• Paxos hat von der SEC die Genehmigung für eine blockchainbasierte Clearing- und Settlement-Infrastruktur erhalten.
  • Die Zulassung könnte Banken und Brokern den Aufbau regulierter Krypto- und Kapitalmarktinfrastruktur erleichtern.

Paxos hat in den USA eine wichtige regulatorische Genehmigung erhalten. Die Tochtergesellschaft Paxos Securities Settlement Company darf künftig Clearing- und Settlement-Dienste als zentrale Wertpapierverwahrstelle anbieten.

Nach Angaben des Unternehmens ist Paxos damit die einzige „blockchain-native“ Firma, die von der SEC für diese Rolle zugelassen wurde.

Das klingt zunächst nach Marktinfrastruktur-Sprache, ist aber für den digitalen Finanzsektor ein ziemlich konkreter Schritt. Denn Clearing und Settlement sind der Teil des Marktes, der im Hintergrund darüber entscheidet, ob ein Wertpapiergeschäft sauber abgewickelt wird.

Warum Clearing für Blockchain-Märkte so wichtig ist

Käufer und Verkäufer von Aktien handeln nicht einfach direkt miteinander und tauschen anschließend Geld gegen Wertpapiere aus. Dazwischen stehen Clearing- und Settlement-Anbieter. Sie prüfen den Handel, gleichen Käufer und Verkäufer ab und sorgen dafür, dass die eigentliche Übertragung korrekt abgeschlossen wird.

Genau an dieser Stelle will Paxos Blockchain-Technologie stärker in klassische Kapitalmarktprozesse einbinden.

Eine registrierte und von der SEC zugelassene Clearingstelle kann für Banken und Broker wichtig sein, weil sie regulatorische Unsicherheit reduziert. Wer digitale Infrastruktur im Wertpapiergeschäft aufbauen will, braucht nicht nur schnelle Technologie, sondern eine rechtlich akzeptierte Abwicklungsschicht.

Paxos spricht deshalb von einem kritischen Baustein für die Finanzmarktinfrastruktur. Die Formulierung ist nicht zufällig gewählt. Wenn traditionelle Kapitalmärkte und Blockchain-Systeme näher zusammenrücken, entscheidet die Post-Trade-Ebene oft darüber, ob ein neues System für große Institute tatsächlich nutzbar wird.

Sieben Jahre Arbeit mit der SEC

Der Weg dorthin begann nicht erst jetzt. Bereits im Oktober 2019 erhielt Paxos von der SEC einen No-Action Letter, der dem Unternehmen den Test eines blockchainbasierten Settlement-Dienstes für US-Aktien erlaubte. Der Pilot startete im Februar 2020.

Nach Darstellung von Paxos zeigte dieser Test, dass blockchainbasierte Post-Trade-Infrastruktur eine Abwicklung am selben Tag ermöglichen, Kosten senken und operative Abläufe effizienter machen kann, ohne den regulierten Rahmen zu verlassen.

Paxos-Mitgründer und CEO Charles Cascarilla erklärte, die Registrierung als Clearingstelle sei das Ergebnis von sieben Jahren Arbeit mit der SEC. Dazu zählten der No-Action Letter aus dem Jahr 2019 und der Settlement-Pilot mit einigen der weltweit größten Finanzinstitutionen.

Für Paxos ist die Genehmigung damit mehr als eine Produktfreigabe. Sie positioniert das Unternehmen an einer Stelle, an der Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte und klassische Wertpapierabwicklung zunehmend aufeinandertreffen.