• Hostplus prüft laut Bloomberg, Kryptowährungen über seine selbstgesteuerte Option Choiceplus zugänglich zu machen.
  • Der Fonds verwaltet mehr als 150 Milliarden australische Dollar, während Choiceplus derzeit rund 1 Prozent des Gesamtvermögens ausmacht.

Krypto rückt in Australien näher an die Altersvorsorge. Noch nicht flächendeckend, noch nicht als Standardbaustein, aber doch sichtbar genug, um die Branche aufhorchen zu lassen.

Hostplus will Krypto offenbar über Choiceplus testen

Der australische Pensionsfonds Hostplus prüft laut Bloomberg, seinen Mitgliedern einen Krypto-Zugang über die selbstgesteuerte Investment-Option Choiceplus zu ermöglichen.

Das wäre kein breiter Rollout über den gesamten Fonds, sondern ein deutlich begrenzterer Zugangskanal für jene Mitglieder, die einen Teil ihrer Altersvorsorge eigenständig verwalten.

Gerade das ist der interessante Punkt. Hostplus versucht offenbar nicht, digitale Assets sofort in das Kernportfolio eines großen Pensionsfonds einzubauen.

Stattdessen würde das Thema dort angesiedelt, wo Mitglieder ohnehin mehr Kontrolle über ihre Allokation haben. Das senkt nicht das Risiko des Assets selbst, aber es verändert die institutionelle Verpackung.

Hostplus gehört zu den größeren Akteuren im australischen Superannuation-Markt. Der Fonds verwaltet nach den Berichten mehr als A$150 Milliarden, also rund 105 Milliarden US-Dollar. Choiceplus wiederum macht bislang nur etwa 1 Prozent des Gesamtvermögens aus.

Nachfrage der Mitglieder trifft auf regulatorische Vorsicht

Auslöser ist offenbar nicht nur Marktmode, sondern konkrete Nachfrage. Hostplus-CIO Sam Sicilia sagte Bloomberg zufolge, es gebe durchaus Mitglieder, die fragten, warum sie keinen Zugang zu Kryptowährungen hätten. Zugleich machte er deutlich, dass ein solcher Schritt regulatorische Freigaben und saubere Schutzmechanismen voraussetzen würde.

Hostplus bewegt sich deshalb eher tastend als offensiv. Aber allein die Prüfung zeigt schon, dass Kryptowährungen im australischen Pensionssystem nicht mehr einfach am Rand stehen.

Parallel dazu geht die Entwicklung in den USA bereits einen Schritt weiter. Dort ist die Rolle von Krypto in der privaten Altersvorsorge zuletzt offensiver ausgeweitet worden.

Im vergangenen August unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Executive Order, die es 401(k)-Plänen erlaubt, Kryptowährungen aufzunehmen. Auch Indiana hat inzwischen ein Gesetz verabschiedet, das Krypto-Allokationen in bestimmten staatlichen Rentenplänen zulässt.