EMURGO wird nach dem SecondFi-Hack zwei wichtige Rollen in der Cardano-Governance aufgeben. Das Unternehmen, welches zu den drei Gründungsarmen von Cardano gehört, tritt mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand der Mitgliederorganisation Intersect zurück und will zu einem späteren Zeitpunkt auch seine Registrierung als Delegated Representative (DRep) beenden.
In einer gemeinsamen Mitteilung begründeten EMURGO und Yoroi die Entscheidungen via X wie folgt:
„Während wir die betroffenen Nutzer des SecondFi-Sicherheitsvorfalls weiterhin unterstützen und Fortschritte bei der Wiederherstellung erzielen, kündigen wir zwei Governance-Entscheidungen an: unseren sofortigen Rücktritt aus dem Intersect-Vorstand und unsere Absicht, unsere DRep-Rolle zu gegebener Zeit abzumelden. Beide Entscheidungen spiegeln unseren Fokus wider, unsere gesamte Aufmerksamkeit und unsere Ressourcen auf die Wiederherstellung zu richten.“
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Ein konkreter Termin für die Abmeldung des DReps wurde nicht genannt. Mit dem Start des angekündigten Migrationstools sollen Wallets automatisch sowohl vom bisherigen Stake-Pool als auch vom EMURGO- beziehungsweise Yoroi-DRep abgemeldet werden. EMURGO erklärte via X:
„Wenn Sie Ihre Wallet migrieren, wird die Delegation an Ihren Stake-Pool sowie an Ihren DRep automatisch aufgehoben. Anschließend können Sie frei einen neuen DRep wählen, der Ihre Interessen am besten vertritt. Wir werden ausführliche Informationen – einschließlich des Zeitplans – bereitstellen, sobald das Migrationstool verfügbar ist.“
Warum die Cardano-Governance vorm Umbruch steht
Auslöser ist der Hack von SecondFi, dem von EMURGO entwickelten Nachfolger der Yoroi-Wallet. Zwischen dem 21. und 23. Juni wurden nach dem offiziellen Untersuchungsbericht rund 16,1 Millionen ADA im damaligen Wert von etwa 2,6 Millionen US-Dollar aus 374 Wallets entwendet.
Die Schwachstelle lag in der Erzeugung transaktionsbezogener Signaturen. Unter bestimmten Bedingungen ließ sich ein Wert, der eigentlich aus geheimen Informationen hätte abgeleitet werden müssen, anhand öffentlicher Transaktionsdaten berechnen. Dadurch konnten private Schlüssel rekonstruiert werden.
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Das Cardano-Protokoll selbst war nicht betroffen. EMURGO hat die Schwachstelle nach eigenen Angaben geschlossen. EMURGO wird SecondFi und Yoroi allerdings aufgrund der Schwere des Vorfalls einstellen.
Ein Exporttool für die Migration soll Anfang August erscheinen. Für die Rückforderung betroffener Vermögenswerte ist ein Portal mit Zero-Knowledge-Nachweisen vorgesehen.
Cardano-Gründer Charles Hoskinson hatte EMURGO nach dem Angriff insbesondere für den Wechsel von offenem zu geschlossenem Wallet-Code kritisiert, sowie Alpha Growth und Draper als Ersatz angekündigt. In einem Livestream erklärte er:
„Sie wechselten von Open Source zu Closed Source. Von gemeinschaftlich entwickeltem und geprüftem Code zu Code, der nicht ausreichend auditiert und kontrolliert wurde. Das erscheint nicht klug.“
Zum Redaktionszeitpunkt lag ADA bei 0,1846 US-Dollar und kann entgegen des Markttrends ein Plus von rund 11,5 Prozent innerhalb der letzten sieben Tage vorweisen. Mit einer Marktkapitalisierung von 6,74 Milliarden US-Dollar hat sich ADA auf Rang 14 der größten Kryptowährungen vorgekämpft.













