Bhutans König hat dem Gelephu Financial Services Office umfassende Zentralbankbefugnisse verliehen. Die daraus entstehende Gelephu Central Bank darf auch in Kryptowährungen investieren – während bei Bhutans bisherigen Bitcoin-Beständen offenbleibt, wie viel der Staat insgesamt hält und wohin größere Transaktionen geflossen sind.

Laut BBS übernimmt die autonome Institution für Gelephu Mindfulness City Geldpolitik, Devisenreserven und Finanzstabilität. Der Sender berichtete am Dienstag:

„Die Zentralbank wird befugt sein, neben konventionellen Reserveanlagen auch in digitale Vermögenswerte und Kryptowährungen zu investieren.“

Das Mandat ermöglicht zudem Zahlungs- und Abwicklungssysteme sowie Liquiditätshilfen. Mehr als 50 Stellen sollen unter anderem für Bankenaufsicht, Kryptowährungen und Geldwäscheprävention besetzt werden. Eine eigene, auch digitale Währung würde die Zustimmung des Königs voraussetzen.

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Ein Bitcoin-Kaufprogramm kündigt BBS nicht an. Weder Anlagequoten noch Kaufvolumen werden genannt. Die Erlaubnis bedeutet deshalb auch nicht, dass Bhutans vorhandene Bitcoin automatisch zu Reserven der neuen Zentralbank werden.

VanEck-Forschungschef Matthew Sigel kommentierte die News auf X:

„Mit Bhutan erhält nach Kasachstan und Tschechien nun eine dritte Zentralbank die Erlaubnis, Kryptowährungen zu halten (Pilotprojekt über eine Million US-Dollar; vollständige Allokation wird geprüft).“

Wer hält Bhutans Bitcoin?

Hinter Bhutans staatlichen Mining- und Bitcoin-Aktivitäten steht bislang vor allem die staatliche Investmentgesellschaft Druk Holding and Investments, kurz DHI. Arkham bezifferte die ihr zugerechneten staatlichen Walletbestände aktuell auf rund 525 BTC. Im Oktober 2024 hatten die erfassten Bestände noch bei mehr als 13.000 BTC gelegen.

Allerdings sind das keine gesicherten Angaben. Unbekannte Adressen oder andere Verwahrstrukturen können außerhalb der Zuordnung von Arkham liegen.

Die letzten Bitcoin-Verkäufe fanden im Juni und September statt. Arkham meldete am 17. Juni, dass Bhutan Bitcoin im Wert von 34,61 Millionen US-Dollar an eine Binance-Adresse gesendet hat. Am 7. September berichtete der Datenanbieter, dass Bhutan 400 BTC (31,78 Millionen US-Dollar) aus seinen Wallets an eine nicht zugeordnete Adresse transferiert hat, was üblicherweise auf einen Verkauf hindeutet.

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Die Grundlage für die BTC-Bestände bleibt das Mining mit Wasserkraft. Partner Bitdeer führte zum 31. Juli die Standorte Gedu mit 100 Megawatt und Jigmeling mit 500 Megawatt als online.

Der jüngere Gelephu-Ausbauplan betrifft dagegen KI-Infrastruktur: Im September berichtete Bitdeer über eine unverbindliche Absichtserklärung für ein Rechenzentrum mit zunächst 30 Megawatt und einer möglichen Erweiterung auf 500 Megawatt.

Eine direkte Verbindung zwischen Bitcoin und Gelephus Finanzierung besteht bereits: Im Dezember 2025 wurde eine Zuweisung von bis zu 10.000 BTC aus Bhutans nationalen Beständen für die Stadtentwicklung angekündigt. Was seitdem passiert ist, wurde öffentlich nicht kommuniziert.