• Glassnode sieht 6,04 Millionen Bitcoin wegen offengelegter Public Keys als potenziell gefährdet durch künftige Quantencomputer.
  • Die betroffene Menge entspricht 30,2 Prozent des ausgegebenen Angebots und hat derzeit einen Wert von mehr als 469 Milliarden Dollar.

Bitcoin hat kein akutes Quantenproblem. Aber Glassnode zeigt, wo ein künftiges entstehen könnte. Die Blockchain-Analysefirma hat untersucht, welche Bestände bereits öffentliche kryptografische Schlüssel preisgegeben haben und damit langfristig theoretisch angreifbarer werden.

Mehr als 6 Millionen BTC mit sichtbaren Public Keys

Laut Glassnode sind 6,04 Millionen BTC betroffen. Das entspricht 30,2 Prozent des bislang ausgegebenen Bitcoin-Angebots. Beim aktuellen Marktwert liegt diese Menge bei mehr als 469 Milliarden Dollar. Die übrigen 13,99 Millionen BTC zeigen nach dieser Auswertung keine öffentliche Schlüsseloffenlegung.

Der Punkt ist technisch, aber wichtig. Viele Bitcoin-Adressen verbergen den öffentlichen Schlüssel zunächst hinter einem Hash. Erst wenn Coins von einer Adresse ausgegeben werden, wird der Public Key sichtbar.

Für heutige Computer ist das kein praktisches Problem. Für einen ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer könnte ein sichtbarer Public Key jedoch irgendwann eine Schwachstelle werden.

Ein solcher Angriff würde darauf abzielen, aus dem Public Key den Private Key abzuleiten. Damit könnten Coins theoretisch gestohlen werden, bevor sie sicher in eine neue, quantenresistente Struktur bewegt werden.

Noch ist das Zukunftsmusik. Die nötigen Maschinen existieren nicht. Aber die Bitcoin-Bestände, die heute bereits exponiert sind, bleiben auf der Blockchain dauerhaft sichtbar.

Glassnodes Schätzung liegt unter einigen früheren Annahmen, die eher bei rund 7 Millionen BTC lagen. Trotzdem ist die Zahl groß genug, um die Debatte aus dem rein akademischen Bereich herauszuholen.

Börsen und alte Adressen stehen stärker im Fokus

Besonders heikel sind große Sammelpunkte wie Börsen, Verwahrer und alte Wallet-Strukturen.

Dort können viele Coins auf Adressen liegen, deren Schlüsselhistorie bereits Spuren hinterlassen hat. Wenn Quantenrisiken irgendwann praktisch werden, wären solche Bestände nicht nur technisch, sondern auch operativ eine Herausforderung.

Die Lösung wäre wahrscheinlich eine koordinierte Migration: neue Signaturverfahren, neue Adresstypen und klare Regeln für den Umgang mit älteren Coins.

Genau das ist bei Bitcoin schwierig. Das Netzwerk verändert sich langsam, aus gutem Grund. Konservative Entwicklung schützt vor übereilten Eingriffen, kann bei kryptografischen Umbrüchen aber Zeit kosten.