- SEC-Chef Paul Atkins sagte im Fox-Business-Interview, eine mögliche Beschlagnahme mutmaßlicher venezolanischer Bitcoin-Bestände liege nicht im Zuständigkeitsbereich der SEC.
- Atkins verwies zugleich auf eine entscheidende Woche in Washington, weil der Senat ein parteiübergreifendes Krypto-Marktstrukturpaket beraten will, das Rollen von SEC und CFTC klarer ziehen soll.
Paul Atkins bekam bei Fox Business eine Frage, die in Krypto gerade ungewöhnlich viel Luft bekommt. Der Moderator sprach Berichte an, wonach Venezuela Bitcoin im Wert von rund 60 Milliarden US-Dollar halten könnte, und fragte, ob die USA versuchen würden, diese Assets zu beschlagnahmen. Atkins’ Antwort war trocken: Das sei nicht Aufgabe der SEC. Zuständig wären andere Regierungsstellen.
Gerüchte um „60 Milliarden“ und die Frage, wer überhaupt handeln dürfte
Die Spekulation über venezolanische Bitcoin-Bestände ist bislang schwer zu verifizieren. Genau das macht sie marktpsychologisch so wirksam. Es geht weniger um eine gesicherte Zahl, sondern um ein Szenario: Wenn ein Staat tatsächlich große Mengen BTC kontrolliert, und wenn US-Behörden eingreifen, könnte das die Erzählung rund um Angebot, Verwahrung und mögliche Verkäufe beeinflussen.
Atkins wollte sich darauf nicht einlassen. Seine Botschaft war eher institutionell als marktorientiert: Selbst wenn solche Assets existieren und selbst wenn Washington aktiv würde, wäre das kein SEC-Vorgang. Für Anleger ist das eine Erinnerung daran, wie fragmentiert die US-Zuständigkeiten bei Krypto sind.
Krypto-Marktstruktur als „kritischer Moment“ für 2026
Interessanter ist, worauf Atkins dann umschaltet. Er bezeichnete die laufende Woche als kritischen Punkt für die US-Krypto-Regulierung, weil der Senat ein parteiübergreifendes Gesetzespaket zur Marktstruktur prüfen will. Ziel ist ein klarerer Rahmen, der definiert, welche Tokens als Wertpapiere oder als Commodities gelten und wie sich die Aufsicht zwischen SEC und CFTC verteilt.
In Washington ist das der eigentliche Hebel für 2026. Nicht die Frage, ob irgendwo Bitcoin beschlagnahmt werden könnte, sondern ob die Regeln so präzise werden, dass Börsen, Broker, Stablecoin-Anbieter und DeFi-Projekte planen können, ohne ständig auf die nächste Auslegung zu warten.






