- Coinbase setzt den Handel mit zwölf Perpetual-Kontrakten am 21. Mai gegen 21:00 Uhr UTC+8 aus.
- Als Grund nennt die Börse unzureichende Liquidität und Projektqualität im Vergleich zu den eigenen Marktstandards.
Coinbase zieht bei mehreren Derivatemärkten die Reißleine. Die Börse kündigte an, den Handel mit zwölf Perpetual-Kontrakten auszusetzen. Betroffen sind nicht nur sehr kleine Tokens, sondern auch Namen, die im Altcoin-Markt durchaus bekannt sind.
Zwölf Perpetual-Märkte werden geschlossen
Betroffen sind die Kontrakte auf KAITO, SENT, SAHARA, CAKE, TOSHI, AKT, VET, ANIME, THETA, ZK, KERNEL und BARD. Der Handel soll rund um den 21. Mai um 21:00 Uhr UTC+8 eingestellt werden.
Trading for the following perpetual futures will be suspended on Coinbase on May 21 on or around 13:00 UTC.
KAITO-PERP
SENT-PERP
SAHARA-PERP
CAKE-PERP
TOSHI-PERP
AKT-PERP
VET-PERP
ANIME-PERP
THETA-PERP
ZK-PERP
KERNEL-PERP
BARD-PERPAny remaining open positions will be settled…
— Coinbase Markets 🛡️ (@CoinbaseMarkets) May 7, 2026
Coinbase verweist auf zwei zentrale Gründe: Liquidität und Projektqualität. Beides klingt zunächst wie eine Standardformulierung, ist bei Perpetual Futures aber ziemlich entscheidend.
Diese Produkte sind gehebelt, laufen ohne festes Ablaufdatum und hängen stark davon ab, dass Preisbildung, Funding, Liquidationen und Orderbuch-Tiefe sauber funktionieren.
Wenn ein Markt zu dünn wird, können schon kleinere Orders größere Preisbewegungen auslösen. Spreads werden breiter, Slippage steigt, und Liquidationen können in Stressphasen deutlich härter ausfallen als erwartet. Für Trader ist das unangenehm. Für eine Börse ist es ein operatives Risiko.
Der Hinweis auf Projektqualität geht noch einen Schritt weiter. Coinbase signalisiert damit, dass ein Token nicht nur kurzfristige Aufmerksamkeit oder Handelsvolumen braucht, um dauerhaft einen Derivatemarkt zu rechtfertigen.
Entscheidend sind offenbar auch Entwicklung, Transparenz, Marktstruktur, Aktivität im Ökosystem und die Frage, ob das Projekt langfristig genug Substanz für einen liquiden Futures-Markt bietet.
Das betrifft vor allem Altcoins, deren Nachfrage oft stark zyklisch ist. In Phasen hoher Spekulation können Perpetual-Kontrakte schnell Volumen anziehen.
Wenn das Interesse nachlässt, bleibt manchmal ein Markt zurück, der zwar technisch noch existiert, aber kaum noch belastbare Liquidität bietet.
Derivatemärkte werden strenger gefiltert
Für Coinbase ist die Entscheidung auch ein Signal an professionelle Trader. Die Börse will ihre Perpetual-Sparte offenbar nicht mit zu vielen schwachen oder schwer handelbaren Märkten belasten.
Gerade bei internationalen Derivateprodukten zählt Verlässlichkeit. Ein Kontrakt muss auch dann funktionieren, wenn der Markt schnell fällt, Funding-Sätze kippen oder Liquidationen gebündelt auftreten.
Für die betroffenen Tokens kann die Aussetzung kurzfristig Druck erzeugen. Perpetuals liefern zusätzlichen Handel, Hebel, Sichtbarkeit und oft auch kurzfristige Spekulation.
Wenn dieser Kanal wegfällt, verschwindet nicht automatisch der Spot-Markt. Aber ein Teil der aktiven Derivatenachfrage fällt aus dem Ökosystem heraus.
Gleichzeitig ist der Schritt nicht ungewöhnlich. Große Börsen überprüfen ihre Märkte regelmäßig. Früher wurde vor allem über neue Listings gesprochen. Inzwischen wird genauso wichtig, welche Produkte wieder verschwinden.
Der Markt ist voller Tokens, aber nicht jeder davon trägt dauerhaft genug Liquidität für Spot-, Margin- und Perpetual-Produkte gleichzeitig.
Für Coinbase dürfte auch die regulatorische Perspektive eine Rolle spielen. Je stärker sich die Börse als seriöser, institutionell nutzbarer Anbieter positioniert, desto weniger Raum bleibt für Derivatemärkte, die schwer kontrollierbar oder zu dünn sind.
Das gilt besonders bei Produkten mit Hebel, weil hier schlechte Marktqualität schneller zu realen Verlusten führen kann.
Der Schritt passt damit zu einer reiferen Marktphase. Börsen listen weiterhin neue Assets, aber sie sortieren auch konsequenter aus.
Für Projekte bedeutet das: Aufmerksamkeit allein reicht nicht mehr. Wer dauerhaft auf großen Derivateplattformen bleiben will, braucht Liquidität, belastbare Marktstruktur und ein Maß an Qualität, das über kurzfristige Narrative hinausgeht.







