Der ehemalige BitMEX-Chef Arthur Hayes ist für seine zugespitzten Marktprognosen bekannt. Er warnt davor, dass die KI-Blase platzen könnte, da zahlreiche Unternehmen seiner Einschätzung nach vor allem vom Hype profitieren, ohne bislang ausreichend Einnahmen oder wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen.
Genau dieser Umstand könnte jedoch Bitcoin zugutekommen. Sollten milliardenschwer bewertete KI-Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, könnten Regierungen weltweit zu umfangreichen Rettungsmaßnahmen gezwungen sein.
Hayes rechnet mit staatlicher Unterstützung für KI-Unternehmen
Hayes geht davon aus, dass die US-Regierung eingreifen und betroffene Unternehmen stützen könnte, sollte die derzeitige KI-Blase platzen:
„Das ist der perfekte Zeitpunkt für Kryptowährungen. Je größer die KI-Blase wird, desto umfangreicher werden die staatlichen Rettungsmaßnahmen ausfallen und desto höher wird Bitcoin steigen. Wir sind längst an dem Punkt angekommen, an dem die meisten erkannt haben, dass diese Unternehmen kein Geld verdienen.“
Besonders kritisch betrachtet Hayes die wirtschaftlichen Grundlagen großer KI-Modellanbieter. Unternehmen wie Anthropic und OpenAI investierten enorme Summen in Rechenleistung, während ihre Einnahmen nach seiner Einschätzung nicht ausreichten, um die Kosten nachhaltig zu decken.
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Bei Anthropic würden laut Hayes auf jeden Dollar Umsatz etwa zwei Dollar Kosten entfallen. Diese Angabe ist allerdings nicht unabhängig bestätigt. Auch ein möglicher Börsengang oder steigende Aktienkurse wären für ihn kein Beleg für ein tragfähiges Geschäftsmodell.
Hayes erwartet, dass die US-Regierung strategisch wichtige KI-Unternehmen im Krisenfall unterstützen könnte:
„Wenn wir uns Geld aus der Zukunft leihen, dann ist diese Zukunft irgendwann Gegenwart. Und plötzlich liegt die Rechnung auf dem Tisch. Das ist keine erfolgreiche Strategie gegenüber Wählern und auch nicht gegenüber den Unterstützern eines autokratischen Führers. Deshalb ist es politisch am einfachsten, neues Geld zu schaffen.“
Eine solche Liquiditätsausweitung könnte seiner Ansicht nach Bitcoin, Ethereum und andere knappe Vermögenswerte begünstigen. Insbesondere Ethereum betrachtet er als aussichtsreichen Kryptowert mit einem im Vergleich zu kleineren Altcoins geringeren Risikoprofil.
KI-Agenten könnten einen Zahlungsmarkt jenseits von Bitcoin schaffen
Trotz seiner Kritik an den Geschäftsmodellen der KI-Branche sieht Hayes erhebliches Potenzial in autonomen Softwareagenten. Mit seinem Projekt Flop entwickelt er ein Netzwerk, in dem KI-Agenten Rechenleistung nutzen, bereitstellen und über eine eigene Kryptowährung bezahlen sollen:
„Wir werden KI-Agenten für alles einsetzen. Diese Agenten werden dann ihre eigene parallele Wirtschaft entwickeln und untereinander wirtschaftlich handeln. Aber dafür brauchen sie eine Währung. Im Moment gibt es keinen eindeutigen Gewinner, weil keine der bestehenden Währungen direkt mit dem verbunden ist, was KI-Agenten tatsächlich benötigen: Rechenleistung.“
Langfristig hält er sogar ein Zahlungsnetzwerk für möglich, dessen wirtschaftlicher Wert den von Bitcoin übersteigt. Seine Begründung: KI-Agenten könnten rund um die Uhr Transaktionen ausführen, ohne an menschliche Arbeitszeiten gebunden zu sein.
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Bislang befindet sich dieses Konzept allerdings in einer frühen Entwicklungsphase. Hayes berichtete von Experimenten, bei denen KI-Agenten gemeinsam Aufgaben bearbeiteten, miteinander verhandelten und Handelsgeschäfte vorbereiteten. Der direkte Einsatz des Flop-Tokens innerhalb dieser Anwendungen steht jedoch noch aus.
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