• Ethereum-Foundation-Direktor Tomasz Stanczak erklärt, dass seine Mitarbeit am Protokoll aus einer privaten technischen Spielerei entstand.
  • Aus einem eigenen On-Chain-Werkzeug wurde mit der Zeit der Ethereum-Client Nethermind, den er als Beleg für die offene, erlaubnisfreie Kultur des Ökosystems beschreibt.

Tomasz Stanczak erzählt seine Ethereum-Geschichte erstaunlich nüchtern. Kein großer Masterplan, eher ein technisches Nebenprojekt, das plötzlich zu groß wurde, um es zu ignorieren.

Von eigenen On-Chain-Tools zur EVM-Implementierung

Ende 2025 schilderte der Co-Executive Director der Ethereum Foundation, wie alles mit einem simplen Ziel begann: Er wollte Werkzeuge direkt on-chain bauen, zunächst nur für den eigenen Bedarf. Um besser zu verstehen, worauf er eigentlich aufsetzt, griff er zur technisch anspruchsvollsten Quelle im Ökosystem, dem Ethereum Yellow Paper.

Aus dem Lesen wurde Coden. Stanczak implementierte Schritt für Schritt die Ethereum Virtual Machine, zuerst als Lernübung, dann als ernsthaftes Projekt. Irgendwann war aus der Experimentierumgebung ein funktionsfähiger Client geworden. In diesem Moment entschied er sich, daraus ein Unternehmen zu machen – Nethermind war geboren.

Offene Architektur als Eintrittskarte für neue Core-Entwickler

Stanczak betont, dass es in Ethereum keinen streng vorgezeichneten Weg in die Kernentwicklung gibt. Wer bereit ist, sich durch Spezifikationen zu arbeiten, Tests zu schreiben und eigene Implementierungen zu pflegen, kann sich von außen in den inneren Kreis vorarbeiten.

Gerade diese erlaubnisfreie Struktur, so seine Sicht, ziehe bis heute Entwickler an, die eher aus persönlicher Neugier starten als mit einem fertigen Geschäftsmodell. Aus einzelnen Experimenten würden dann häufig Clients, Libraries oder Infrastruktur, die später zum Standard im Ökosystem werden.