- Die SEC könnte noch in dieser Woche einen Rahmen für tokenisierte Aktien unter einer neuen „Innovation Exemption“ vorstellen.
- Drittanbieter könnten demnach Aktientoken ohne Zustimmung der betroffenen Unternehmen ausgeben, sofern zentrale Aktionärsrechte gewahrt bleiben.
Die US-Börsenaufsicht SEC bewegt sich offenbar auf einen neuen Rahmen für tokenisierte Aktien zu. Nach einem Bericht könnte die Behörde eine sogenannte „Innovation Exemption“ einführen, die den Handel aktiengebundener Token auf DeFi-Plattformen ermöglicht.
Drittanbieter könnten Aktientoken ohne Unternehmenszustimmung ausgeben
Der Vorschlag wäre ein deutlicher Schritt in Richtung regulierter On-Chain-Märkte. Gemeint sind Blockchain-Token, die den Kurs börsennotierter Aktien abbilden.
Besonders brisant ist dabei ein Detail: Solche Produkte könnten laut Bericht auch von Drittanbietern ausgegeben werden, ohne dass das jeweilige Unternehmen hinter der Aktie zustimmt oder direkt beteiligt ist.
The Trump administration is poised to roll out a plan for trading digital versions of securities that could reshape the landscape of the American stock market as it continues to loosen the rules for free-wheeling crypto markets https://t.co/zj5OJg1CHf
— Bloomberg (@business) May 18, 2026
Damit würde eine neue Kategorie entstehen. Diese Token wären keine klassischen Aktien, sondern digitale Instrumente, mit denen Trader auf die Kursentwicklung öffentlicher Unternehmen setzen können.
Für DeFi-Plattformen wäre das ein erheblicher Ausbau des handelbaren Spektrums. Statt nur Kryptoassets, Stablecoins oder synthetische Märkte anzubieten, könnten sie näher an den klassischen Aktienmarkt heranrücken.
Genau hier beginnt aber die schwierige Grenze. Ein Token, der Apple, Nvidia oder Tesla abbildet, ist nicht automatisch eine Aktie. Entscheidend ist, welche Rechte damit verbunden sind. Normale Aktien können Stimmrechte, Dividenden und andere Ansprüche vermitteln. Ein reiner Kurs-Token kann dagegen eher wie ein Derivat wirken.
Aktionärsrechte werden zur zentralen Bedingung
Die SEC soll deshalb eine klare Einschränkung prüfen. Plattformen, die solche Token listen, könnten ihre Berechtigung verlieren, wenn die Produkte den Haltern zentrale Aktionärsvorteile wie Stimmrechte oder Dividenden nicht bereitstellen.
Das wäre ein Versuch, Innovation zuzulassen, ohne den Unterschied zwischen echter Aktienbeteiligung und bloßer Preiswette zu verwischen. Für Emittenten und DeFi-Plattformen würde das allerdings die technische und rechtliche Komplexität erhöhen.
Dividenden müssten korrekt weitergereicht werden. Stimmrechte müssten abgebildet oder zumindest transparent geregelt sein. Auch Corporate Actions wie Splits oder Übernahmen würden eine saubere Abwicklung verlangen.







