Michael Saylor sieht in Bitcoin-besicherten Krediten großer US-Banken einen möglichen Kurstreiber für BTC. Beim Freedom-Tech-DC-Gipfel am 22. September skizzierte der Strategy-Chef ein Szenario, in dem zwei oder drei Banken binnen eines Jahres massive Kredite auf Basis von Bitcoin schaffen und damit den BTC-Kurs beflügeln.

Saylor rechnet mit 100 Milliarden Dollar Bankkrediten

Im Gespräch mit Connor Brown nannte Saylor Citi, JPMorgan und Morgan Stanley als Beispiele für Banken, die Bitcoin künftig verwahren und darauf Kredite vergeben könnten. Saylor erklärte:

„Wenn die großen US-Banken wie Citi, JPMorgan und Morgan Stanley anfangen, BTC zu verwahren, können sie darauf auch Kredite schaffen. Wenn sie das tun, wird der BTC-Preis zum wichtigsten Treiber für das Wachstum der Branche.“

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Anschließend erörterte er sein Szenario:

„JPMorgan könnte innerhalb eines Monats im Handumdrehen Kredite über zehn Milliarden Dollar schaffen. Zwei oder drei dieser Banken könnten binnen zwölf Monaten Kredite über 100 Milliarden Dollar schaffen, und man würde damit das Angebot von zehn Jahren kaufen. Der BTC-Preis würde sich verdoppeln oder verdreifachen.“

Saylor bezifferte das derzeit in Bitcoin gebundene Kapital auf rund 1,6 Billionen Dollar. Seiner Darstellung nach ist ein Großteil davon bislang nicht in klassische Bankdienstleistungen eingebunden:

„Ich denke, derzeit steckt Kapital im Wert von rund 1,6 Billionen Dollar in Bitcoin. Größtenteils ist es nicht ins Bankensystem eingebunden. Im Grunde gelingt das bisher nur, indem man Bitcoin in einen ETF verpackt, sodass es gewissermaßen als IBIT oder FBTC eingebunden ist.“

Warum Saylor auf Regulierung jenseits des CLARITY Act setzt

US-Großbanken könnten den Markt nach seiner Einschätzung verändern, wenn diese BTC nicht nur verwahren, sondern auch als Grundlage für Kredite nutzen. Als Hindernis kritisierte Saylor aber die Baseler Kapitalregeln:

„Man sollte einige der benachteiligenden Regeln abschaffen, etwa den Baseler Abschlag und die Risikogewichtung von 1.250 Prozent, die Banken davon abhält oder sie geradezu daran hindert, Bitcoin auf diese Weise zu nutzen. Ich glaube, aus dem Finanzministerium, dem OCC und der FDIC kommen inzwischen deutlich offenere Leitlinien, die Kryptoverwahrung und die Schaffung von Krediten auf Kryptobasis ermöglichen.“

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Das Risikogewicht von 1.250 Prozent betrifft bestimmte eigene Krypto-Engagements von Banken. Die Regeln erkennen Bitcoin zudem nicht als geeignete finanzielle Sicherheit zur Minderung des Kreditrisikos an.

Saylor argumentierte auch, zehn Milliarden Dollar reichten aus, um die gesamte neu geschaffene Bitcoin-Menge eines Jahres zu kaufen. Bei einer Blocksubvention von 3,125 BTC und durchschnittlich zehn Minuten pro Block entstehen rechnerisch rund 450 BTC täglich oder 164.250 BTC im Jahr. Bei einem Preis von 85.000 Dollar je BTC hätte diese Jahresmenge einen Wert von knapp 14 Milliarden Dollar.

Saylor knüpfte sein Szenario allerdings auch an Änderungen der US-Regulierung. Nach dem Scheitern des CLARITY Acts setzt er auf SEC, CFTC, Finanzministerium und Bankenaufsicht. Schon am 19. September hatte er argumentiert, günstigere Regeln dieser Behörden seien für die Branche vorteilhafter als die jüngsten CLARITY-Kompromisse.