Der Bitcoin-Kurs ist infolge mehrerer Ereignisse von 81.000 USD auf knapp 76.500 USD zum Redaktionszeitpunkt eingebrochen. Der Hauptauslöser war der größte Hack in der Geschichte von Bitcoin rund um Binance, bei dem Vermögenswerte im Wert von 6,3 Milliarden USD gestohlen wurden.
Bereits am vergangenen Donnerstag war Bitcoin unter die wichtige Unterstützung bei 80.000 USD gefallen. Trotz eines vermeintlich reibungslosen Entschädigungsprozesses für betroffene Nutzer zog der traditionelle Finanzmarkt Bitcoin weiter nach unten.
Die bevorstehenden US-Zwischenwahlen sorgen für zusätzliche Unsicherheit, die sich am gesamten Kryptomarkt bemerkbar macht.
Bitcoin-ETFs verlieren an zwei Handelstagen mehr als eine Milliarde USD
Von Montag bis Donnerstag vergangener Woche konnten US-Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt 437 Millionen USD an Nettozuflüssen verzeichnen. Nach dem Binance-Hack am Donnerstag folgte jedoch der größte Abfluss aus Bitcoin-ETFs seit über vier Monaten mit Nettoabflüssen in Höhe von 643 Millionen USD.
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Gestern verzeichneten die ETFs weitere Nettoabflüsse in Höhe von 398 Millionen USD. Damit summierten sich die Abflüsse an zwei Handelstagen auf insgesamt 1,041 Milliarden USD.

Ether-ETFs zeichnen ein ebenfalls bärisches Bild: Seit dem 29. September kam es, von wenigen Tagen abgesehen, durchgehend zu Nettoabflüssen, die sich inzwischen auf 1,8093 Milliarden USD summieren. Die folgende Grafik zeigt diese Entwicklung im Detail.

Darüber hinaus haben die USA in der vergangenen Nacht erneut begrenzte Angriffe auf den Iran durchgeführt, obwohl heute die US-Zwischenwahlen stattfinden. Laut Aussagen anonymer Quellen gegenüber dem Wall Street Journal wurde versucht, die Operation weitgehend geheim zu halten.
Trumps Umfragewerte sind schlechter als die von Biden im Jahr 2022, sodass eine Übernahme des Senats durch die Demokraten als sehr wahrscheinlich gilt. Trump könnte dann als „Veto-Präsident“ weiterregieren, der vor allem Gesetze der Demokraten blockiert, statt eigene Vorhaben durchzusetzen. Sein Veto kann nur mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmt werden.
Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Demokraten bei der Senatswahl bei über 78 %.

Darüber hinaus könnte die bislang kryptofreundliche Politik von Donald Trump zunehmend auf Gegenwind stoßen. Insbesondere wichtige Gesetzesvorhaben wie der bereits ins Stocken geratene CLARITY Act könnten sich weiter verzögern. Gleichzeitig würden strengere Kontrollen von Kryptounternehmen und Untersuchungen zu Trumps Verbindungen zur Kryptobranche wahrscheinlicher.
Für Bitcoin könnte dies kurzfristig weiteren Verkaufsdruck und erhöhte Volatilität bedeuten. Allerdings läutet ein demokratischer Wahlsieg nicht zwangsläufig einen Bärenmarkt ein, denn die Geldpolitik der US-Notenbank, die globale Liquidität und die institutionelle Nachfrage bleiben wichtigere Einflussfaktoren für die weitere Kursentwicklung.
US-Zwischenwahl: Historisch bullisch oder bärisch für Bitcoin?
Nach den vergangenen vier US-Zwischenwahlen in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 ist der Bitcoin-Kurs zunächst jeweils um mindestens 27 % gefallen. Die folgende Grafik zeigt das Ausmaß der jeweiligen Kursrückgänge im Detail.

Dies ist keineswegs eine Garantie dafür, dass Bitcoin auch in diesem Jahr nach den Midterms fallen wird. Dennoch lässt sich ein historisches Muster erkennen, das bislang bei jeder dieser Zwischenwahlen auftrat. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen deuten zudem eher auf eine weitere Zuspitzung als auf Entspannung hin.
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Einen Deep Dive mit einer ausführlichen Analyse dazu, wie sich Bitcoin in den sechs bis zwölf Monaten nach vergangenen US-Zwischenwahlen entwickelt hat, gibt es im neuen Video-Update mit Marcel:













