- Coinbase Derivatives startet am 8. Juni neue Index-Futures mit Perpetual-ähnlicher Struktur.
- Die Kontrakte bieten Exposure auf Nasdaq-Technologieaktien, KI, US-Verteidigung und chinesische ADRs.
Coinbase erweitert sein Derivategeschäft in Richtung klassischer Aktienmärkte. Über Coinbase Derivatives will die Börse ab dem 8. Juni mehrere Indexkontrakte anbieten, die zwar nicht direkt Kryptoassets abbilden, aber mit einer krypto-typischen Handelslogik funktionieren.
Neue Kontrakte verbinden Aktienindizes mit Perp-Mechanik
Im Zentrum steht zunächst Tech100, kurz TEK. Der Kontrakt soll die 100 größten an der Nasdaq gelisteten Unternehmen abbilden. Daneben bringt Coinbase drei thematische Produkte auf Basis bestehender MarketVector-Indizes: US Listed AI 10, US Listed Defense 10 und US Listed China 10.
Damit greift Coinbase Themen auf, die auch außerhalb des Kryptomarkts stark gehandelt werden. Künstliche Intelligenz bleibt eines der wichtigsten Aktiennarrative.
Verteidigung und nationale Sicherheit sind durch geopolitische Spannungen stärker in den Fokus gerückt.
China wiederum bietet über in den USA gelistete ADRs Zugang zu Unternehmen, die für viele globale Anleger weiter relevant sind.
Der China10-Kontrakt, Ticker CHN, soll die zehn größten oder liquidesten American Depositary Receipts chinesischer Firmen umfassen, die an Börsen wie Nasdaq oder NYSE notieren.
Dazu zählen unter anderem Alibaba, Baidu und JD.com. Für Trader entsteht damit ein gebündeltes Produkt, statt jede Aktie einzeln handeln zu müssen.
Coinbase testet die Grenze zwischen Krypto und TradFi
Die Produkte werden als „perpetual-style“ beschrieben. Sie nutzen Funding Rates, um eng an den jeweiligen Referenzindex gekoppelt zu bleiben, und sollen rund um die Uhr handelbar sein.
Genau das unterscheidet sie von klassischen Aktien- oder ETF-Produkten, die an reguläre Börsenzeiten gebunden sind.
Für Coinbase ist dieser Schritt strategisch interessant. Die Plattform versucht, Derivate-Infrastruktur aus dem Kryptomarkt auf breitere Finanzthemen zu übertragen. Nutzer sollen nicht nur Bitcoin, Ethereum oder einzelne Token handeln, sondern auch Makro- und Aktiennarrative in einem vertrauten, dauerhaft verfügbaren Format umsetzen können.
Regulatorisch laufen die Kontrakte über Coinbase Derivatives, das von der US-Commodity Futures Trading Commission beaufsichtigt wird. Das ist wichtig, weil Coinbase hier nicht einfach ein Offshore-Perp-Modell kopiert, sondern ein reguliertes US-Derivateprodukt aufbaut.
Ob die Produkte wirklich ziehen, wird weniger an der Idee selbst hängen als an der Marktqualität. Entscheidend werden Liquidität, Spreads, Funding-Kosten und die Frage sein, wie sauber die Kontrakte ihre zugrunde liegenden Indizes abbilden. Für aktive Trader klingt 24/7-Zugang attraktiv. Am Ende zählt aber, ob der Handel tief genug ist, um mehr als nur ein interessantes neues Produkt zu sein.






