Die US-Regierung hat am 06. und 07. Oktober mehrere Hundert Bitcoin und BNB bewegt. Es handelte sich dabei um 833,6 BTC mit einem Gegenwert von rund 71,6 Millionen USD sowie 40.285 BNB im Wert von etwa 31 Millionen USD.

Die Bitcoin wurden an Coinbase Prime übertragen. Die BNB wechselten dagegen über mehrere Wallets den Besitzer und gingen nach den bislang verfügbaren Onchain-Daten nicht direkt an Coinbase. Steht damit ein Abverkauf und womöglich zusätzlicher Verkaufsdruck auf den Kryptomarkt bevor?

Krypto-Bestände stammen aus früheren Beschlagnahmungen

Das Senden von Kryptowährungen auf Börsen wie Coinbase wird häufig mit einem anschließenden Verkauf in Verbindung gebracht. Im aktuellen Fall ist jedoch nicht bestätigt, dass die US-Regierung die übertragenen Bitcoin tatsächlich veräußern will. Ein Teil der übertragenen Bitcoin steht in direktem Zusammenhang mit früheren Beschlagnahmungen.

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264,9 BTC werden einem älteren Verfahren rund um den Bitfinex-Hack aus dem Jahr 2016 zugeordnet. Weitere 568,7 BTC stammen laut Onchain-Daten aus dem Potapenko/Turõgin-Komplex. Der letztgenannte Fall ist ein US-Straf- und Einziehungsverfahren gegen die estnischen Unternehmer Sergei Potapenko und Ivan Turõgin.

Die beiden betrieben den Cloud-Mining-Anbieter HashFlare und bekannten sich später in den USA im Zusammenhang mit einem Betrugssystem schuldig, über das mehr als 577 Millionen USD eingesammelt worden waren.

In US-Gerichtsunterlagen werden 568,7364785 BTC als eingezogene Vermögenswerte aus dem Verfahren aufgeführt. Das entspricht genau der zu Coinbase Prime übertragenen BTC-Menge.

Das US-Justizministerium hatte zudem erklärt, dass die Entschädigung geschädigter HashFlare-Kunden von der Liquidierung eingezogener Vermögenswerte abhängt. Ein späterer Verkauf dieser Bitcoin ist daher grundsätzlich möglich. Ob die aktuelle Übertragung zu Coinbase Prime bereits Teil dieses Prozesses ist, wurde bislang nicht bestätigt.

Für die 264,9 BTC aus dem Bitfinex-Komplex ist nicht öffentlich bestätigt, ob ein Verkauf vorgesehen ist oder ob die Coins lediglich innerhalb der staatlichen Verwahrungsstruktur verschoben wurden.

Coinbase-Transfer ist noch kein Verkaufsbeweis

Coinbase Prime wird von US-Behörden nicht ausschließlich für Verkäufe genutzt. Der U.S. Marshals Service hatte die Plattform bereits für die Verwahrung und Verwaltung größerer beschlagnahmter Krypto-Bestände ausgewählt. Eine Übertragung an Coinbase Prime ist daher für sich genommen kein Beweis für einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf.

Auch die 40.285 BNB sollten getrennt betrachtet werden. Onchain-Auswertungen bringen sie mit früher beschlagnahmten Vermögenswerten aus dem Umfeld von Alameda Research in Verbindung. Über mehrere Adressen wurden die Token weitergeleitet, konkrete Angaben zum Zweck der Transaktionen gibt es bislang nicht.

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Ein vollständiger Verkauf der beschriebenen Bitcoin würde mit rund 71,6 Millionen USD nur einen vergleichsweise kleinen Teil des täglichen Bitcoin-Handels ausmachen. Ein deutlicher Kursrutsch allein aufgrund dieses Volumens ist deshalb nicht zwingend. Kurzfristiger Verkaufsdruck oder eine negative Reaktion von Tradern lässt sich dennoch nicht ausschließen.