• Strategy hat in diesem Jahr bereits 145.834 Bitcoin im Wert von rund 11 Milliarden Dollar gekauft.
  • JPMorgan-Analysten sehen das Unternehmen bei aktuellem Tempo auf Kurs für Bitcoin-Käufe von bis zu 30 Milliarden Dollar im Jahr 2026.

Strategy, früher MicroStrategy, bleibt einer der größten Einzelakteure am Bitcoin-Markt. Nach Berechnungen von JPMorgan könnten die Bitcoin-Käufe des Unternehmens in diesem Jahr auf rund 30 Milliarden Dollar steigen, falls das bisherige Tempo anhält. Das wäre deutlich mehr als in den beiden Vorjahren und würde die Rolle von Strategy als börsennotierter Bitcoin-Akkumulator noch einmal vergrößern.

April macht aus dem Kaufprogramm eine größere Marktvariable

Bisher hat Strategy im laufenden Jahr 145.834 Bitcoin erworben. Der Gegenwert liegt bei etwa 11 Milliarden Dollar. Besonders im April zog das Kauftempo offenbar an. Genau dieser Punkt ist wichtig, weil JPMorgan die bisherigen Käufe auf das Gesamtjahr hochrechnet und daraus eine annualisierte Kaufgeschwindigkeit ableitet.

Bei dieser Betrachtung würde Strategy 2026 deutlich über dem Niveau der beiden Vorjahre liegen. 2024 und 2025 kaufte das Unternehmen jeweils Bitcoin im Wert von rund 22 Milliarden Dollar.

Ein mögliches Jahresvolumen von rund 30 Milliarden Dollar wäre also keine kosmetische Steigerung, sondern eine weitere Eskalation einer ohnehin sehr aggressiven Bilanzstrategie.

Strategy hält derzeit 818.334 Bitcoin. Auf Basis aktueller Marktpreise entspricht das einem Wert von mehr als 65 Milliarden Dollar. Damit ist das Unternehmen längst nicht mehr nur ein Softwarekonzern mit Bitcoin-Position.

Es ist faktisch ein Kapitalmarktvehikel geworden, dessen Bewertung, Finanzierungskosten und Aktienkurs eng mit Bitcoin verbunden sind.

Für viele Trader ist Strategy deshalb inzwischen fast eine zweite Bitcoin-Wette, nur mit mehr Hebel, mehr Bilanzstruktur und mehr Kapitalmarktrisiko.

Der entscheidende Unterschied zu ETFs liegt in der Mechanik. Ein Spot-ETF kauft Bitcoin, wenn Anleger Kapital in den Fonds geben. Strategy kauft Bitcoin über Unternehmensfinanzierung.

Das kann über Aktienausgaben, Wandelanleihen, Vorzugsaktien oder andere Kapitalmarktinstrumente laufen. Dadurch entsteht ein anderes Profil. Es geht nicht nur um Nachfrage nach Bitcoin, sondern auch um Nachfrage nach Strategy-Wertpapieren.

Warum die Finanzierung wichtiger ist als die reine Bitcoin-Zahl

Für den Markt ist die große Zahl von 30 Milliarden Dollar auffällig. Noch wichtiger ist aber die Frage, ob Strategy die dafür nötige Finanzierung weiter zu akzeptablen Bedingungen bekommt.

Solange die Aktie mit einer Prämie auf den Wert der gehaltenen Bitcoin gehandelt wird, kann das Unternehmen neues Kapital aufnehmen und damit weitere Coins kaufen, ohne bestehende Aktionäre sofort in gleichem Maß zu belasten. Das ist der positive Teil dieser Struktur.

Die andere Seite ist weniger bequem. Wenn die Prämie schrumpft, der Aktienkurs fällt oder Investoren weniger bereit sind, neue Strategy-Papiere zu kaufen, wird das Modell empfindlicher.

Dann kann sich das Kauftempo verlangsamen. Und genau deshalb schauen Analysten inzwischen nicht nur auf die absolute Bitcoin-Bilanz, sondern auch auf die Kapitalaufnahme, die Verwässerung, die Schuldenstruktur und den sogenannten Bitcoin-Bestand je Aktie.

Für Bitcoin selbst bedeutet ein annualisiertes Kaufvolumen von 30 Milliarden Dollar vor allem zusätzlichen Nachfrageüberhang, zumindest solange Strategy aktiv bleibt. Das kann in Phasen schwächerer ETF-Zuflüsse oder dünner Liquidität durchaus Gewicht haben. Gleichzeitig ist es kein automatischer Preistreiber.

Wenn der Gesamtmarkt Risiko abbaut, Miner verkaufen oder große Investoren Gewinne sichern, kann auch ein Käufer dieser Größe den Markt nicht allein kontrollieren.

Trotzdem verändert Strategy die Marktstruktur. Die Käufe sind nicht spontan, sondern Teil einer wiederholbaren Finanzierungslogik. Genau das macht sie für Bitcoin-Trader so relevant.

Es geht nicht mehr nur darum, wie viele Coins Strategy hält. Es geht darum, ob der Kapitalmarkt dem Unternehmen weiterhin erlaubt, seine Bilanz immer tiefer in Bitcoin umzubauen.