Ripple hat eine neue Kooperation mit dem Schweizer Fintech Arf angekündigt. Dabei soll Zahlungsdienstleistern kurzfristige Liquidität auf dem XRP Ledger (XRPL) bereitgestellt werden. Zum Einsatz kommt Ripples hauseigener Stablecoin RLUSD, der zur Finanzierung internationaler Zahlungsabwicklungen genutzt werden soll.
Arf bringt 10 Milliarden Dollar Zahlungsvolumen in die Kooperation ein
Internationale Zahlungsdienstleister müssen Kapital in verschiedenen Ländern vorhalten, um Transaktionen ohne Verzögerung abwickeln zu können. Dabei werden häufig Milliarden US-Dollar an Liquidität gebunden, die den Unternehmen für andere Zwecke nicht zur Verfügung stehen. Das kann hohe Finanzierungskosten verursachen.
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Genau an dieser Stelle setzt die Kooperation an: Arf stellt lizenzierten Zahlungsdienstleistern kurzfristiges Betriebskapital zur Verfügung, das nach Abschluss einer Transaktion zurückgezahlt und anschließend erneut eingesetzt werden kann.
Die Laufzeiten betragen üblicherweise ein bis fünf Tage. Laut offiziellen Angaben erreicht das Schweizer Unternehmen mittlerweile ein jährliches Abwicklungsvolumen von rund 10 Milliarden USD. Das eingesetzte Kapital wird dabei durchschnittlich viermal im Monat zurückgezahlt und erneut für die Finanzierung von Transaktionen verwendet.
Arf-CEO Ali Erhat Nalbant erklärt dazu im Detail:
“Zahlungsunternehmen benötigen Kapital, damit Geld weiterfließen kann, während sie auf die endgültige Abwicklung ihrer Transaktionen warten. Mit dieser Partnerschaft bringen wir Stablecoin-basiertes Betriebskapital auf den XRP Ledger, um diese Finanzierungslücke zu schließen und ein höheres Zahlungsvolumen zu ermöglichen.”
Das in Zug ansässige Unternehmen ist Mitglied der Schweizer Selbstregulierungsorganisation VQF und verbindet klassische Zahlungsinfrastruktur mit Blockchain-basierten Finanzdienstleistungen.
Natives XRPL-Kreditprotokoll soll später folgen
In der ersten Phase der Partnerschaft wird Arf die Liquidität direkt über Ripples RLUSD auf dem XRPL bereitstellen. Sobald die native Kreditinfrastruktur des XRP Ledgers verfügbar ist, soll die Vorfinanzierung internationaler Zahlungen schrittweise darüber erfolgen.
Dafür soll Kapital künftig direkt auf dem XRP Ledger gebündelt und verwaltet werden können. Über ein integriertes Kreditprotokoll lässt sich dieses Geld anschließend als Kredit an Unternehmen vergeben.
Die dafür notwendigen XRPL-Erweiterungen XLS-65 und XLS-66 befinden sich bereits in der Abstimmungsphase. Wann sie auf dem Mainnet aktiviert werden, ist allerdings noch offen. Voraussetzung ist die Zustimmung von mehr als 80 Prozent der Validatoren über einen Zeitraum von zwei Wochen.
Arf führt die Kreditprüfung und die Entscheidungen über die Kapitalvergabe weiterhin außerhalb der Blockchain durch. Deshalb müssen die beteiligten Zahlungsunternehmen selbst keine neue Blockchain-Infrastruktur einsetzen.
RLUSD wird als Finanzierungs- und Rückzahlungswährung eingesetzt, während XRP für Netzwerkgebühren und bestimmte Reserveanforderungen benötigt wird. Jasmine Cooper, Head of Product bei RippleX, führt dazu aus:
“Die Bereitstellung von Liquidität für die Zahlungsabwicklung ist genau der Anwendungsfall, für den der XRP Ledger und RLUSD entwickelt wurden. Zahlungsunternehmen benötigen schnellen Zugang zu Kapital über Ländergrenzen hinweg, ohne dafür große Mengen an Liquidität binden zu müssen. Der XRP Ledger ermöglicht schnelle und effiziente Transaktionen, während RLUSD einen regulierten US-Dollar-Stablecoin bereitstellt.”
Darüber hinaus erklärt Arf, dass das Unternehmen bereits eine technische Implementierung für das geplante Kreditprotokoll entwickelt hat. Sobald die beiden XRPL-Erweiterungen auf dem Mainnet aktiviert sind, soll die Infrastruktur für die Kreditvergabe genutzt werden.
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Ripple-Präsidentin Monica Long erklärte auf der XRP Seoul Anfang Oktober, dass ihr Unternehmen künftig verstärkt im Kreditgeschäft Fuß fassen wird. Damit erschließt sich Ripple einen weiteren Bereich des Finanzmarktes, der laut Preqin bis 2030 auf ein Volumen von 4,5 Billionen USD wachsen soll.
Ob und in welchem Umfang Ripple von diesem Wachstum profitieren kann, bleibt zunächst abzuwarten. Unterdessen gab der XRP-Kurs innerhalb der letzten 24 Stunden um 1,50 % auf 1,32 USD nach.












