Mit IOTA Storage läuft seit kurzem ein neuer unabhängiger Dienst für Dateien und statische Websites auf dem IOTA-Testnet. Unsere Prüfung der Blockchain-Daten, Projektunterlagen und ausgelieferten Anwendung bestätigt Zahlungen in IOTA sowie technische Verbindungen zu Walrus, dem Speichernetzwerk auf Sui.

Wie IOTA Storage funktioniert

Die ersten untersuchten Storage-Verträge wurden am 17. Oktober veröffentlicht, das dokumentierte Storage-Paket folgte am 20. Oktober. Die Anwendung verbindet eine externe Speicherinfrastruktur mit Move-Verträgen auf IOTA. Die Dateien selbst liegen auf Speicherknoten. Zahlungen, Eigentumsobjekte und Zertifikate zur Datenspeicherung werden auf der Blockchain verwaltet.

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Nutzer können Dateien hochladen oder statische Websites veröffentlichen. Für jede gespeicherte Datei entsteht ein Blob-Objekt in ihrer Wallet, über das sich die Laufzeit verlängern oder das Eigentum übertragen lässt. Das Projekt schreibt zum Zahlungsmodell:

„Der Speicher wird in IOTA bezahlt, und die Speicherknoten hinterlegen IOTA als Stake. Ein Teil der Speichergebühren fließt in eine Projekt-Treasury.“

Ein zusätzlicher Token ist nicht vorgesehen. Im derzeitigen Testbetrieb werden kostenlose Testnet-IOTA eingesetzt. Laut Dokumentation erhält die Treasury zukünftig drei Prozent der Speichervergütungen je Epoche, der Rest geht an Speicherknoten und deren Staker.

Der öffentliche Status-Endpunkt bestätigt vier Knoten mit jeweils 25 Shards. Unterstützt werden Dateien mit einer Größe von rund 142 MiB. Speicher lässt sich für bis zu 53 Epochen im Voraus bezahlen, wobei eine Epoche im Testnetz einen Tag dauert. Websites sind über eine Projekt-Subdomain oder einen zugeordneten IOTA-Names-Namen erreichbar.

Eine eigene Onchain-Auswertung erfasst bis zum 22. Oktober um 10:37 Uhr insgesamt 1.327 Transaktionen von 141 Absenderadressen im Zusammenhang mit IOTA Storage. Davon wurden 1.312 erfolgreich ausgeführt, 15 schlugen fehl. Die Zählung umfasst auch Projektadressen und technische Verwaltungsaktionen.

Keine Verbindung zur IOTA Foundation

Der Vergleich des aktuellen Storage-Pakets mit den veröffentlichten Walrus-Verträgen ergibt 30 übereinstimmende Modulnamen bei insgesamt 36 Modulen.

Ein weiterer Hinweis ist die Browser-Anwendung: Ihre ausgelieferte WebAssembly-Datei für die Dateikodierung enthält Bibliotheks- und Quellpfadverweise auf walrus-core, darunter Komponenten für die Aufteilung in sogenannte Slivers. Das Walrus-Repository beschreibt diese Bibliothek als Grundlage seiner Kodierungs- und Authentifizierungsfunktionen.

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Wichtig zu wissen ist, dass Walrus seinen Code unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht. Die Wiederverwendung der Open-Source-Bausteine ist somit erlaubt und auch eine gängige Praxis in der Branche.

IOTA Storage bestätigt in seinen FAQ, dass das eigene Projekt-Repository bislang nicht öffentlich ist. Trotz des Namens handelt es sich um keine Anwendung der IOTA Foundation. Im FAQ erklärt das Projekt:

„IOTA Storage ist ein unabhängiges Projekt, das auf IOTA Rebased läuft. Es ist nicht mit der IOTA Foundation verbunden.“

Alle vier Speicherknoten werden derzeit vom Projekt selbst betrieben. Unabhängige Betreiber sollen erst später hinzukommen. Auch ein Audit und der Mainnet-Start stehen noch auf der Roadmap. Das Projekt warnt ausdrücklich vor möglichen Datenverlusten durch Änderungen oder Neustarts des Testnetzes.