• In den USA wird diskutiert, ob Washington Krypto-Vermögen im Zusammenhang mit Venezuelas Ölgeschäften beschlagnahmen und künftig eher halten als verkaufen könnte.
  • Der Markt reagiert auf den Bericht vor allem wegen der möglichen Folgen für Bitcoin-Angebot, Liquidität und kurzfristiges Sentiment.

Ein Bericht aus den USA bringt ein altes Thema zurück auf den Radar, Sanktionen, Öl, Krypto als Umgehungsschiene.

Nach Darstellung der Reporterin MacKenzie Sigalos soll die venezolanische Regierung versucht haben, Öltransaktionen über den Stablecoin Tether abzuwickeln, um Sanktionen zu umgehen. Teile der Erlöse seien anschließend in Bitcoin transferiert worden.

USDT als Zahlungsweg, Bitcoin als Parkposition

Der Mechanismus ist in seiner Logik simpel. Stablecoins bieten eine dollarnahe Abwicklung außerhalb klassischer Bankrails, mit schneller Finalität und ohne Korrespondenzbanken. Wenn daraus Bitcoin wird, ändert sich die Funktion. Dann geht es weniger um Zahlungsverkehr, mehr um das Halten eines transportablen, nichtstaatlichen Assets.

Genau diese Kombination macht den Fall politisch sensibel. Wenn ein Staat über Stablecoins Rohstofferlöse bewegt und danach in Bitcoin parkt, ist das aus Sicht der US-Behörden kein reines Finanzthema, sondern eine Sanktionsfrage. Und Sanktionsfragen enden oft in Vermögenssicherung.

Beschlagnahme-Szenario: Halten statt verkaufen

Vor diesem Hintergrund diskutieren Marktteilnehmer ein mögliches Eingreifen der US-Regierung, mit der Folge, dass verbundene Krypto-Assets beschlagnahmt werden könnten. Entscheidend ist dabei weniger der Akt der Beschlagnahme als die Frage, was danach passiert. Das Szenario, das gerade herumgereicht wird, lautet: Die Bestände könnten gehalten werden, statt sie wie in früheren Fällen zu liquidieren.

Für Bitcoin würde das zumindest theoretisch eine Angebotsseite verändern. Nicht, weil ein einzelner Bestand „den Markt bewegt“, sondern weil Verkäufe oder Nicht-Verkäufe in Phasen knapper Liquidität die Stimmung stärker drehen können als ihre nominale Größe vermuten lässt.

Entsprechend wird das Thema in der aktuellen Rally nicht als Detail behandelt, sondern als zusätzlicher Risikofaktor, politisch, regulatorisch, und am Ende doch wieder über den Preis sichtbar.