• Minnesota erlaubt Banken und Kreditgenossenschaften künftig, bestimmte Krypto-Verwahrdienste anzubieten.
  • Das neue Gesetz tritt am 1. August 2026 in Kraft und verlangt schriftliche Risiko-, Kontroll- und Sicherheitsrichtlinien.

Minnesota öffnet den regulierten Bankensektor für Krypto-Verwahrung. Gouverneur Tim Walz hat HF 3709 unterzeichnet, ein Gesetz, das bestimmten Banken und Kreditgenossenschaften den Weg zu Virtual-Currency-Custody-Diensten freimacht.

Banken müssen Aufsicht frühzeitig informieren

Das Gesetz tritt am 1. August 2026 in Kraft. Es erlaubt ausgewählten Finanzinstituten, bestimmte Verwahrdienste für digitale Vermögenswerte anzubieten und auszuführen.

Damit schafft Minnesota einen klareren Rahmen für eine Dienstleistung, die bisher häufig bei spezialisierten Krypto-Unternehmen, Börsen oder unabhängigen Custody-Anbietern lag.

Ganz ohne Auflagen kommt die Öffnung nicht. Banken und Kreditgenossenschaften müssen schriftliche Richtlinien zu Risikomanagement, internen Kontrollen, Sicherheit und weiteren Compliance-Fragen vorhalten.

Sie dürfen also nicht einfach eine Wallet-Infrastruktur starten und sie als neue Produktlinie verkaufen. Der Staat verlangt vorher nachvollziehbare Prozesse.

Besonders wichtig ist die Meldepflicht. Institute müssen dem Minnesota Commissioner of Commerce mindestens 60 Tage vor Beginn der Krypto-Verwahrdienste eine schriftliche Mitteilung schicken.

Darin müssen sie auch ihre Risikomanagement-Strukturen darlegen. Für die Aufsicht entsteht damit ein früher Blick auf Verwahrung, Kontrollen und mögliche Schwachstellen.

Krypto-Custody rückt näher an klassische Finanzhäuser

Für den Kryptomarkt ist der Schritt nicht spektakulär im Sinne eines neuen Tokens oder ETF-Antrags. Aber er ist strukturell relevant. Wenn Banken und Kreditgenossenschaften digitale Vermögenswerte verwahren dürfen, rückt Krypto näher an vertraute Finanzinfrastruktur heran.

Custody ist dabei ein Kernproblem. Wer Bitcoin, Stablecoins oder andere digitale Assets hält, braucht sichere Schlüsselverwaltung, Zugriffskontrollen, Notfallprozesse und klare Haftungsregeln.

Genau hier haben regulierte Banken einen möglichen Vorteil: Kunden kennen sie, Aufseher kontrollieren sie, und interne Risikosysteme sind meist bereits vorhanden.

Gleichzeitig erhöht das Gesetz den Druck auf Institute, die einsteigen wollen. Krypto-Verwahrung ist technisch anders als klassische Wertpapierverwahrung.

Private Keys, Cyberrisiken, Transaktionsfreigaben und irreversible Transfers lassen wenig Raum für Nachlässigkeit. Minnesota erlaubt den Einstieg, aber nur unter der Erwartung, dass Banken das Thema wie kritische Finanzinfrastruktur behandeln.