Bitcoin ist nach den US-Zwischenwahlen über 80.000 US-Dollar gestiegen, während der Ölmarkt auf eine Entspannung im Iran-Krieg setzt. Allerdings ist fraglich, ob diese Euphorie anhält.
Vance macht den Iran-Krieg für die Wahlniederlage verantwortlich
Die Demokraten haben bei den Zwischenwahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat gewonnen. US-Vizepräsident JD Vance machte den Krieg am Mittwoch auf X zum Hauptthema. Vance schrieb:
„Der Krieg ist der Grund, warum wir verloren haben. Der Präsident hat das gestern Abend selbst gesagt.“
Vance berief sich auf einen Meinungsforscher, dem zufolge viele Trump-Wähler von 2024 diesmal für die Demokraten stimmen wollten. Neben einem Ende des Krieges hätten sie verlangt, dass sich die Regierung stärker um Lebenshaltungskosten und Inflation kümmert, amerikanische Interessen in den Vordergrund stellt und das Verhältnis zu Israel ändert.
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Trump räumte ein, dass der Krieg die Benzinpreise nach oben getrieben und seiner Partei geschadet habe. Trump sagte vor Reportern:
„Wir haben keine Wahl. Wir müssen es tun. Wir können nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekommt.“
Hinter verschlossenen Türen hatte Vance laut Axios bereits gewarnt, der unpopuläre Krieg könne die Republikaner die Wahl kosten. Dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll er vorgeworfen haben, in der Iran-Frage „in jeder Hinsicht falschzuliegen“. Netanjahu drängte dem Bericht zufolge auf Angriffe noch vor den Zwischenwahlen. Trump erwog das, entschied sich aber, abzuwarten.
Inzwischen gehört laut US-Regierungsvertretern auch die Verlegung zusätzlicher militärischer Mittel in den Nahen Osten zu den Vorbereitungen. Gleichzeitig arbeiten katarische Vermittler an einem Entwurf, der direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran ermöglichen könnte.
Ein ehemaliger Berater des Präsidenten erklärte gegenüber Axios jedoch, wie unberechenbar Trump nach der Wahlniederlage sein könnte:
„Die Zwischenwahlen zu verlieren, ist das eine. Aber Trump will kein zweites Mal als Verlierer dastehen.“
Warum der Ölpreis für Bitcoin jetzt zählt
Der Ausverkauf bei Öl verschärfte sich nach Vances Beitrag. Brent-Futures schlossen am Mittwoch 8,7 Prozent tiefer bei 94,62 US-Dollar je Barrel. US-Rohöl der Sorte WTI verlor 8,3 Prozent auf 88,12 US-Dollar.
Der Bitcoin-Kurs war nach den ersten Wahlergebnissen zeitweise auf rund 75.700 US-Dollar gefallen und erreichte nach den Vance-Aussagen am Mittwoch einen Höchststand bei 81.196 US-Dollar.
Für Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt war eindeutig der Ölpreis ein entscheidender Faktor für die Rückeroberung der wichtigen Marke von 80.000 US-Dollar. Nun kommt es darauf an, ob der Ölpreisrückgang anhält.
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Ein Abkommen, das den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder erleichtert, könnte den Druck auf die Energiepreise weiter senken. Sollten neue Angriffe den Ölpreis wieder nach oben treiben, könnten Bitcoin und Altcoins wieder unter Druck geraten und die Kurse in den Abgrund reißen.
Aus charttechnischer Sicht erklärte der niederländische Chartanalyst Michaël van de Poppe, dass die Marke von 79.800 US-Dollar derzeit entscheidend ist, um das bullische Momentum zu bewahren. Via X schrieb er gestern:
„Der Kurs steht kurz davor, den Abwärtstrend in einen Aufwärtstrend zu drehen. Dabei gibt es einige wichtige Marken, die man im Auge behalten sollte. Zunächst wäre es im Idealfall wichtig, die Marke von 79.800 $ zu halten – das würde zeigen, dass die Käufer wieder mit großem Interesse in den Markt einsteigen. Sollte dieses höhere Niveau nicht halten, werde ich darauf achten, ob sich im Bereich um 79.000 $ eine Unterstützung bildet. Hält auch diese nicht, geraten die Märkte in Schwierigkeiten.“

Hält die Unterstützung, rechnet van de Poppe hingegen in den kommenden 7 bis 10 Tagen mit einem „kräftigen Ausbruch, bei dem der Trend wieder in einen Aufwärtstrend umschlägt“.












