Der US-Finanzkonzern Charles Schwab hat seine Krypto-Plattform Schwab Crypto für alle berechtigten Privatkunden geöffnet. Damit können Anleger Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) direkt über den Broker handeln. Konzernchef Rick Wurster bestätigte die vollständige Freischaltung am 15. Oktober 2026 im Rahmen des vierteljährlichen Business-Updates.

Die Ankündigung markiert allerdings keinen völlig neuen Produktstart. Schwab hatte den direkten Kryptohandel bereits im April vorgestellt und ab Mai zunächst ausgewählten Kunden zugänglich gemacht. Jetzt ist die Einführungsphase abgeschlossen.

Bitcoin und Ethereum: 0,75 Prozent Handelsgebühr

Über Schwab Crypto können Kunden Kryptowährungen neben Aktien, ETFs und anderen Anlageprodukten verwalten. Der Handel erfolgt über ein separates Kryptokonto, das mit dem bestehenden Brokerage-Depot verbunden ist.

Tipp der Redaktion: Deutsche Bank: Bitcoin-Verwahrung soll in wenigen Wochen starten

Schwab berechnet pro Transaktion eine Gebühr von 75 Basispunkten, entsprechend 0,75 Prozent des Handelswerts. Die Verwahrung übernimmt die konzerneigene Charles Schwab Premier Bank. Für die technische Handelsabwicklung und Unterverwahrung arbeitet das Unternehmen mit dem Blockchain-Dienstleister Paxos zusammen.

Der Zugang bleibt allerdings eingeschränkt. Kunden in New York und Louisiana können Schwab Crypto derzeit nicht nutzen. Zudem sind die gehaltenen Kryptowährungen weder durch die US-Einlagensicherung FDIC noch durch den Anlegerschutz der SIPC abgesichert.

Bislang konnten Schwab-Kunden vor allem indirekt in digitale Vermögenswerte investieren, beispielsweise über Bitcoin-ETFs, Futures und kryptobezogene Aktien. Mit Schwab Crypto können sie die Coins nun direkt erwerben.

Nach der Freischaltung folgt der nächste Schritt: Krypto-Transfers

Während des Business-Updates machte Wurster deutlich, dass der Konzern über den reinen Handel hinausgehen will. Er erklärte dazu:

„Alle Kunden können jetzt auf Schwab Crypto zugreifen. Wir führen derzeit die Möglichkeit ein, bestehende Kryptobestände zu Schwab zu übertragen.“

Damit sollen Anleger künftig auch bereits gekaufte Kryptowährungen von externen Plattformen zu Schwab übertragen können. Entsprechende Transferfunktionen werden schrittweise eingeführt.

Hinzu kommt eine Erweiterung des Handelsangebots. Noch vor Jahresende sollen Solana (SOL), Avalanche (AVAX) und Chainlink (LINK) verfügbar werden. Diese Pläne hatte Schwab bereits im August angekündigt.

Lesetipp: Ledger enthüllt Hintergründe des 100-Millionen-Hacks: So gingen die Täter vor

Nach den jüngsten Quartalszahlen zählt der Finanzkonzern rund 40,3 Millionen aktive Brokerage-Konten und verwaltet 13,33 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen. Bitcoin notiert zum Redaktionszeitpunkt bei 81.570,23 US-Dollar und verzeichnet innerhalb der vergangenen 24 Stunden ein Minus von 0,70 Prozent.