Das französische Start-up Otomorph hat seine Android-App im Frühzugang veröffentlicht. Das Unternehmen will Wartungsbelege und andere Fahrzeugdokumente über IOTA überprüfbar machen, unter anderem für Käufer eines Gebrauchtwagens.

Was Otomorph mit IOTA vorhat

Google Play nennt den 3. November 2026 als Datum des letzten Updates und zeigt die Downloadstufe „5+“. Otomorph bewirbt eine digitale Ablage für Rechnungen, Wartungserinnerungen und einen KI-Assistenten auf Basis von Google Gemini.

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Ein Zusatzgerät für Echtzeitdaten direkt aus dem Auto soll laut FAQ später folgen. Die iOS-Version ist angekündigt. In den FAQ von Otomorph heißt es:

„Otomorph wird zuerst in Frankreich starten und danach schrittweise in weitere europäische Länder expandieren. Die Verfügbarkeit hängt von den lokalen Vorschriften und der Anbindung von Dienstleistungen rund ums Fahrzeug ab.“

Auf seiner Preisseite nennt Otomorph 6,99 Euro im Monat für Plus. Der kostenlose Tarif umfasst ein Fahrzeug und zwei Wartungsnachweise, Plus bis zu drei Fahrzeuge und unbegrenzt viele Nachweise. Ein Fahrzeug-NFT steht in beiden Tarifbeschreibungen.

Otomorph kündigte bereits für November 2025 einen Stand beim Web Summit in Lissabon an. Das Start-up wurde am 30. Juni 2026 mit Sitz in Sartrouville und 1.000 Euro Kapital gegründet. Die Gründungsanzeige nennt Rami Rezgui Raouaji als Präsidenten.

Die Fahrzeugakte liegt laut Otomorph in der Cloud. Aus dem Kennzeichen ermittelt die App die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), die intern als eindeutiger Schlüssel dient.

Die Datenschutzerklärung sieht bei der Einrichtung eine Wallet in Selbstverwahrung, einen dezentralen Fahrzeugidentifikator (DID) und ein Fahrzeug-NFT vor. Spätere Einträge wie das Verankern verschlüsselter Wartungsdaten sollen freiwillig sein. In den Nutzungsbedingungen heißt es:

„Alle Schreibvorgänge auf der Blockchain, etwa das Verankern von Einträgen oder das Notarisieren von Dokumenten, sind freiwillig. Die Kernfunktionen der App lassen sich ohne Web3 nutzen.“

Ob das NFT bereits bei der Einrichtung auf IOTA erstellt wird, lässt sich aus den derzeit öffentlichen Informationen nicht ermitteln. Für eine Überprüfung im IOTA Explorer fehlt in den öffentlichen Projektangaben eine Otomorph zuordenbare Transaktionskennung, Objekt-ID oder Wallet-Adresse.

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Es bleibt damit unklar, ob das Projekt bereits Fahrzeugpässe im IOTA-Mainnet erzeugt. Eine Partnerschaft mit der IOTA Foundation ist öffentlich noch nicht bestätigt.

Der EU-Fahrzeugpass folgt eigenen Regeln

Otomorph bezeichnet seine digitale Wartungsakte als Fahrzeugpass. Sie soll Haltern helfen, Werkstattbelege zu sammeln und überprüfbar zu machen. Der EU-Pflichtpass zur Kreislauffähigkeit gilt ab dem 1. September 2032 für neu in Verkehr gebrachte Fahrzeuge im Anwendungsbereich der Verordnung. Ob Otomorph seine App für diese Anforderungen ausbauen will, geht aus den öffentlichen Produktangaben nicht hervor.

Beim Gebrauchtwagenverkauf könnte ein auf IOTA verankerter Hash belegen, dass ein vorgelegter Wartungsbeleg mit der zum Zeitpunkt der Verankerung verwendeten Datei übereinstimmt. Damit Käufer den Beleg zur ausstellenden Werkstatt zurückverfolgen und die Fahrzeughistorie beim Halterwechsel einsehen können, müssten die Herkunft des Belegs und der Zugang zur Fahrzeugakte separat abgesichert sein.