- Der BitRiver-Gründer und CEO Igor Runets ist laut russischen Medien am Freitag festgenommen worden und soll wegen Steuerdelikten angeklagt sein.
- Ein Moskauer Gericht habe am Samstag Hausarrest angeordnet, eine Anfechtung soll nur innerhalb weniger Tage möglich sein.
Es ist eine dieser Nachrichten, die in der Mining-Branche sofort Kreise zieht, weil si
e selten bei den technischen Themen bleibt. Der Gründer und CEO des russischen Bitcoin-Mining-Unternehmens BitRiver, Igor Runets, ist laut Berichten lokaler Medien festgenommen worden.
Die Festnahme soll bereits am Freitag erfolgt sein, die Vorwürfe drehen sich um mutmaßliche Steuerhinterziehung und das Verbergen von Vermögenswerten.
Nach den Berichten steht Runets drei Anklagepunkte gegenüber. Der Kernvorwurf lautet, er habe Vermögen verschleiert, um Steuerforderungen zu umgehen.
Details zu Umfang, Zeitraum oder konkreter Struktur der angeblichen Verschleierung werden in den bisherigen Angaben nur begrenzt öffentlich, was bei laufenden Verfahren in Russland nicht ungewöhnlich ist.
Für den Markt ist trotzdem klar: Wenn Ermittlungen einen CEO direkt treffen, wird daraus schnell ein operatives Risiko, egal wie groß das Unternehmen ist.
Gericht ordnet Hausarrest an, Frist für Einspruch läuft
Als formeller Dreh- und Angelpunkt wird der Zamoskvoretsky Court in Moskau genannt. Demnach sei Runets am Samstag offiziell angeklagt worden. Am selben Tag habe das Gericht Hausarrest angeordnet.
Das ist weniger spektakulär als Untersuchungshaft, aber es schneidet die Handlungsspielräume trotzdem hart ab, gerade für eine Firma, deren Geschäft physische Infrastruktur, Verträge und oft auch internationale Gegenparteien umfasst.
BitRiver im Umfeld von Regulierung und politischem Druck
BitRiver gehört zu den bekannteren Namen im russischen Mining, und die Branche steht seit Jahren zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite locken niedrige Energiekosten und industrielle Kapazitäten.
Auf der anderen Seite wächst der regulatorische Druck, besonders wenn Steuerfragen, Kapitalflüsse und staatliche Interessen zusammenlaufen. Der Fall Runets ist jetzt ein weiterer Prüfstein dafür, wie schnell aus einem Industrieprojekt ein juristisches Thema wird.
Runets’ Anwälte sollen nun nur ein kurzes Zeitfenster haben, um gegen den Hausarrest vorzugehen, bevor die Anordnung vollständig greift. Sollte kein Einspruch erfolgen oder dieser scheitern, bleibt er für die Dauer des Verfahrens an die Auflagen gebunden.




