Ursachen mehrsekündiger Wartezeiten bei Checkpoints und verhindert, dass Synchronisierungsfortschritt trotz fehlender vorheriger Daten gemeldet wird. Beim schnellen Nachladen von Konsensdaten erfolgt die Verarbeitung jetzt stückweise, wodurch weniger Arbeitsspeicher benötigt wird.

Ein Token-Tausch ist mit dem Update nicht angekündigt. Anpassungsbedarf besteht vor allem für Knotenbetreiber, Anwendungsentwickler und Nutzer der betroffenen Multisig-Konstellationen. Diese müssen die geänderten Signaturregeln und Anforderungen der eingesetzten Werkzeuge berücksichtigen. Ein Termin für die Aktivierung im Mainnet wird in den Release-Notes nicht genannt.