Der Bitcoin-Kurs ist infolge mehrerer Ereignisse von 81.000 USD auf knapp 76.500 USD zum Redaktionszeitpunkt eingebrochen. Der Hauptauslöser war der größte Hack in der Geschichte von Bitcoin rund um Binance, bei dem Vermögenswerte im Wert von 6,3 Milliarden USD gestohlen wurden.

Bereits am vergangenen Donnerstag war Bitcoin unter die wichtige Unterstützung bei 80.000 USD gefallen. Trotz eines vermeintlich reibungslosen Entschädigungsprozesses für betroffene Nutzer zog der traditionelle Finanzmarkt Bitcoin weiter nach unten.

Die bevorstehenden US-Zwischenwahlen sorgen für zusätzliche Unsicherheit, die sich am gesamten Kryptomarkt bemerkbar macht.

Bitcoin-ETFs verlieren an zwei Handelstagen mehr als eine Milliarde USD

Von Montag bis Donnerstag vergangener Woche konnten US-Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt 437 Millionen USD an Nettozuflüssen verzeichnen. Nach dem Binance-Hack am Donnerstag folgte jedoch der größte Abfluss aus Bitcoin-ETFs seit über vier Monaten mit Nettoabflüssen in Höhe von 643 Millionen USD.

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Gestern verzeichneten die ETFs weitere Nettoabflüsse in Höhe von 398 Millionen USD. Damit summierten sich die Abflüsse an zwei Handelstagen auf insgesamt 1,041 Milliarden USD.

Bitcoin-ETF-Nettozuflüsse und -Abflüsse der letzten 90 Tage im Vergleich zum Bitcoin-Kurs und ETF-Gesamtvermögen. Am 2. November 2026 verzeichneten die ETFs Nettoabflüsse von 398,62 Millionen US-Dollar.
Bitcoin-ETFs unter Verkaufsdruck: Am 2. November 2026 flossen netto 398,62 Millionen US-Dollar ab. Das verwaltete Gesamtvermögen lag bei 98,12 Milliarden US-Dollar, während der Bitcoin-Kurs auf 76.779,73 US-Dollar fiel. Die Grafik zeigt die Entwicklung der ETF-Kapitalströme und des Bitcoin-Kurses über die vergangenen 90 Tage.

Ether-ETFs zeichnen ein ebenfalls bärisches Bild: Seit dem 29. September kam es, von wenigen Tagen abgesehen, durchgehend zu Nettoabflüssen, die sich inzwischen auf 1,8093 Milliarden USD summieren. Die folgende Grafik zeigt diese Entwicklung im Detail.

Diagramm zur Entwicklung der Ethereum-ETF-Nettozuflüsse und -Abflüsse der letzten drei Monate. Am 2. November 2026 verzeichneten die ETFs Nettoabflüsse von 139,80 Millionen US-Dollar. Das verwaltete Gesamtvermögen lag bei 13,18 Milliarden US-Dollar, während der Ethereum-Kurs 2.248,39 US-Dollar betrug.
Ethereum-ETFs unter anhaltendem Abgabedruck: Die Grafik zeigt die Kapitalströme der vergangenen drei Monate mit überwiegenden Nettoabflüssen seit Ende September 2026. Am 2. November flossen weitere 139,80 Millionen US-Dollar ab. Gleichzeitig sank das verwaltete ETF-Vermögen auf 13,18 Milliarden US-Dollar. Quelle: SoSoValue.

Darüber hinaus haben die USA in der vergangenen Nacht erneut begrenzte Angriffe auf den Iran durchgeführt, obwohl heute die US-Zwischenwahlen stattfinden. Laut Aussagen anonymer Quellen gegenüber dem Wall Street Journal wurde versucht, die Operation weitgehend geheim zu halten.

Trumps Umfragewerte sind schlechter als die von Biden im Jahr 2022, sodass eine Übernahme des Senats durch die Demokraten als sehr wahrscheinlich gilt. Trump könnte dann als „Veto-Präsident“ weiterregieren, der vor allem Gesetze der Demokraten blockiert, statt eigene Vorhaben durchzusetzen. Sein Veto kann nur mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmt werden.

Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Demokraten bei der Senatswahl bei über 78 %.

Polymarket-Prognose zur US-Senatswahl 2026: Die Demokratische Partei liegt Anfang November mit einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 78 Prozent deutlich vor der Republikanischen Partei mit 24 Prozent. Der Chart zeigt die Entwicklung der Wettmarktquoten seit August 2025.
Demokraten klarer Favorit bei der US-Senatswahl 2026: Auf der Prognoseplattform Polymarket steigt die implizite Wahrscheinlichkeit eines demokratischen Sieges Anfang November auf 78 Prozent, während die Republikaner nur noch bei 24 Prozent liegen. Die Wettmarktquoten zeigen eine deutliche Verschiebung zugunsten der Demokraten. Quelle: Polymarket.

Darüber hinaus könnte die bislang kryptofreundliche Politik von Donald Trump zunehmend auf Gegenwind stoßen. Insbesondere wichtige Gesetzesvorhaben wie der bereits ins Stocken geratene CLARITY Act könnten sich weiter verzögern. Gleichzeitig würden strengere Kontrollen von Kryptounternehmen und Untersuchungen zu Trumps Verbindungen zur Kryptobranche wahrscheinlicher.

Für Bitcoin könnte dies kurzfristig weiteren Verkaufsdruck und erhöhte Volatilität bedeuten. Allerdings läutet ein demokratischer Wahlsieg nicht zwangsläufig einen Bärenmarkt ein, denn die Geldpolitik der US-Notenbank, die globale Liquidität und die institutionelle Nachfrage bleiben wichtigere Einflussfaktoren für die weitere Kursentwicklung.

US-Zwischenwahl: Historisch bullisch oder bärisch für Bitcoin?

Nach den vergangenen vier US-Zwischenwahlen in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 ist der Bitcoin-Kurs zunächst jeweils um mindestens 27 % gefallen. Die folgende Grafik zeigt das Ausmaß der jeweiligen Kursrückgänge im Detail.

Bitcoin-Kursentwicklung von 2009 bis 2024 im Vergleich zu den US-Midterms. Das logarithmische BTC-Chart zeigt historische Kursrückgänge von 72 %, 65 %, 52 % und 27 %.
Bitcoin und die US-Zwischenwahlen: Das Chart zeigt die historischen BTC-Kursrückgänge im Umfeld der Midterms 2010 (−72 %), 2014 (−65 %), 2018 (−52 %) und 2022 (−27 %). Die logarithmische Darstellung verdeutlicht die langfristige Kursentwicklung von Bitcoin trotz wiederkehrender Korrekturen. Quelle: Historische Daten von Coinglass

Dies ist keineswegs eine Garantie dafür, dass Bitcoin auch in diesem Jahr nach den Midterms fallen wird. Dennoch lässt sich ein historisches Muster erkennen, das bislang bei jeder dieser Zwischenwahlen auftrat. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen deuten zudem eher auf eine weitere Zuspitzung als auf Entspannung hin.

Lesetipp: Bitcoin-Kursanstieg: 70.000 USD oder 50.000 USD als nächstes Ziel?

Einen Deep Dive mit einer ausführlichen Analyse dazu, wie sich Bitcoin in den sechs bis zwölf Monaten nach vergangenen US-Zwischenwahlen entwickelt hat, gibt es im neuen Video-Update mit Marcel: