Nachdem der nach Marktkapitalisierung größte Altcoin Zcash einen starken Kursanstieg und zuletzt sogar ein neues Allzeithoch von über 1.600 USD verzeichnete, ist es um Monero in den letzten Wochen ruhig geworden. Die Kernentwickler haben jedoch gestern bekannt gegeben, dass mehrere technische Upgrades vor dem Release stehen.

FCMP++ erschwert die Nachverfolgung von Transaktionen deutlich

Monero bereitet den nächsten größeren Praxistest für seine geplante Datenschutzarchitektur vor. Am 5. Oktober soll Version 3 des Beta-Stressnets für Full-Chain Membership Proofs, kurz FCMP++, und das neue Adresssystem CARROT starten.

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Das Stressnet ist kein reguläres Upgrade des Monero-Netzwerks, sondern eine separate Testumgebung. Entwickler erzeugen dort gezielt eine hohe Transaktionslast, um Fehler und Schwachstellen zu finden, bevor die neuen Funktionen später auf dem Mainnet eingesetzt werden.

Im Mittelpunkt steht FCMP++. Das Ziel ist klar: Die Herkunft eines ausgegebenen Monero-Outputs soll deutlich schwerer nachvollziehbar werden als bisher.

Bei einer Transaktion im Monero-Netzwerk darf von außen nicht erkennbar sein, welcher frühere Zahlungsausgang tatsächlich ausgegeben wird. Im bisherigen System wird der echte Output dafür zusammen mit mehreren anderen Outputs dargestellt, die lediglich als Tarnung dienen. Ein Beobachter sieht dadurch mehrere mögliche Kandidaten, kann aber nicht direkt erkennen, welcher Output tatsächlich verwendet wurde.

Der entscheidende Unterschied bei FCMP++ liegt in der Größe dieser möglichen Kandidatenmenge. Im bisherigen System umfasst sie 16 Outputs: einen tatsächlich ausgegebenen Output und 15 weitere Outputs, die als Maskierung dienen.

Mit FCMP++ soll sich diese Zahl massiv erhöhen. Der tatsächlich verwendete Output wird dann kryptografisch unter einer wesentlich größeren Menge gültiger Outputs auf der gesamten Monero-Blockchain verborgen.

Nach Angaben der Entwickler können dabei Größenordnungen von mehr als 100 Millionen möglichen Outputs erreicht werden. Für einen externen Beobachter bedeutet das: Statt den echten Zahlungsausgang aus nur 16 möglichen Kandidaten herausfiltern zu müssen, müsste er theoretisch eine Menge von mehr als 100 Millionen Outputs berücksichtigen.

FCMP++ erschwert damit vor allem Analyseverfahren, die versuchen, einzelne Transaktionen anhand ihrer möglichen Herkunft einzugrenzen. Vollständig unmöglich wird die Analyse der Blockchain dadurch allerdings nicht. Bestimmte Transaktionsmuster, zeitliche Zusammenhänge oder Geldströme können weiterhin analysiert werden.

CARROT verändert Adressen und Wallet-Verarbeitung

Parallel zu FCMP++ wird CARROT getestet. Dabei handelt es sich um ein neues Adress- und Wallet-Protokoll, das gemeinsam mit FCMP++ eingeführt werden soll. CARROT betrifft unter anderem die Art und Weise, wie XMR-Wallets Transaktionen erkennen, Schlüssel ableiten und eingehende Zahlungen verarbeiten.

Die dritte Stressnet-Version soll auch Hot- und Cold-Wallet-Abläufe umfassender abdecken. Der Code für den neuen Testlauf ist nach Angaben aus der Entwicklerdiskussion weitgehend vorbereitet. Passende Binärdateien sollen rund um den geplanten Start verfügbar werden.

Diskutiert wird außerdem eine anfänglich größere Zone für Transaktionsdaten ohne zusätzliche Blockgrößenstrafe. Vorgeschlagen wurden 10 Megabyte, damit das Stressnet schneller wieder eine hohe Transaktionslast erreicht und die neuen Komponenten unmittelbar unter Belastung getestet werden können.

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In den letzten 24 Stunden tendiert der Monero-Kurs seitwärts und verzeichnet ein Minus von 0,45 % auf 553,13 USD.