Der Bitcoin-Kurs ist gegen 3:55 Uhr deutscher Zeit innerhalb von 10 Minuten von 85.085 USD auf 83.790 USD abgestürzt und steht zum Redaktionszeitpunkt bei 84.113,23 USD. Die Gründe für diesen plötzlichen Abverkauf sind komplex.
Dabei rückt vor allem eine wichtige Trendmarke in den Fokus, deren Verteidigung für eine Fortsetzung des Bullenmarkts entscheidend ist. (Artikel geht nach dem Chart weiter)
Der Derivatemarkt trug einen wesentlichen Teil zur Marktbewegung bei. Innerhalb einer Stunde wurden marktweit Positionen im Wert von 406 Millionen USD liquidiert. Auf Bitcoin entfielen rund 113 Millionen US-Dollar an Long-Positionen.
Das Open Interest bei Bitcoin war gestern trotz sinkender Kurse von 54,6 auf 56,1 Milliarden USD gestiegen. Trader haben damit zusätzliche Positionen aufgebaut, obwohl der Spotpreis bereits stark unter Druck stand.
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Als Bitcoin in der Nacht weiter nachgab, gerieten zunehmend gehebelte Long-Positionen unter Druck und wurden zwangsweise geschlossen. Diese Liquidationen verstärkten die Abwärtsbewegung zusätzlich, da die daraus entstehenden Verkaufsorders weitere Positionen an ihre Margengrenzen drückten.
Gleichzeitig fehlt ein klarer Impuls aus dem institutionellen Sektor: Bitcoin-ETFs verzeichneten am Montag Nettoabflüsse in Höhe von 89,8 Millionen USD, wohingegen gestern Zuflüsse von 110 Millionen USD eingesammelt werden konnten.

Der starke Kursanstieg im September wurde maßgeblich von frischem Kapital durch Bitcoin-ETFs getragen. Im September lagen die Zuflüsse bei 2,65 Milliarden USD, im Oktober jedoch bislang nur bei 321,5 Millionen USD.
Alle Augen sind auf die FED gerichtet
Zusätzlicher Abwärtsdruck kommt aus dem Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ist auf 5,31 % gestiegen. Hohe risikofreie Renditen verteuern zugleich die Finanzierung gehebelter Positionen und erhöhen die Opportunitätskosten für riskantere Anlagen wie Bitcoin.
Wie wir bereits berichteten, stehen heute zwei wichtige Termine bevor: Um 19 Uhr deutscher Zeit plant das US-Finanzministerium die Auktion zehnjähriger Staatsanleihen im Volumen von 39 Milliarden Dollar.
Eine Stunde später veröffentlicht die FED das Sitzungsprotokoll vom September. Der genaue Wortlaut wird darüber entscheiden, wie die weitere geldpolitische Planung der US-Notenbank aussieht. Weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr wären zunächst bärisch für Bitcoin und den Aktienmarkt.
Laut dem FED Watch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober bei 18,8 %. Damit wird die heutige Veröffentlichung richtungsweisend für die kurzfristige Entwicklung von Bitcoin.
Darüber hinaus eskalieren die globalen Konflikte weiter. Im Nahen Osten greifen die Houthis jetzt Saudi-Arabien an und belasten damit wichtige Öltransportrouten. Der Ölpreis bleibt sowohl für Brent als auch für WTI oberhalb der 100-USD-Marke. Diese Stressfaktoren haben ebenfalls einen maßgeblichen Einfluss auf das Investitionsverhalten der Anleger.
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Trotz des Scheiterns des Clarity Acts und der letzten Zinserhöhung im September durch die FED hat Bitcoin viele Assets, darunter auch Gold und Aktien, im dritten Quartal 2026 weitgehend outperformt:
- Bitcoin stieg um 42,9 %
- Gold legte knapp 8,7 % zu
- Der S&P 500 und der Nasdaq stiegen jeweils um knapp 2 %

Charttechnisch bleibt das übergeordnete Bild trotz des nächtlichen Abverkaufs zunächst stabil. Sechs von sieben beobachteten Tagessignalen stehen weiterhin auf Grün. Lediglich der MACD liefert seit acht Tagen ein Verkaufssignal und hatte damit frühzeitig auf die zunehmende Schwäche hingedeutet. Supertrend und wichtige gleitende Durchschnitte sind dagegen noch positiv.
Kurzfristig rückt vor allem die Marke von 83.600 USD in den Fokus. Dort verlaufen aktuell der 20-Tage-EMA sowie der sogenannte Max Pain der am Freitag auslaufenden Bitcoin-Optionen im Volumen von rund 1,8 Milliarden USD. Die gestrige Tageskerze blieb knapp über dem 20-Tage-EMA.
Mittelfristig ist der Support bei 82.800 US-Dollar entscheidend, damit der BTC-Kurs in der am 21. September etablierten Handelsspanne bleibt. Nach oben wäre ein Ausbruch über etwa 86.800 US-Dollar entscheidend, um neues bullisches Momentum aufzubauen.

Gelingt Bitcoin die Rückeroberung dieser Marke auf Tagesschlussbasis, könnte sich der Einbruch als kurzfristiger „Hebel-Waschgang“ erweisen. Dann wäre die Zone um 85.000 USD (0,5-Fibonacci-Retracement) die nächste Hürde.
Bleibt Bitcoin dagegen unter 84.000 USD, liegt die nächste wichtige Unterstützung bei rund 82.800 USD. Ein Bruch dieser Zone würde den Bereich um 79.600 bis 80.000 USD in den Fokus rücken.
Dort treffen der EMA 50, die Supertrend-Linie und das untere Bollinger-Band aufeinander. Für eine erneute Aufwärtsbewegung müsste Bitcoin dagegen zunächst 85.000 USD zurückerobern – dann wäre auch die Marke von 86.500 USD wieder erreichbar.
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Neben Bitcoin gab es auch unter den Altcoins starke Abverkäufe. Ether fiel um 3 % auf 2.605,55 USD, XRP um 2,38 % auf 1,46 USD und Solana verzeichnete ein Minus von 1,19 % auf 118,06 USD. Eine komplette Liste der 100 größten Kryptowährungen findest du in unserer Kursübersicht.












