• Coinbase hat Gold- und Silber-Perpetual-Futures für berechtigte Trader außerhalb der USA gestartet.
  • Die Produkte werden in USDC abgerechnet und bieten einen Hebel von bis zu 25x.

Coinbase erweitert sein Derivateangebot über den klassischen Kryptomarkt hinaus. Die Börse hat neue Perpetual Futures auf Gold und Silber gestartet, zunächst für berechtigte Trader außerhalb der USA.

Es ist ein Schritt, der auf den ersten Blick wie ein weiteres Produktlisting wirkt. Tatsächlich zeigt er aber, wie stark Krypto-Handelsplätze inzwischen versuchen, Makro-Märkte in ihre eigene Marktstruktur zu ziehen.

Gold und Silber kommen als USDC-Perpetuals

Die neuen Produkte laufen unter den Kürzeln GOLD-PERP und SILVER-PERP. Sie werden in USDC abgerechnet und erlauben einen Hebel von bis zu 25x.

Damit bringt Coinbase klassische Rohstoffe in eine Form, die Krypto-Trader bereits sehr gut kennen: Perpetual Futures ohne festes Ablaufdatum, mit laufender Finanzierung und direkter Stablecoin-Abrechnung.

Das ist mehr als nur eine technische Verpackung. Gold und Silber werden traditionell über Futures, ETFs, Zertifikate, CFDs oder physische Produkte gehandelt. Coinbase legt nun eine Krypto-native Handelsschicht darüber.

Wer bereits USDC hält und auf der Plattform aktiv ist, kann Edelmetall-Exposure aufbauen, ohne Geld zu einem klassischen Broker zu verschieben oder sich mit separaten Rohstoffkonten zu beschäftigen.

Für aktive Trader ist das praktisch. Gold wird häufig als Makro-Hedge, Krisenasset oder Zinswette gehandelt. Silber ist volatiler und reagiert stärker auf Industrie- und Liquiditätserwartungen.

Beide Märkte sind groß genug, um für Krypto-Trader interessant zu sein, besonders in Phasen, in denen Bitcoin seitwärts läuft oder die Aufmerksamkeit stärker auf Zinsen, Dollar und reale Renditen fällt.

Gleichzeitig bleibt der Hebel der entscheidende Risikopunkt. 25x klingt attraktiv, kann aber schon bei kleinen Bewegungen gegen die Position zu schnellen Verlusten führen. Gerade bei Perpetuals kommen zusätzlich Funding-Kosten hinzu.

Ein Trader wettet also nicht nur auf die Richtung von Gold oder Silber, sondern auch auf Liquidität, Volatilität und die Kosten, eine Position über Zeit offen zu halten.

US-Markt soll Richtung 24/7-Handel rücken

Parallel arbeitet Coinbase Derivatives mit der CFTC daran, seine regulierten US-Futures auf Gold und Silber auf 24/7-Handel umzustellen.

Bislang bewegen sich Rohstoffmärkte meist in traditionellen Zeitfenstern, häufig mit einem 23/5-Modell. Das passt zur alten Börsenlogik, aber immer weniger zur Erwartung vieler digitaler Trader.

Ein durchgehender Handel würde die Rohstoffmärkte näher an die Krypto-Struktur rücken. Digitale Assets handeln rund um die Uhr, Stablecoins bewegen sich ohne Börsenschluss, und globale Märkte reagieren längst nicht mehr nur während lokaler Handelszeiten.

Wenn regulierte Gold- und Silber-Futures dauerhaft handelbar werden, verändert das nicht den Charakter der Assets selbst, aber es verändert den Zugang.

Für Coinbase ist der Vorstoß strategisch. Die Börse will ihre Derivatesparte breiter aufstellen und weniger stark von Volumen in Bitcoin, Ethereum oder Altcoins abhängen. Edelmetalle liefern dafür ein bekanntes Makroprodukt, aber mit einer Abwicklung, die stärker nach Krypto aussieht als nach Wall Street.

Das passt in einen größeren Trend. Krypto-Börsen entwickeln sich zunehmend zu Multi-Asset-Plattformen, auf denen Stablecoins als Abrechnungsschicht dienen und traditionelle Märkte in digitale Handelsformate überführt werden.

Für Nutzer kann das bequemer sein. Für Regulierer wird es komplizierter, weil Rohstoffe, Derivate, Stablecoins und globale Handelszeiten immer stärker ineinanderlaufen.