• Alex Thorn von Galaxy Digital sagt, die Bitcoin-Community nähere sich einem ersten Konsens zum Risiko durch Quantencomputer.
  • Die Mehrheit scheine Eingriffe in Satoshi Nakamotos alte P2PK-Bestände abzulehnen, um Bitcoins Eigentumsprinzipien nicht zu beschädigen.

Die Debatte über Quantencomputer und alte Bitcoin-Adressen wird konkreter. Alex Thorn, Research Director bei Galaxy Digital, sieht in der Community eine vorsichtige Annäherung an eine gemeinsame Position.

Satoshis Coins bleiben der heikelste Punkt

Im Zentrum stehen frühe P2PK-Adressen, die mit Satoshi Nakamoto in Verbindung gebracht werden. Diese Adresstypen gelten langfristig als sensibler, weil bei ihnen öffentliche Schlüssel auf eine Weise sichtbar sind, die in einer Zukunft mit leistungsfähigen Quantencomputern theoretisch angreifbarer werden könnte.

Thorn zufolge überwiegt in der Bitcoin-Community derzeit aber die Haltung, dass Satoshis Bestände nicht aktiv verändert oder eingefroren werden sollten. Der Grund ist grundsätzlicher Natur: Bitcoin basiert auf klaren Eigentumsrechten. Wer private Schlüssel kontrolliert, kontrolliert die Coins. Ein Eingriff in alte Bestände, selbst aus Sicherheitsgründen, würde genau dieses Prinzip berühren.

Das ist der schwierige Teil. Technisch lassen sich Risiken diskutieren, politisch und kulturell ist Bitcoin deutlich starrer. Absichtlich. Viele Nutzer sehen diese Unveränderlichkeit nicht als Schwäche, sondern als Kern des Systems.

Verteilte Adressen senken das Extremrisiko

Ein weiterer Punkt betrifft die Struktur der Nakamoto-Bestände. Die Coins sollen auf rund 22.000 Adressen verteilt sein, meist mit jeweils 50 BTC. Dadurch wäre ein möglicher Quantenangriff nicht automatisch ein einzelner großer Zugriff auf alle Bestände.

Stattdessen müsste ein Angreifer viele einzelne Schlüssel kompromittieren. Das senkt nach Thorns Einschätzung das Risiko eines vollständigen, abrupten Angriffs stärker, als manche Szenarien nahelegen.

Trotzdem bleibt das Thema auf dem Tisch. Quantencomputer sind noch nicht an dem Punkt, an dem sie Bitcoin realistisch brechen könnten. Aber die Diskussion zeigt, dass sich die Community bereits mit Grenzfragen beschäftigt: Schutz der Nutzer auf der einen Seite, Unantastbarkeit von Eigentum auf der anderen. Genau dort wird es bei Bitcoin meistens ernst.