- Kolumbiens Präsident Gustavo Petro sieht die Karibikregion des Landes als möglichen Standort für Bitcoin-Mining.
- Petro knüpft mögliche Projekte an saubere Energie und will die indigene Wayúu-Gemeinschaft als Miteigentümer einbinden.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro bringt die Karibikküste seines Landes als möglichen Standort für Bitcoin-Mining ins Spiel. Es ist ein wirtschaftlicher Vorschlag, aber keiner ohne Bedingungen. Petro verbindet die Idee ausdrücklich mit erneuerbarer Energie und lokaler Beteiligung.
Bitcoin-Mining soll nicht auf fossiler Energie beruhen
Petro verwies darauf, dass Venezuela und Paraguay bereits Investitionen im Bitcoin-Mining anziehen, weil dort große Energiemengen verfügbar sind. Auch Kolumbiens Karibikregion könne aus seiner Sicht eine Rolle in diesem Markt spielen. Dabei geht es vor allem um den Norden des Landes, wo Wind- und Solarenergie seit Jahren als Wachstumsthema gelten.
Si las monedas virtuales se basan en energía fósil estalla el calentamiento mundial y el colapso climático
Hoy los países con abundantes energías limpias encerradas como Venezuela y Paraguay, logran atraer las inversiones en minería del bitcoin. La.minería del bitcoin es el… https://t.co/KroCrG9qkD
— Gustavo Petro (@petrogustavo) May 5, 2026
Der entscheidende Punkt ist für Petro aber die Herkunft des Stroms. Mining, das mit fossilen Brennstoffen betrieben werde, könne die globale Erwärmung verschärfen, warnte er. Damit setzt er eine klare Grenze zu einem Teil der Branche, der häufig schlicht dem billigsten Strom folgt, unabhängig davon, ob dieser aus Kohle, Gas, Wasserkraft oder erneuerbaren Quellen stammt.
Für Kolumbien wäre ein solcher Ansatz politisch heikel, aber auch interessant. Bitcoin-Mining kann Stromabnahme schaffen, Überschüsse nutzen und Investitionen in Energieinfrastruktur anziehen. Gleichzeitig kann es schnell Widerstand auslösen, wenn lokale Gemeinden das Gefühl haben, dass Energieprojekte vor allem externen Betreibern nutzen, während Strompreise, Landschaftseingriffe oder Netzbelastung bei ihnen bleiben.
Genau deshalb ist der Satz von Petro nicht nur als Krypto-Kommentar zu lesen. Er spricht über Industriepolitik, Energiepolitik und regionale Entwicklung zugleich.
Wayúu sollen an möglichen Projekten beteiligt werden
Petro forderte außerdem einen Dialog mit der indigenen Wayúu-Gemeinschaft. Sie solle bei möglichen Mining-Projekten nicht nur konsultiert werden, sondern als Miteigentümer beteiligt sein. Das ist der politisch wichtigste Teil seiner Aussage.
Die Wayúu leben in Teilen der kolumbianischen und venezolanischen Karibikregion. Gerade in dieser Gegend treffen Energieprojekte oft auf soziale Spannungen: Landrechte, Wasserknappheit, Einnahmenverteilung, Mitsprache und langfristige Kontrolle sind dort keine Nebenthemen. Wenn Bitcoin-Mining an erneuerbare Energie gekoppelt wird, stellt sich also sofort die Frage, wem die Infrastruktur gehört und wer tatsächlich davon profitiert.
Eine Beteiligung der Wayúu könnte lokale Akzeptanz erhöhen und Einnahmen stärker in der Region halten. Sie müsste aber sauber geregelt sein. Miteigentum klingt gut, reicht als politisches Schlagwort aber nicht. Nötig wären transparente Verträge, echte Mitsprache, überprüfbare Umweltstandards und klare Regeln für Gewinne, Risiken und Energieverbrauch.
Noch gibt es keine konkreten Projektpartner, keine Investitionssumme und keinen Zeitplan. Petro setzt zunächst ein Signal: Kolumbien könnte Bitcoin-Mining nicht einfach verbieten oder ignorieren, sondern unter bestimmten Bedingungen in eine grüne Industriepolitik einbauen. Entscheidend wäre dann, ob aus dieser Idee ein Modell entsteht, das nicht nur Miner anzieht, sondern auch der Region selbst etwas bringt.







