IOTA bereitet eine deutliche Erhöhung der Stake-Anforderungen für Validatoren vor. Mit Protokollversion 39 sollen neue Betreiber mindestens 6 Millionen IOTA in ihrem Staking-Pool nachweisen müssen, bislang sind es 2 Millionen. Auch bestehende Validatoren müssen künftig die höheren Schwellen erfüllen, um im aktiven Set zu bleiben.
Die Änderung wurde am 23. Oktober mit Pull Request 13300 in den Entwicklungszweig übernommen. Im Mainnet ist sie noch nicht aktiviert. Unsere Prüfung über zwei RPC-Endpunkte zeigt, dass derzeit genau einer von 62 aktiven Validatoren unter der künftigen Schwelle für einen dauerhaften Verbleib liegt.
Diese Stake-Grenzen steigen mit IOTA Protokoll 39
Die Anpassung betrifft drei unterschiedliche Grenzwerte, wie die nachfolgende Tabelle zeigt. Der Mindest-Stake für den Beitritt steigt um 200 Prozent. Die Schwellen für bereits aktive Validatoren werden ebenfalls angehoben.
| Anforderung | Protokoll 38 | Ab Protokoll 39 vorgesehen |
|---|---|---|
| Mindest-Stake für den Beitritt | 2 Mio. IOTA | 6 Mio. IOTA |
| Schwelle für den Verbleib ohne Schonfrist | 1,5 Mio. IOTA | 5,5 Mio. IOTA |
| Grenze für den Ausschluss ohne Schonfrist | 1 Mio. IOTA | 5 Mio. IOTA |
| Schonfrist bei zu niedrigem Stake | 7 Epochen | 7 Epochen |
Für bestehende Validatoren ist die Unterscheidung entscheidend. Ein bereits aktiver Validator braucht nicht zwingend 6 Millionen IOTA. Mit mindestens 5,5 Millionen erfüllt er die künftige Anforderung für den Verbleib ohne Schonfrist.
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Liegt sein Stake bei mindestens 5 Millionen, aber unter 5,5 Millionen IOTA, greift die sieben Epochen lange Schonfrist. Unterhalb von 5 Millionen erfolgt der Ausschluss bereits am Ende der ersten Epoche, die mit Protokoll 39 läuft. IOTA verwendet regulär 24-Stunden-Epochen.
Realize müsste 411.195 IOTA zusätzlich gewinnen
Unsere Abfragen über die Mainnet-Schnittstelle von IOTA und den Ankr-Endpunkt melden Protokollversion 38 und weiterhin die bisherigen Stake-Grenzen.
Der kleinste aktive Pool gehört zu Realize und hält rund 5.088.805 IOTA. Zur künftigen Schwelle von 5,5 Millionen fehlen damit etwa 411.195 IOTA. Der nächstgrößere Pool, Meria, liegt mit rund 6.179.334 IOTA bereits oberhalb sämtlicher neuer Mindestwerte.
Bei unveränderten Beständen würde somit nur Realize unter die Schonfrist fallen. Kein aktiver Pool liegt unter 5 Millionen IOTA. Ein sofortiger Ausschluss wegen der neuen Untergrenze wäre auf Grundlage dieser Momentaufnahme bei keinem der 62 Einträge zu erwarten.
Die Zahl der aktiven Validatoren ist allerdings nicht mit der Größe des jeweiligen Konsenskomitees gleichzusetzen. Unsere zusätzliche Komitee-Abfrage weist für Epoche 537 insgesamt 61 Mitglieder aus.
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Realize wird im Systemzustand mit einem Stimmgewicht von null geführt. Ein mögliches späteres Ausscheiden dieses Pools wäre deshalb kein Verlust eines derzeit stimmberechtigten Komiteemitglieds.
Wichtig zu wissen ist: Die 6 Millionen IOTA müssen nicht vollständig aus dem Vermögen des Betreibers stammen. Entscheidend ist der gesamte Stake des Pools. Tokenhalter können die erforderlichen IOTA delegieren.
Eine ausdrückliche Begründung für die neuen Beträge nennt der Pull Request nicht. Eine eventuelle Stellungnahme der IOTA Foundation bleibt daher abzuwarten.
Inzwischen enthält die am 23. Oktober veröffentlichte Devnet-Vorabversion v1.35.0-alpha Protokoll 39 und die höheren Schwellen. Ein konkreter Mainnet-Aktivierungstermin ist nach unserer Recherche noch nicht terminiert.












