Die Polizei von Sharjah hat nach eigenen Angaben vier miteinander verbundene internationale Netzwerke zerschlagen, denen Krypto-Diebstahl, Cyberangriffe, Geldwäsche und gewaltsame Übergriffe vorgeworfen werden.

Im Zuge der Operation „End of Battle“ wurden mehr als 200 Millionen Dirham sichergestellt, umgerechnet rund 54,5 Millionen US-Dollar. Die Behörden stellten die Ergebnisse am 15. Oktober vor.

Krypto-Ermittlungen führen zu Luxusautos und Immobilien

Wie Gulf News unter Berufung auf die Behörden berichtet, wurden neben Geldern auch 17 Luxusautos, 29 wertvolle Uhren und Schmuck sichergestellt. Hinzu kommen eine Wohnvilla, zwei Villen im Bau und zwei Wohngrundstücke.

Die Ermittlungen umfassen laut dem Bericht 33 Beschuldigte, darunter sechs juristische Personen. Die beteiligten Personen haben insgesamt zwölf unterschiedliche Staatsangehörigkeiten. Einige Verdächtige wurden im Ausland aufgegriffen und zurückgebracht.

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Die vielfach kolportierte Summe von rund 54 Millionen US-Dollar lässt sich nicht als bestätigter Sicherstellungswert ausschließlich in Kryptowährungen einordnen. Vielmehr beziehen sich die vorliegenden Berichte auf eine Kombination aus finanziellen Mitteln und weiteren Vermögenswerten.

Eine belastbare Aufschlüsselung nach Bargeld, Kryptowährungen sowie dem jeweiligen Wert der sichergestellten Sachwerte geht aus den verfügbaren Angaben nicht hervor.

Nach Darstellung der Polizei verteilte die Organisation ihre Aufgaben auf vier Gruppen. Die erste soll Cyberangriffe durchgeführt und Daten gestohlen haben. Die zweite war demnach für Geldwäsche über virtuelle Vermögenswerte und andere Finanzkanäle zuständig. Eine dritte Gruppe soll Opfer durch Social Engineering manipuliert und deren digitale Wallets geleert haben.

Die vierte Gruppe wird mit körperlichen Angriffen und Einschüchterung in Verbindung gebracht. Sie soll Wallet-Inhaber gezwungen haben, ihre Zugangscodes preiszugeben. Die Vorwürfe verbinden damit digitale Angriffe mit unmittelbarer Gewalt gegen die Besitzer der Vermögenswerte.

Ein Hinweis auf die Organisation ergab sich laut dem Radiosender Dubai Eye aus Ermittlungen zu einem 15-Jährigen, dessen digitale Wallet hohe Geldbeträge enthielt. Weitere Nachforschungen führten die Polizei zu dem grenzüberschreitenden Netzwerk.

Die Behörde erklärte zudem, mehr als 3.000 digitale Wallets überprüft zu haben. Nach ihrer Darstellung wurden über 30 Unternehmen und Institutionen weltweit geschützt und Vermögenswerte von mehr als 65 Milliarden Dirham abgesichert. Diese Zahl beschreibt geschützte Vermögenswerte und ist von den tatsächlich sichergestellten Geldern zu unterscheiden.

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Laut Gulf News bezifferte Sharjahs Generalstaatsanwalt Anwar Al Harmoudi die untersuchten Geldwäschevorgänge auf rund 8,825 Milliarden Dirham. Die Transfers sollen über Bankkonten, digitale Wallets, internationale Plattformen sowie zwischengeschaltete Unternehmen gelaufen sein.

Die Beschuldigten sollen gestohlene Gelder anschließend in Immobilien und andere Vermögenswerte investiert haben, um ihnen einen legalen Anschein zu geben. Nach Darstellung der Ermittler traten Beteiligte öffentlich als Geschäftsleute und Investoren auf, während sie ihre kriminellen Aktivitäten über Ländergrenzen hinweg organisierten.

Welche Kryptowährungen und Handelsplattformen im Mittelpunkt stehen, geht aus den ausgewerteten Berichten nicht hervor. Auch eine Aufschlüsselung der sichergestellten Kryptobestände fehlt. Ein konkreter Verkaufsdruck auf Bitcoin oder andere Kryptowährungen lässt sich aus den genannten Summen deshalb nicht ableiten.