BlackRock erweitert sein Angebot an tokenisierten Finanzprodukten. Der US-Vermögensverwalter hat zwei Geldmarktlösungen vorgestellt, die regulierte Fondsstrukturen mit blockchainbasierter Ausgabe und Übertragung von Anteilen verbinden.

Beim ersten Produkt handelt es sich um OnChain-Anteile des bestehenden BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund, kurz BSTBL. Die neue Anteilsklasse wird auf Ethereum ausgegeben. Zugelassene Investoren können die digitalen Fondsanteile zwischen genehmigten Wallets übertragen, soweit dies nach geltendem Recht zulässig ist.

BNY übernimmt für BSTBL die Rolle des Transferagenten und des Tokenisierungsdienstleisters. Die zugrunde liegende Anlagestrategie bleibt konventionell. Der Fonds investiert in liquide Mittel, kurzfristige US-Staatsanleihen und über Nacht laufende Rückkaufvereinbarungen, die mit US-Treasuries besichert sind.

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Die Nutzung einer öffentlichen Blockchain bedeutet dabei keinen freien Zugang. Die Übertragung bleibt auf geprüfte Teilnehmer und zugelassene Wallets beschränkt. Damit ähnelt das Produkt wirtschaftlich einem klassischen Geldmarktfonds, erhält aber eine zusätzliche digitale Abwicklungsebene.

Jon Steel, Global Head of Product and Platform im Cash-Management-Geschäft von BlackRock, führt dazu aus:

„Cash bleibt ein grundlegender Baustein für Investoren, Unternehmen und Finanzinstitute.“

Laut seinen Angaben ist das Volumen von US-Geldmarktfonds auf mehr als 8 Billionen USD angestiegen:

“US-Geldmarktfonds sind auf ein verwaltetes Vermögen von mehr als 8,4 Billionen US-Dollar angewachsen, da Anleger weiterhin großen Wert auf Liquidität, Kapitalerhalt und Renditechancen legen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Reserveanlagen zur Absicherung von Stablecoins und anderen tokenisierten Finanzprodukten bieten diese Fonds den Kunden zusätzliche Wahlmöglichkeiten beim Zugang zu und bei der Nutzung von Geldmarktfonds-Anlagelösungen – sowohl auf traditionellen als auch auf digitalen Märkten.”

BRSRV zielt auf digitale Institutionen und Stablecoin-Reserven

Das zweite Produkt trägt den Namen BlackRock Daily Reinvestment Stablecoin Reserve Vehicle, kurz BRSRV. Der neu aufgelegte tokenisierte Geldmarktfonds richtet sich an digital ausgerichtete institutionelle Anleger. Er bietet eine tägliche Wiederanlage von Dividenden und soll über mehrere Blockchains zugänglich sein.

BlackRock nennt die Verwaltung von Stablecoin-Reserven als einen möglichen Einsatzbereich. Securitize fungiert dabei als Transferagent und Tokenisierungsanbieter. Laut Steel steigt die Nachfrage in diesem zukunftsträchtigen Geschäftsbereich weiter stark an:

„Mit wachsender Nachfrage nach hochwertigen Reservewerten für Stablecoins und andere tokenisierte Finanzprodukte bieten diese Fonds zusätzliche Wahlmöglichkeiten beim Zugang zu Geldmarktlösungen in traditionellen und digitalen Märkten.“

Beide Fonds sollen laufende Erträge mit hoher Liquidität und einer möglichst stabilen Kapitalbasis verbinden. Eine Garantie für den Werterhalt gibt es dennoch nicht. Wie bei anderen Geldmarktfonds können Anleger Verluste erleiden, auch wenn die Produkte darauf ausgerichtet sind, einen Anteilspreis von einem US-Dollar zu halten.

GENIUS Act schafft Rahmen, aber noch keine vollständige Klarheit

BlackRock strukturiert BSTBL und BRSRV nach eigenen Angaben so, dass sie als zulässige Reservewerte für bestimmte US-amerikanische Zahlungs-Stablecoins infrage kommen. Grundlage ist der im Juli 2025 verabschiedete GENIUS Act.

Einzelne Umsetzungsstandards stehen jedoch noch aus. Das Office of the Comptroller of the Currency und das US-Finanzministerium arbeiten weiterhin an den entsprechenden Regeln. Neue Vorgaben könnten beeinflussen, welche Vermögenswerte die Fonds halten dürfen und wie tokenisierte Anteilsklassen technisch betrieben werden.

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Hinzu kommen die bekannten Risiken blockchainbasierter Wertpapiere. Dazu zählen technische Fehler, unautorisierte Transaktionen, Datenschutzfragen, Sicherheitslücken und operative Probleme bei Ausgabe, Übertragung und Registerführung. Auch BlackRock weist darauf hin, dass die praktische Erfahrung mit digital ausgegebenen Fondsanteilen bislang begrenzt ist.

BlackRocks Cash-Management-Sparte verwaltete Ende März 2026 knapp 1,073 Billionen US-Dollar. Mit BSTBL und BRSRV überträgt der Konzern nun einen weiteren Teil dieses Geschäfts in eine digitale Infrastruktur, ohne die Fonds selbst aus dem regulierten Geldmarktumfeld zu lösen.