Der Bitcoin-Kurs durchbrach am Sonntag die wichtige Unterstützungsmarke von 80.000 USD und fiel bis auf 79.150 USD. Seitdem bewegt sich BTC seitwärts in einer engen Spanne zwischen diesem neuen lokalen Tief und 81.000 USD. Zum Redaktionszeitpunkt notiert Bitcoin bei 79.650 USD. (Artikel geht nach dem Chart weiter)
Am 3. November 2026 finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Bitcoin steht unter erheblichem geopolitischem Druck. Hohe Ölpreise, zunehmende Spannungen im Nahen Osten und die Sorge vieler Investoren vor einer erneut schwachen Bitcoin-Performance nach den US-Zwischenwahlen belasten die Stimmung.
Die historische Betrachtung der BTC-Performance nach den US-Midterms zeichnet ein deutlich bärisches Bild.
Historisch verlor Bitcoin nach US-Zwischenwahlen zwischen 27 und 72 %
Seit seiner Entstehung im Jahr 2009 hat Bitcoin vier US-Zwischenwahlen erlebt: 2010, 2014, 2018 und 2022. Dabei verzeichnete Bitcoin in allen vier betrachteten Fällen nach den Wahlen Kursrückgänge:
- 2010: Bitcoin fiel um 72 %.
- 2014: Bitcoin fiel um 65 %.
- 2018: Bitcoin fiel um 52 %.
- 2022: Bitcoin fiel um 27 %.
Die folgende Abbildung zeigt diese Entwicklung im Detail.

Auch die Quartalsstatistik fällt überwiegend negativ aus. Im vierten Quartal 2014 verlor Bitcoin 16,70 %, 2018 waren es 42,16 % und 2022 weitere 14,75 %. Lediglich 2010 bildete mit einem Kursgewinn von 391 % eine Ausnahme. Damals befand sich der Kryptomarkt allerdings noch in einer frühen Entwicklungsphase.
Bitcoin-Performance im vierten Quartal der US-Midterm-Jahre. 2010 befand sich Bitcoin noch in einer frühen Marktphase.
Damit schloss Bitcoin in drei der vergangenen vier Zwischenwahljahre das vierte Quartal mit Verlusten ab. Wird Bitcoin auch das vierte Quartal 2026 mit einem Verlust abschließen?
Der Chartanalyst Ali Martinez warnt davor, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Wahlausgang und der Kursentwicklung herzustellen. Die historischen Kursrückgänge seien durch übergeordnete Marktzyklen, Liquiditätsbedingungen und die Stimmung der Anleger beeinflusst worden.
Tipp der Redaktion: Strive kauft 6.182 Bitcoin für 511 Millionen Dollar – Bestand steigt auf 43.000 BTC
Seiner Meinung nach liefert eine historische Häufung allein keine belastbare Prognose. Sie zeigt allerdings, dass die Wochen rund um die Zwischenwahlen in mehreren Bitcoin-Marktzyklen mit erheblichen Preisschwankungen zusammenfielen. Für Martinez ist vor allem eine Kursmarke entscheidend.
Warum die Marke von 73.000 USD für Bitcoin in den nächsten Wochen wichtig wird
Der Analyst erklärte am Wochenende, dass er weiteres Abwärtspotenzial für BTC sieht. Bei rund 73.000 USD liegt die Short-Term Holder Cost Basis. Diese On-Chain-Kennzahl beschreibt den durchschnittlichen Kaufpreis der Bitcoin, die von kurzfristigen Marktteilnehmern gehalten werden.
In früheren Aufwärtsphasen erwies sich diese Kostenbasis wiederholt als wichtige Unterstützungszone. Nähert sich der Kurs diesem Niveau, zeigt sich häufig, ob jüngere Käufer ihre Positionen verteidigen oder zusätzliche Verkäufe den Abwärtsdruck verstärken. Martinez erklärt dazu:
„Ein Rückgang in Richtung 73.000 US-Dollar könnte zu einem wichtigen Test werden, ob Käufer weiterhin bereit sind, den übergeordneten Aufwärtstrend zu verteidigen. Eine nachhaltige Erholung von diesem Niveau würde das bullische Szenario stärken.“

Er betrachtet dieses Kursniveau jedoch nicht automatisch als Kaufsignal. Zunächst muss Bitcoin zeigen, dass der Verkaufsdruck nachlässt und neue Nachfrage am Spotmarkt entsteht, die den Kurs stützt. Erst bei einer nachhaltigen Stabilisierung würde der Analyst eine Long-Position in Betracht ziehen. Bis dahin wartet er mit Cash an der Seitenlinie.
Die makroökonomische Lage deutet derzeit eher auf weiteren Gegenwind als auf Entspannung hin:
- Brent-Öl notiert bei 109,63 USD und erzeugt damit zusätzlichen Inflationsdruck.
- Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 4,96 %. Dadurch könnte Kapital von BTC abfließen.
- Mindestens eine weitere Zinserhöhung durch die Fed gilt als wahrscheinlich, insbesondere im Dezember.
- Der Krieg im Iran droht erneut zu eskalieren.
Dennoch zeigen On-Chain-Daten, dass Bitcoin-Wale weiterhin an ihren Beständen festhalten und diese sogar ausbauen. Laut einer CryptoQuant-Analyse stiegen die Bestände großer Bitcoin-Investoren von 2,94 Millionen BTC Ende August auf mehr als 3 Millionen BTC Anfang Oktober und damit um mehr als 60.000 BTC.
Der Anstieg verlief dabei nicht linear. Nach einer Abschwächung im September nahm die Akkumulation Ende September und Anfang Oktober wieder zu. Zuletzt gingen die Bestände gegenüber ihrem jüngsten Hoch leicht zurück.
Kleinanleger werden laut CryptoQuant zunehmend nervös und senden ihre BTC an Börsen wie Binance. Daten vom 18. August bis zum 17. Oktober 2026 zeigen deutliche Unterschiede bei den Zuflüssen:

Die Zuflüsse kleinerer Anleger zu Binance stiegen im Untersuchungszeitraum von 7 auf 10,78 Milliarden US-Dollar. Bei Walen erhöhten sie sich lediglich von 4,2 auf 4,6 Milliarden US-Dollar.
Tipp der Redaktion: Bitcoin: Jetzt kaufen oder abwarten? Analyst nennt 3 wichtige Kursmarken
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass große Marktteilnehmer im Verhältnis zu Kleinanlegern weniger Verkaufsdruck über Börsen ausüben. Die positiven Akkumulationsindikatoren beider großer Haltergruppen stützen dieses Bild, wenngleich sich ihre Werte zuletzt unterschiedlich entwickelten.
Derzeit fehlt Bitcoin der entscheidende Impuls, um die zwischenzeitlich starke Kursentwicklung seit Mitte August von 64.000 USD auf kurzzeitig 87.100 USD fortzusetzen. In dieser Woche stehen wichtige Termine an, die neue Impulse liefern könnten.
Alle bevorstehenden Ereignisse diskutieren wir in unserer Wochenvorschau als auch im neuesten Video-Update:













