- Ein X-Nutzer behauptet, Claude AI habe ihm geholfen, ein seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet wieder zugänglich zu machen.
- Die Adresse mit 5 BTC soll jahrelang inaktiv gewesen sein, bevor nun wieder Bewegung auf der Blockchain sichtbar wurde.
Eine ungewöhnliche Wallet-Geschichte macht auf X die Runde. Ein pseudonymer Nutzer namens „Cprkrn“ behauptet, Anthropic’s Claude AI habe ihm geholfen, ein altes Bitcoin-Wallet mit 5 BTC wieder zu öffnen. Der Gegenwert liegt bei rund 400.000 Dollar.
Alte Bitcoin-Adresse wird nach Jahren wieder aktiv
Nach Darstellung des Nutzers war das Wallet seit fast neun Jahren nicht mehr zugänglich. In seinem Thread schrieb er, Claude habe ihn beim Wiederfinden beziehungsweise Rekonstruieren des Passworts unterstützt. Die Beiträge verbreiteten sich schnell und erreichten Millionen Aufrufe.
HOLY FUCKING SHIT OMG CLAUDE JUST CRACKED THIS SHIT, THANK YOU @AnthropicAI THANK YOU @DarioAmodei NAMING MY KID AFTER YOU 😍https://t.co/gObNirRDpS https://t.co/ByTdIM4d20 pic.twitter.com/xB5LUJb6Pe
— 🍜 (@cprkrn) May 13, 2026
Ganz aus der Luft gegriffen wirkt die Geschichte zumindest nicht. Cprkrn verwies auf einen älteren Beitrag aus dem Jahr 2023, in dem er bereits von einem seit 2015 gesperrten Wallet gesprochen hatte. Auch On-Chain-Daten sollen zeigen, dass eine Adresse mit dem Anfang „14VJyS“ seit 2015 keine Mittel bewegt hatte. Nun gab es erstmals wieder Aktivität.
Trotzdem bleibt ein wichtiger Punkt offen: Wie genau Claude geholfen haben soll, ist nicht unabhängig belegt.
Denkbar wäre, dass das Modell bei alten Passwortmustern, Erinnerungsfragmenten, Wortkombinationen oder der systematischen Eingrenzung möglicher Varianten geholfen hat.
Das wäre bemerkenswert. Es wäre aber kein Beweis dafür, dass KI die Kryptografie von Bitcoin gebrochen hätte.
Der Fall zeigt eher ein menschliches als ein technisches Problem
Genau diese Trennung ist entscheidend. Wenn die Darstellung stimmt, wurde nicht Bitcoin selbst geknackt. Betroffen wäre die persönliche Zugriffsebene des Nutzers: ein vergessenes Passwort, eine verschlüsselte Wallet-Datei oder eine unvollständige Erinnerung an alte Sicherheitsdaten.
Für viele Langzeitnutzer ist das ein bekanntes Risiko. Coins können auf der Blockchain völlig sicher liegen und trotzdem praktisch verloren sein, wenn Private Keys, Seed-Phrases oder Wallet-Passwörter fehlen. KI kann in solchen Fällen möglicherweise helfen, Hinweise zu sortieren oder plausible Passwortvarianten schneller zu finden.
Der Thread zeigt deshalb vor allem, wie groß das Interesse an verlorenen Bitcoin-Wallets bleibt. Es geht um alte Bestände, enorme Kursgewinne und die schlichte Tatsache, dass ein vergessener Zugang manchmal mehr wert ist als ein Haus.
Ob Claude hier wirklich der entscheidende Faktor war, bleibt offen. Die Geschichte passt aber in eine neue Phase, in der KI nicht nur Texte schreibt, sondern auch bei sehr praktischen, manchmal teuren Problemen eingesetzt wird.







