• Coinbase-CEO Brian Armstrong sagt, ohne etwa 5 Prozent Bitcoin-Anteil am Vermögen könnten viele Menschen in zehn Jahren bereuen, nicht früher eingestiegen zu sein.
  • Armstrong erwartet, dass Krypto-Technologie die Finanzinfrastruktur effizienter macht, mit schnelleren Zahlungen, niedrigeren Kosten und breiterem Zugang zu Rendite.

Brian Armstrong formuliert es ungewöhnlich direkt. Im Interview mit Bloomberg am 21. Januar sagte der Coinbase-Chef, Menschen würden es in zehn Jahren „stark bereuen“, wenn sie nicht zumindest 5 Prozent ihres Nettovermögens in Bitcoin allokiert hätten. Es ist eine Zahl, die hängen bleibt, gerade weil sie konkret ist und weil sie nach Anlageempfehlung klingt, ohne formal eine zu sein.

Armstrongs 5-Prozent-These und der Blick zurück

Armstrong begründet die Aussage mit einem Rückspiegel-Argument. Bitcoin sei in den vergangenen zehn Jahren das bestperformende Asset gewesen und aus seiner Sicht trotzdem noch „früh“ in der Entwicklung. Das ist eine bekannte Erzählung in der Branche, aber in dieser Zuspitzung selten aus dem Mund eines CEOs einer börsennotierten US-Kryptobörse zu hören.

Inhaltlich ist die Botschaft zweigeteilt. Erstens: Bitcoin als langfristige Position, die man nicht über Gewinnen und Verlieren im Monatschart definiert, sondern über die Rolle im Portfolio. Zweitens: Krypto als Technologie, die nicht bei Spekulation stehen bleibt. Armstrong schiebt die Debatte bewusst weg vom Preis und hin zur Infrastruktur.

Krypto als Finanztechnik: Renditen, Zinsen, Zahlungen

Er erwartet, dass Krypto-Technologie die Finanzwelt in den nächsten zehn Jahren umformt. Seine Punkte sind technisch, nicht ideologisch. Höhere Renditen für normale Nutzer, niedrigere Zinsen, schnellere grenzüberschreitende Zahlungen, geringere Finanzierungskosten. Im Subtext steckt das Versprechen, dass Reibung aus dem System herausgenommen wird, also weniger Intermediärkosten, weniger Zeitverlust, weniger Gebührenkaskaden.

Das ist allerdings auch der Teil, der am stärksten von Regulierung, Bankenadaption und Produktreife abhängt. Armstrong zeichnet ein Bild eines robusteren Finanzsystems innerhalb eines Jahrzehnts. Ob es so kommt, ist offen. Klar ist nur: Wenn ein Coinbase-CEO öffentlich in Portfolio-Prozenten spricht, ist das nicht nur Meinung. Es ist auch Positionierung.