KChain Solutions will IOTA-Technologie in die Systeme von Industrieunternehmen bringen und wirbt dafür mit der Erfahrung eines Solution Architects der IOTA Foundation. Nachdem das Unternehmen auf X in IOTA-Kreisen für Aufsehen gesorgt hat, haben wir recherchiert, wer hinter dem Anbieter steht, seit wann es ihn gibt und was seine Referenzen tatsächlich belegen.

Die zentrale Person ist Valerio Mellini. Auf der Unternehmenswebsite stellt er sich als Gründer vor. Interessant ist, dass Mellini laut LinkedIn noch immer als Solution Architect bei der IOTA Foundation arbeitet.

KChain vermarktet dieses Architekturwissen als Dienstleistung für Unternehmen, die digitale Produktpässe (DPP), Identitäten oder Blockchain-Nachweise in bestehende Prozesse integrieren wollen. Mellini schreibt auf der Website:

„Wir liefern ehrliche Machbarkeitsbewertungen, selbst wenn die Empfehlung lautet: ‚Keine Blockchain einsetzen.‘ Wir wollen Probleme lösen, keine Technologie verkaufen.“

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Was KChain mit IOTA vorhat

Der Einstieg erfolgt über bezahlte Analysen: Eine Architekturprüfung über fünf Arbeitstage kostet laut Website 10.000 bis 15.000 US-Dollar. Für eine DPP-Analyse über zehn Arbeitstage werden 20.000 bis 30.000 US-Dollar veranschlagt. IOTA ist die bevorzugte Plattform; auch EVM-Netzwerke, Aptos und Sui gehören zum Angebot.

Das technische Fundament bildet das IOTA Trust Framework. Identity und Hierarchies sollen nachvollziehbar machen, wer Daten ausstellt und dazu berechtigt ist. Notarization sichert deren Integrität, während die Gas Station Transaktionsgebühren für Anwender übernimmt.

KChains Modellrechnung vom März 2026 setzt die Gesamtkosten eines DPP-Systems für 50.000 Produkte und 20 Lieferanten über drei Jahre mit 599.000 bis 699.000 US-Dollar an. Eine AWS-Lösung veranschlagt sie mit 803.000 US-Dollar.

Als technische Referenz verweist KChain auf Mellinis Mitarbeit am DPP-Demonstrator der IOTA Foundation. Dessen offizielles Github-Repository betont jedoch, dass es sich nicht um eine vollständig funktionsfähige oder regulatorisch konforme DPP-Anwendung handelt. Der Notarisierungsvertrag ist für Demonstrationszwecke vereinfacht.

KChains eigener Trade Finance Document Validator kombiniert die KI-Prüfung von fünf Handelsdokumenten mit IOTA-Notarisierung. Dazu heißt es auf der Website:

„Dies ist eine Demonstration im IOTA-Testnet. Die hier vorgenommenen Notarisierungen haben keine rechtliche Gültigkeit.“

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Beratungsbedarf könnte die EU-Regulierung schaffen. Ab dem 18. Februar 2027 benötigen Elektrofahrzeugbatterien, Batterien leichter Verkehrsmittel und Industriebatterien über zwei Kilowattstunden beim Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme einen Batteriepass. Eine allgemeine DPP-Pflicht für sämtliche Industrieprodukte ab 2027 gibt es dagegen nicht.

Neu ist der Name KChain nicht. Das LinkedIn-Profil nennt 2021 als Gründungsjahr. Die spanische KCHAIN SOLUTIONS SL nahm laut Handelsregister am 1. Oktober 2023 ihre Geschäftstätigkeit auf. Am 12. März 2025 wurden ihre Auflösung und Löschung eingetragen.

Aktuell nennt die Website Abu Dhabi als Standort. Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung weisen jedoch keine eindeutige Nachfolgegesellschaft mit Registernummer aus. Auf LinkedIn nennt Mellini aber weiterhin Las Palmas als Unternehmensstandort.

Insofern bleibt KChain ein Rätsel für die IOTA-Community. Nach unserer Recherche ist unklar, ob das Unternehmen die Adaption von IOTA vorantreibt und welche Unternehmenskunden es bis jetzt gewinnen konnte oder ob KChain seine Tätigkeit bereits eingestellt hat.